Unser Lied für Stockholm: Der Kandidatencheck - AVANTASIA - "Mystery of a Blood Red Rose"

Herzlich Willkommen zum dritten Kandidatencheck!
Diesmal geht es um eine Metal-Band, von der ich persönlich noch gar nichts gehört habe, die aber anscheinend doch sehr bekannt und erfolgreich in Deutschland und Europa sind. Die Rede ist vom Projekt des deutschen Sängers Tobias Sammet, AVANTASIA. Dieses gibt es seit 1999 und produziert Metal-Opern mit verschiedenen Themen und Einflüssen. Dabei holt sich der sänger Tobias immer wieder Gastmusiker ins Boot und versucht dabei seinen ganz eigenen Musikstil zu kreieren. Ob dieser Stil auch was für die ESC-Bühne ist, gilt es bei "Unser Lied für Stockholm" herauszufinden.

Die Geschichte des Power-Metal-Sängers:
Wie schon gesagt, das Projekt wurde 1999 von Tobias Sammet gegründet und ist seitdem in verschiedener Besetzung auf Tour durch Europa unterwegs. Dabei sind die Alben so aufgebaut, dass sie eine Geschichte begleiten, die man im Album-Booklet nachlesen kann. Dabei passen also die Songs zu einzelnen Abschnitten oder Punkten in der Geschichte und unterstreichen die dazugehörigen Emotionen. Es gibt nunmehr schon sechs Studioalben, der erfolgreichste Longplayer in Deutschland ist die letzte Platte "The Mystery of Time" mit einer Höchstposition von Platz 2 - das schaffte auch das vierte Studioalbum 2010. 2016 soll das Nachfolgewerk "Ghostlights" folgen, aus der auch "Mystery of a Blood Red Rose" ausgekoppelt wurde - und mit dem sie nun auch beim Eurovision Song Contest überzeugen möchten. Der Song erinnert mich ein bisschen an "Don't Stop Believing" von Journey oder an einige Midtempo-Nummern von Jon Bon Jovi... oder eben auch an Rock-Songs der 80er im Allgemeinen :D


Gedanken zur Inszenierung:
Auch hier ist klar: die Performance muss den Song unterstreichen, etwas Halbherziges auf der Bühne zu präsentieren würde nicht funktionieren, da er eben nicht DER Ohrwurm ist wie "Satellite" damals. Ich stelle mir die Bühne in einem roten Gewand vor, viel Wind und die Band sichtbar auf der Bühne. Krasse Klamotten (wie auf dem Promo-Foto), viel Feuer, einige Nebelschwarten und wie es sich für Rocker gehört: sonst nichts. Eine energiegeladene Performance dazu und schon hat man die perfekte Rock-Inszenierung (zumindest in meinem Kosmos).
Blöd wäre, wenn man auf eine aufwendige Produktion verzichten würde und man den Live-Charakter betonen möchte... langweilig und öde. Wir wollen Show und wenn man uns die nicht gibt, dann ist es zum Scheitern verurteilt!




Chancen auf die "rote Rose":
Schaut man sich in Foren um, ist die Freude über die Teilnahme der Band ziemlich groß: viele Fans sind begeistert und wünschen sich einen Sieg. Auch ESC-Fans in Foren, die die Band vorher nicht kannten, sind positiv und betonen immer wieder, dass das mit einer guten Bühnenperformance gut werden könnte. Der Meinung bin ich auch. Der Track ist nicht einer, den ich mir immer wieder anhören würde oder den ich mir im Radio vorstellen könnte. Ich glaube auch nicht, dass er bei einem Gewinn zum Überhit des Jahres wird. Allerdings glaube ich, dass er live einfach überzeugen und das Projekt richtig überraschen kann. Die meisten Zuschauer beschäftigen sich vorher nicht mit den Künstlern und werden nach den letzten Jahren wahrscheinlich mit so einer Art Act nicht rechnen - das muss man nutzen und die Zuschauer (positiv) überraschen. Wenn man dies tut, schließe ich einen Sieg beim Vorentscheid nicht aus.
Ob das beim ESC-Finale klappen könnte? Auch hier denke ich durchaus: Ja! Mit der richtigen Inszenierung, einer guten Live-Performance und einer überzeugenden Stimme könnte das bei einigen Fans gut ankommen. Außerdem wäre es mal was komplett anderes als die vorherigen Jahre in diesem Jahrzehnt. Wie gesagt: dies entspricht gar nicht MEINEM Musikstil, allerdings fände ich es spannend zu sehen, wie Europa darauf reagieren würde. Für mich vielleicht kein Favorit, allerdings ein Act, den man im Auge behalten sollte.


EDIT: Als hätte ich es geahnt, dass es so kommt! Der Lead-Sänger Tobias Sammet verriet in einem Interview, dass die Band weniger auf Inszenierungen und mehr auf die Band setzen würde. Wie kann man bei so einem Song NICHT auf die große Inszenierung setzen? Mit der Begründung "Beethoven hatte auch keine Pyrotechnik" schmetterte er es einfach ab. Naja... du bist aber halt auch nicht Beethoven. Insgesamt wirkt das auf mich sehr aufgesetzt und total kindlich. Trotzdem will ich jetzt noch nicht völlig ausrasten, AVANTASIA veröffentlichten vor kurzem das offizielle Video von "Mystery of a Blood Red Rose" und da wird ebenfalls inszeniert bis zum geht nicht mehr - hoffen wir einfach, dass auch die Live-Performance in so eine Richtung geht :D

HIER gelangt ihr zur dreiminütigen Version von "MoaBRR"

Liest man das Interview komplett, wird einem schnell klar: da nutzt jemand den Vorentscheid um auf seinen Song aufmerksam zu machen und nicht, weil er Bock auf den ESC hat. Damit hat es sich die Band echt bei mir verscherzt. Tobias wirkt sehr unsympathisch und so, als ob er völlig über dem Vorentscheid und dem ESC steht, als wäre er was viel besseres. Bleibt dieser Eindruck auch beim Vorentscheidsabend bestehen, sind sie für mich raus - egal wie die Performance ist!

Neulich entdeckt:

Da läuft man nichtsahnend zur Universität und stolppert über dieses Plakat:


Die Band bzw. ihre Fans (ihr Fanclub?) geben sich wie es aussieht alle Mühe um Stimmen für den 25. Februar 2016 zu generieren. Mein schlechtes Bild nach dem oben genannten Interview hat sich ein wenig sensibilisiert. Ich finde es nämlich richtig gut, dass der Act bzw. seine Fans für die Band wirbt und alles tut, um zu gewinnen. Hier kann man sehen, dass es der Band eben schon nahe liegt, den Vorentscheid zu gewinnen um anschließend nach Stockholm fahren zu dürfen. 
Coole Aktion, die jeder Act durchführen sollte - auf welche Art auch immer!

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Single-#Update im Januar                              Silbermond - "Leichtes Gepäck"

Unser Lied für Stockholm: Der Kandidatencheck - Keoma - "Protected"


Herzlich Willkommen zum nunmehr 2. Kandidatencheck!
Das Cover ihres Debütalbums
Ein völliger Newcomer im Teilnehmerfeld, von dem wohl wirklich die wenigsten jemals gehört haben dürften, ist die Band Keoma. Diese besteht aus Kat Frankie, einer australischen Musikerin und dem Kölner Chris Klopfer. Das Duo veröffentlicht sein, nach dem Bandnamen benanntes, Debütalbum am 29. Januar 2016 und präsentieren zuvor die erste Single "Protected". Verkauft werden die Songs als melancholischer Synth-Pop, der von den Sängern selbst geschrieben wird. Kat verriet in einem Interview, dass "Protected" sich von der Platte unterscheidet, da sie mal ausnahmsweise singt, sonst würde Chris 60-70 % der Stücke singen. Außerdem sei der Song ganz leicht an einem Abend entstanden und fühlte sich deshalb so gut an. Man merkt ihr an, dass sie Bock auf Stockholm hat und versuchen wird, alles rauszuholen.


Die kurze Geschichte der Außenseiter:
Die beiden lernten sich nach einem Konzert von Kat in Köln kennen und merkten ziemlich schnell: das passt! Seitdem tingeln sie zwischen Berlin (Kats Wahlheimat) und Köln und senden sich per Dropbox-Link gegenseitig Ideen. Dabei stammen die Ideen und Texte meist von Chris, Kat produziert diese aus und fügt ihre elektronischen Klänge hinzu. Die Band lässt sich außerdem von Filmen inspirieren und arbeitet auch an Solo-Projekten.
Das war's dann auch schon. Die Band gibt es gar nicht so lange, weshalb die Bandgeschichte dementsprechend kurz ausfällt - egal, dann hat man mehr Zeit zur Besprechung der Inszenierung ;-)

"Protected" - ein Song, der polarisieren wird
Ehrlich: der Song bringt nicht wirklich viel mit sich. Er wirkt sehr filigran, in sich zurückgekehrt und eher monoton - wenn nicht sogar langweilig. Ich würde mir den Song privat nicht wirklich anhören, dafür ist er mir zu schwer und zu nichtssagend.  Allerdings erinnert er mich an ein Stück aus dem letzten Jahr: als Lettland sich für "Love Injected" von Aminata entschied, mochte ich den Song wirklich überhaupt nicht. Er war mir viel zu extrem und viel zu eigenartig. Als er dann in Wien auf der Bühne performt wurde, verliebte ich mich sofort in die Inszenierung und das Stück. Der Song war ebenfalls sehr sperrig und gab nicht viel her, aber perfekt insziniert funktionierte er (siehe dazu das Video unten). Genau das könnte auch bei "Protected" der Fall sein. Wenn man es schafft, den Song so darzustellen, dass er eine Geschichte erzählt und den Zuschauer fesselt, könnte das was werden. In den Promo-Fotos sieht man die zwei in einem Auto sitzen. Dieses Element könnte man übernehmen, indem z. B. als Background ein fahrendes Auto zeigt. Oder man arbeitet wie beim Album-Cover mit Wasser - all das sehr dunkel und mystisch inszeniert, gleichzeitig eine sehr "nahe" Kameraführung, die sich auf die Sängerin konzentriert, die in einem langen Abendkleid auf der Bühne steht.


Allerdings habe ich schon die ersten Bedenken, dass es wirklich zu solch einer Inszenierung kommt: in einem Interview mit eurovision.de verriet die Australierin, das Duo würde mit Band auftreten - ein erstes Indiz, dass es zu einer 0815-Inszenierung kommt? Wir werden es sehen. Bis dahin kann man sich das Video zum Song ansehen - vielleicht wird ja auch die Geschichte des Videos auf der Bühne erzählt?



Die Chancen des melancholischen Synth-Pop
Ehrlich: ich bin kein Fan von der Nummer. Sie ist mir zu sperrig und geht überhaupt nicht ins Ohr. Jedes Mal höre ich mir sie an und nach 5 Minuten könnte ich keine einzige Stelle mehr wiedergeben - kein gutes Zeichen, wenn man bedenkt, dass man am 25. Februar noch neun weitere Tracks hört, von denen manche wohl besser im Kopf hängen bleiben. Ganz zu schweigen vom eigentlichen ESC-Event, bei dem wir wahrscheinlich 29 weitere Beiträge zu hören bekommen werden. Die einzige minimale Chance, die ich der Nummer geben, läuft über die Inszenierung und da habe ich dann wirklich bedenken. Entweder man schafft etwas Einzigartiges oder es floppt. Und genau das ist das Problem: entweder die Nummer überrascht (sowohl beim Vorentscheid als auch beim ESC) oder sie geht gnadenlos unter. Ein Risko was nach den 0 Punkten letztes Jahr ziemlich groß scheint - andererseits hat man nichts zu verlieren, oder?
Ich bin kein Fan davon, lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen. Bis dahin werde ich der Nummer allerdings keine große Beachtung schenken, weshalb ich der Meinung bin
"No Way!" wird das der deutsche Kandidat beim Eurovision Song Contest 2016 in Stockholm.


P. S.: Ich möchte diesen Act überhaupt nicht schlecht machen, ich persönlich mag den Song einfach nicht so. Andererseits bin ich wirklich total gespannt, wie damit gearbeitet und wie er dann anschließend präsentiert wird. Ich finde, dass die Band bestimmt etwas zum Vorentscheid beitragen werden und ich bin sehr froh, dass sie dabei sind. Nicht, weil ich totaler Fan bin, sondern weil ich es positiv sehe, dass der NDR mal was wagt und eine Nummer mitaufgenommen hat, die eben kein klassischer Pop-Song ist sondern etwas Außergewöhnliches - und genau das hat mir an den letztjährigen Vorentscheiden gefehlt! Deswegen: Respekt und Daumen drücken, dass der Song gut inszeniert wird - denn der gutgläubige ESC-Fan in mir will einfach das es was Besonderes wird :D


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Album-Rezension: Rihanna - "Anti"

Wie ihr vielleicht schon auf meiner Facebook-Seite mitbekommen habt, veröffentlichte Rihanna in der Nacht vom 27.01. auf den 28.01.2016 ihr nunmehr 8. Studioalbum "Anti", nachdem sie im Jahr 2015 bereits drei Singles aus ihrer "neuen Ära" veröffentlichte, welche allerdings nicht auf dem Album vertreten sind und gestern die erste offizielle Single der LP, "Work", erschienen ist, folgt nun also das komplette Werk. Ich höre mir das Album jetzt an und nehme euch direkt und live mit - und gebe euch meine Gedanken zu jedem einzelnen Song!


Die Songs:
01. "Consideration" (feat. SZA)
Dieser Track fühlt sich so an, als ober das Album zusammenfassen würde und man ihn deshalb als Opener wählte: "Consideration" fängt mit harten Beats an, jamaikanischen Sounds und Raggae-esken Gesang - hier muss ich sofort an "Work" denken, bei dem ich das gleiche Gefühl hatte. Mir gefällt das Zusammenspiel der beiden Künstler, ich kenne SZA gar nicht, trotzdem geht er ins Ohr. Wer die harten Töne von "Unapologetic" mochte, allerdings auch diese Barbados-Sounds liebt, der wird hier Gold richtig sein.

02. "James Joint"
Diesen Song kennen vielleicht viele, die Rihanna auf Instagram folgen: "James Joint" ist eine Art Interlude und wurde bereits im April letzten Jahres auf diversen Social Media-Plattformen geteast. Ich finde ihn vom Sound ganz okay, allerdings gefällt mir der Inhalt nicht (nur weil man Weed raucht, muss man das nicht in einen Song packen). Was mich noch viel mehr stört, ist aber die Dauer des Tracks: lediglich 1:12 Minuten dauert der "Song", wenn man ihn so nennen möchte. Rihanna arbeitete mit dieser Art Interludes auch schon auf "Talk That Talk" ("Birthday Cake") und "Unapologetic" ("Love Without Tragedy") und schon dort gefielen mir diese Song-Snippets nicht. Nichtsdestotrotz: vom Sound her passt er auf die LP, weshalb man drüber hören kann :D

03. "Kiss It Better"
Dieser Track erinnert mich vom Stil und Sound her total an "Unapologetic", er hätte genauso auch auf dieser LP vertreten sein können. "Kiss It Better" geht etwas mehr in eine Pop-Richtung, bedient sich aber auch derben Beats und einer Trap-Produktion. Bis jetzt ist das der kommerziellste Song, den ich aus der neuen Ära gehört habe. Mir gefällt er sehr gut, weil er eben auch etwas rockiger und härter klingt, allerdings auch Rihannas Stimme betont, weil er so gut passt. BITTE BITTE BITTE als Single!

04. "Work" (feat. Drake)
Wir kommen zur 1. Single, die ja schon seit gestern bekannt ist - viele Fans haten da total, ich finde den Track gut, eben weil er sich von vorherigen Singles unterscheidet und man einen solchen Song momentan in der Musiklandschaft nicht findet. Well done, Rihanna!




05. "Desperado"
Ich hab mir den Track jetzt zwei Mal angehört und fühle mich an "Rated R" erinnert. Sehr dunkel, etwas Dubstep-lasting und Rihannas Sprechgesang an manchen Stellen. Hier kommt auch der HipHop-Einfluss durch - auf den ich ja total stehe! Ich kann mir vorstellen, dass genau das viele stört, aber Dubstep und HipHop sind eben genau mein Ding. Für mich wäre diese Nummer ein Single-Kandidat - ganz im Stil der "Rated R"-Ära ;-)

06. "Woo"
Ich habe schon in einigen Reviews aus Amerika gelesen, dass das hier der Party-Track der LP sein soll. Wieder krasse Beats und Rihanna setzt hier in vielen Teilen auf Autotune. Dabei begleitet ein "Woooooooooooo" den Refrain, was auf mich im ersten Moment echt komisch wirkt. Die Instrumentalisierung ist wirklich nicht schlecht, mich stört glaube ich der Autotune-Anteil. Hab ein gemischtes Gefühl bei dem Song. Er passt auf die LP, gleichzeitig hebt er sich irgendwie ab. Irgendwie gut, aber irgendwie auch komisch. Trotzdem werde ich mich an ihn erinnern, da bin ich mir sicher. Faszinierend.

07. "Needed Me"
Bei dem Song dachte ich, er wäre von Diplo produziert, ist er aber gar nicht :D mir gefällt er, obwohl er ein bisschen an "Woo" anschließt. Allerdings ist hier die Melodie stärker erkennbar. Besonders die Instrumentalisierung ist hier grandios und erinnert wie gesagt an Diplo oder Justin Bieber mit seinen Songs "What Do You Mean" oder "Where Are Ü Now". Insgesamt ein guter Album-Track, den ich mir gern anhöre.

08. "Yeah, I Said It"
Ja, von "Woo" bis hier her sind alle Songs im selben Genre: ein paar Trap/HipHop-Beats, Rihannas Sprechgesang und ein wenig Autotune hier und da. Ich muss sagen, dass ich von dieser Richtung langsam genug habe und mir was anderes als neunten Track wünschen würde - ob das kommt weiß ich noch nicht, aber gut. "Yeah I Said It" reiht sich irgendwo zwischen Nummer 6 und Nummer 7 der LP ein und ist für mich nur mimttelmäßig. Damit hätte "Needed Me" den Dreikampf gewonnen und "Woo" zunächst mal verloren. Mal gucken ob das nach mehrmaligem Hören auch noch so ist.


09. "Same Ol Mistakes"
Hallo 80s-Sounds! Rihanna läutet ein neues Genre mit dem neunten Track der LP ein und schafft einen über 6 Minuten-langen Song, der überhaupt nicht Mainstream ist, aber total reingeht. Sehr experimentell und dennoch Pop gehört "Same Ol Mistakes" ebenfalls zu meinen Favoriten der Platte. Der Hall, die überschneidenden Gesangsparts und der E-Bass im Hintergrund schaffen eine total tolle Atmosphäre. Der Song ist vielleicht kein Single-Kandidat, zeigt aber, dass Rihanna gewachsen ist. "Feel like a brand new person" wiederholt sich immer wieder und Rihanna zeigt: sie hat sich nicht nur persönlich gewandelt, sondern auch als Sängerin. Traumhaft *.*

10. "Never Ending"
Die Gitarren sind zurück! Nachdem "FourFiveSeconds" ein Akustik-Indie-Track war, mit dem Rihanna 2015 überraschte, legt sie nun in die selbe Richtung nach: "Never Ending" ist eine Ballade, in der sich die Gitarren durchziehen und der total emotional daherkommt. Die "uhhhhh"-Parts sind dabei besonders stimmig und man konzentriert sich das erste Mal auf den Text. Für mich ein würdiger Single-Kandidat, der (nach "Stay" aus dem Jahr 2012/2013) mal wieder die zebrechliche und emotionale Rihanna zeigt. Gänsehaut vorprogrammiert.

11. "Love on the Brain"
Oh mein... mit diesem Sound hatte ich jetzt mal gar nicht gerechnet. Rihanna und Doo-Woop gab es schließlich noch nie. Das ist der erste Track, bei dem man die aktuellen Sounds aus den Charts hört: ein bisschen Bruno Mars hier, ein klein wenig "Marvin Gaye" dort und Rihannas außergewöhnlicher Gesang. Die Kombination ist MEGA und geht mal richtig unter die Haut. Auch hier konzentriert man sich wieder auf die Lyrics und wird in eine emotionale Geschichte transportiert. "I'm tired of being played like a violin" - Gänsehaut und der schönste Text auf dem Album bisher. Mein Lieblingstrack, zu 100 %!!!!

12. "Higher"
Rihanna bleibt bei den Oldschool-Sounds und präsentiert die, in "Love on the Brain" angekündigten, Violinen. Dabei klingt der Song wie eine klassische Ballade aus dem 50s oder einem alten 20s-Film und schreit sich dabei die Seele aus dem Leib. Für manche wird es zu viel "Geschreie" sein, für mich zeigt es das rohe Talent der Sängerin. Es sieht so aus als ob das Ende des Albums den Balladen allein gehört - und mir gefällt genau dieser Aspekt. "Higher" ist unglaublich emotional und passt perfekt in diesen Teil des Albums. Allerdings ist er mir mit 2:00 Minuten doch zu kurz.

13. "Close to You"
Auf den Abschlusstrack bin ich gespannt, wie sich in der Vergangenheit gezeigt hat, gefallen mir die letzten Tracks auf RiRis Alben immer am besten: ich hatte Recht. "Close to You" ist eine wunderschöne Piano-Ballade, in der Rihanna ihren Gefühlen freien Lauf lässt. Es macht den Anschein als ob sich Rihannas Stimme total ins positive entwickelt hat: sehr kräftig, sicher und vor Energie strotzend - ein weiterer Favorit auf der LP. Unglaublich, was Rihanna mit "ANTI" geschaffen hat. Ich bin sprachlos, glücklich und hab bei diesem Track wirklich Tränen in den Augen. Schön.

Deluxe Edition Bonus Tracks:
Seit Freitag, 29.01.2016 gibt es das Album auch auf iTunes - sowohl in der Standard Edition, die gestern kostenlos zur Verfügung stand, aber auch in einer Deluxe Edition mit drei zusätzlichen Tracks. "Goodnight Gotham" ist ein weiterer Interlude wie "James Joint", was mir wiederrum nicht wirklich gefällt, da der Track nur 1:29 hat. Musikalisch gibt es hier nicht so wirklich viel zu hören, verzerrte Stimmen, krasse Beats und ein sehr kantiger Übergang - ich habe irgendwie das Gefühl, dass Rihanna einfach klar machen wollte: so, jetzt kommen nochmal so richtig coole Tracks, macht euch gefasst! Und sie verspricht nicht zu viel! "Pose" und "Sex With Me" klingen von der Produktion etwas nach "B**** Better Have My Money", aber genau das hat das Album noch gebraucht: richtige Monstertracks, die die Masse befriedigen und genau das sind die beiden Deluxe Tracks. Wer jetzt denkt: oh Mann, ich will jetzt aber die CD in meinen Händen halten... das Album wird am 05. Februar physisch veröffentlicht, weltweit, damit auch in Deutschland (:

Fazit:
Heute beim "ANTI"-Hören...
Mein Eindruck nach dem (nun mehrmaligem Anhören) der LP? Sagen wir so: gibt es noch Pop-Fans, die nach den Singles ("FourFiveSeconds", "B**** Better Have My Money", "American Oxygen" und "Work") mit einer Mainstream-Pop-Dance-Platte gerechnet haben? Ja? Dann einmal bitte wegtreten, nix downloaden und weiter gehen - dafür gibt es andere Stars und Künstler, die man sich anhören kann. Sooooo, wenn jetzt noch wahre Fans und Menschen geblieben sind, die offen für ein Experiment im Pop/Raggae/HipHop/Trap-Bereich, dann herzlich Willkommen in der neuen, eher dunkleren, emotionalen und seht tiefgründigen Rihanna-Welt.

Die Sängerin präsentiert uns dreizehn Tracks, die unterschiedlicher und außergewöhnlicher nicht sein könnten. Die Platte hebt sich von allem ab, was vorher bekannt war und geht ganz eigene Wege. Songs wie "Woo", "Needed Me" und "Yeah, I Said It" sind Songs, die vielleicht nicht sofort reingehen und auch nicht unbedingt mit ihren Lyrics mitreißen, aber durch ihre Instrumentalisierung einfach auffallen. Anders bei "Consideration", "Kiss It Better" oder "Work". Hier kommen Jamaica-Beats zum vollen Einsatz und geben Rihannas Sound aus ihren ersten beiden Alben ein 2016-Update. Hier kommen dann auch einige Mainstream-Sounds zum Einsatz, was den Tracks einen gewissen Pop-Charakter gibt.

Rihanna beim Anhören von "ANTI"
Ein Highlight für wirklich alle Fans (vielleicht sollten sich manche Hit-Fans nicht ganz verabschieden) sind die Balladen gegen Ende: ich kann mich gar nicht entscheiden ob ich "Love on the Brain", "Higher" oder doch "Closer to You" am besten finde, wichtig ist mir bitte nur, dass mindestens ein Song davon als Single veröffentlicht wird, wenn nicht sogar alle drei!
Noch einmal hervorgreifen möchte ich "Same Ol Mistakes". Dieser hebt sich unter den Songs am meisten heraus, wie ich finde und gefällt mir MEGA gut. Obwohl er eine Spielzeit von mehr als sechs Minuten hat und man denken könnte, dass der Song einem auf die Nerven gehen könnte, bleibt der irgendwie am meisten hängen - was für die Qualität spricht.

Sprich: "Anti" ist für alljene etwas, die mal was Neues hören wollen und nicht an der alten Rihanna festhalten. Die LP bietet keine typischen Hits á la "Umbrella", "Hate That I Love You", "We Found Love" oder "Diamonds, dafür aber einen Sound, den man aus hunderten wiedererkennt und den man wahrscheinlich auch noch in mehreren Jahren anhören kann und sich denken wird: geile Zeit! Ich habe mich wirklich verliebt und bin total begeistert. Deshalb freue ich mich umso mehr auf die ANTI-Tour und bin gespannt wie Rihanna die Songs auf die Bühne bringen wird. Die Tour hat bereits stattgefunden. Zur Kritik kommt ihr HIER.



Als letztes noch etwas zu all den Hatern, auch wenn die meisten aus den USA stammen und es in Deutschland gar keinen so großen Aufschrei gibt: ja, Rihanna hat sich verändert, aber gebt doch dem ganzen mal eine Chance. Es ist nicht alles sofort schlecht, was einem vielleicht nach dem ersten Hören nicht gefällt. Kommt mal runter und lasst die Tracks zwei Mal durchlaufen - glaubt mir, ihr werdet versinken. Augen zu, anhören und genießen - das klappt wirklich! Genau das wollte Rihanna. Der Titel heißt nicht umsonst "ANTI". Denkt mal drüber nach.



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Rachel Platten - "Wildfire"                                 Silbermond - "Leichtes Gepäck"

Single-Rezension: Rihanna feat. Drake - "Work"


Am 27.01.2016 um 14 Uhr erfolgt auf der Radiostation Energy die Premiere von Rihannas neuer Single "Work", mit ihrem engen Freund Drake - diese haben ja schon mehrfach zusammengearbeitet ("What's My Name", "Take Care"). Hier erfahrt ihr natürlich als erstes, wie der Song klingt und ob die Sängerin damit ihren nächsten Hit landen wird - stay tuned!


Ich muss sagen, dass ich mich total darüber freue, dass die beiden Künster wieder zusammengearbeitet haben - sowohl die Tracks "What's My Name" als auch "Take Care" gehören zu meinen Lieblingstracks der Sängerin und ich bin wirklich gespannt, was sie auf diese grandiosen Nummern folgen lassen (:

Zum Song:
Der Song ist so eine Art Hommage an Rihannas Anfangszeiten kombiniert mit einem frischen 2016-Update. Der Track spiegelt ihre RnB/Soul/Dance-Pop-Zeiten wieder á la "Pon de Replay" und "SOS", bezieht aber auch Trap- und HipHop-Beats mit ein und bringt das ganze auf einen Stand, der aktuell, frisch und sehr eingängig ist - besonders der Refrain bleibt einfach drin (der fast nur aus dem Wort "Work Work Work Work Work" besteht).
Der Song ist mal total anders wie "FourFiveSeconds", "American Oxygen" oder "B**** Better Have My Money" und etwas popiger als diese, allerdings gleichzeitig auch weniger ein Hit wie vorher genannte. Trotzdem gefällt er mir sehr gut, besonders diese nach Sommer und Barbados-klingenden Sounds - man ist sofort in eine heiße Sommernacht versetzt.



Im Vergleich zu allen anderen Singles, die als erstes aus RiRis Alben veröffentlicht wurden, muss man allerdings gestehen, dass "Work" wohl eher zu den schwächeren zählt. Songs wie "Umbrella", "Diamonds" oder "We Found Love" waren einfach sofortige Hits, bei "Work" ist das anders. Diesen muss man vielleicht mehrmals hören um ihn zu mögen. Rihanna verriet bereits, dass sie ihr Album deshalb "Anti" nannte, weil sie keine Erwartungen erfüllen wollen würde. "Work" schließt da genau an: viele Fans sind enttäuscht, weil sie mit einem knaller Party-Hit gerechnet hatten und jetzt einen eher wenig produzierten, sehr zurückhaltenden Song erhalten, der dann auch noch komplett aus dem Raster fällt - weil er vielleicht nicht ganz an bestimmte Hits anschließt.

Außerdem verwunderlich: Rihanna betitelte die Zusammenarbeit mit Drake als "erste offizielle Single" aus ihrem neuen Album - aber Moment mal! Was ist denn mit "FourFiveSeconds", "American Oxygen" und "B**** Better Have My Money"? Das sollten doch die ersten Singles sein, oder? Zurecht haben Fans das Gefühl, dass Rihanna sie an der Nase herumführt. Einige halten es für wahrscheinlich, dass diese Songs nur Promotional Singles waren, um "Anti" zu teasern und deshalb auf der Deluxe Edition vertreten sein werden. Von der Theorie halte ich irgendwie nichts, schließlich war besonders "FourFiveSeconds" total erfolgreich und ein wahrer Hit für Rihanna. Warum sollte sie ihn so abstrafen und lediglich auf eine Special Edition packen? Nein, ich denke vielmehr, dass sie die Songs trotzdem auf die Standard Edition packt und diese einfach als reguläre Hits betitelt - oder so :D

Übrigens kann man den Track lediglich auf iTunes downloaden oder per Tidal streamen - noch ist er weder auf Spotify, Apple Music oder Google Play vorhanden.

Gerüchte zur Veröffentlichung von "Anti":
Neben der Veröffentlichung der Single, sind viele Fans aus einem weiteren Grund aufgeregt: angeblich soll Rihanna quasi als Überraschung ihr nunmehr 8. Werk diesen Freitag (!) veröffentlichen. Nachdem sie am Montag ein Bild postete und lauthals verkündete, dass sie sich gerade die LP anhört und nun die Single am Mittwoch veröffentlicht - da wäre es doch die perfekte RiRi-Woche wenn am Freitag das ganze Album anhören könnte. Wunschdenken. Ganz klar :D

+++ UPDATE +++ Update +++ Update +++ Update +++


In der Nacht vom 27.01.2016 bis 28.01.2016 passierte das Unglaubliche: "Anti" leakte auf Tidal und wurde anschließend vollständig veröffentlicht: für eine Woche wird die LP exklusiv auf Tidal erhältlich sein, dabei kann man als Nutzer das Album streamen oder auch downloaden. Als kleinen Bonus von Samsung (dem Sponsor des Albums als auch der "Anti"-Tour) gibt es das Album sogar für kurze Zeit zum KOSTENLOSEN Download - dafür muss man weder TIDAL-Kunde sein, noch muss man sich für den Service anmelden und ein Probeabo abschließen. Einfach E-Mail-Adresse eingeben und schon erhält man Zugang zum ganzen Alben - übrigens OHNE "FourFiveSeconds", "American Oxygen" oder "B**** Better Have My Money", diese werden wohl auf dem Album nicht zu finden sein. Entweder sie waren Rihanna zu kommerziell oder ihr passte wirklich der Erfolg der Singles nicht, was total unverständlich wäre, "FFS" und "BBHMM" waren Top10 bzw. Top20-Hits und "American Oxygen" verpasste wohl nur deshalb den großen Einstieg, weil er lange Zeit nur auf Tidal vertreten war. EGAL, wir haben ein neues Rihanna-Album und ich bin glücklich (:


Tracklist:

01. Consideration
02. James Joint
03. Kiss It Better
04. Work
05. Desperado
06. Woo
07. Needed Me
08. Yeah, I Said It
09. Same Ol Mistakes
10. Never Ending
11. Love on the Brain
12. Higher
13. Close to You

Deluxe Edition Bonus Tracks (veröffentlicht auf iTunes ab dem 29.01. und der physischen Version am 05.02.):

14. Good Night Gotham
15. Pose
16. Sex with Me




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Unser Lied für Stockholm - Der Kandidatencheck: Alex Diehl - "Nur ein Lied"


Willkommen zum ersten Kandidatencheck!
Hier erfahrt ihr alles über die Teilnehmer von "Unser Lied für Stockholm", meine Gedanken zur Inszenierung und mögliche Chancen beim deutschen Vorentscheid 2016. Natürlich sind noch nicht alle Songs veröffentlicht, weshalb ich nicht weiß wie regelmäßig ich den Kandidatencheck hochladen kann, aber eins ist sicher: bis zum 25. Februar werden alle Kandidaten einen Check hinter sich gebracht haben, vesprochen!

Alex Diehl tritt mit "Nur ein Lied" an
Die Geschichte des "Mannes aus dem Volk":
Der erste Check dreht sich rund um Alex Diehl, dem 2015 eine Sensation gelang: nach den fürchterlichen Anschlägen in Paris veröffentlichte er auf Facebook und YouTube sein Friedenslied "Nur ein Lied" - dieses wurde innerhalb von kurzer Zeit millionenfach geklickt und Alex kam dadurch zu großer Aufmerksamkeit. Radiosender, TV-Programme und Eventveranstalter spielten den Song, luden Alex zu Auftritten ein, Bayern 3 veranstaltete sogar eine Aufnahme mit einem Orchester. Daraufhin stieg das Lied auf Platz 33 der Singlescharts ein und konnte sich dort zwei Wochen halten.


Alex Diehl rückte relativ schnell damit heraus, dass er mit dem Song gerne beim ESC-Vorentscheid bzw. beim Eurovision Song Contest auftreten würde. Nach dem Naidoo-Drama veröffentlichte die eurovision.de-Seite einen Artikel und ließ dabei die Leser abstimmen, ob sie das ebenfalls befürworten würden - knapp 70 % stimmten mit "Ja", weshalb es keine große Überraschung war, dass er unter den Teilnehmern vertreten ist. Und auch sonst scheint alles so bekannt: ein Friedenslied, nur mit Gitarre begleitet und ein Mann aus dem Volk - ersetzt man letzteres durch Frau, hat man ziemlich schnell "Ein bisschen Frieden" von Nicole im Kopf.

Wer übrigens denkt, dass Alex Diehl ein Newcomer ist, hat weit gefehlt: sein Debütalbum "Ein Leben lang" erschien über einen Verlagsdeal mit der BMG, darauf folgte eine deutschlandweite Club-Tour und eine Live-EP, die auch immer noch erhältlich sind. Übrigens ist das Album wirklich hörenswert, Alex greift hier in die große Produktionskiste, behält dabei aber seinen akustischen Sound - wunderbar! Mit dem Video zu "Nur ein Lied" ergatterte er dann einen richtigen Plattenvertrag bei der Universal und arbeitet kräftig an seinem 2. Studioalbum, wie ein genauerer Blick auf seine Facebook-Seite verrät.


Gedanken zur Inszenierung:
Warmes Licht, Alex mit Gitarre auf einem Stuhl sitzend, der Rest der Bühne schwarz. Alex beginnt, während des gesamten Auftritts flackern, erst ganz wenig, dann immer mehr Bilder von Flüchtlingen, den schrecklichen Terroranschlägen aus der ganzen Welt auf. Beim Refrain dann schönere Ereignisse: Helfer, die Flüchtlingen helfen; Lehrer, die mit diesen arbeiten. Menschen, die zusammen trauern, sich Mut schenken und füreinander da sind. John Lennon (passend zum Songtext) wird kurz gezeigt. Hin und wieder werden einige Textzeilen auf Englisch, Arabisch, Französisch, Türkisch, Rumänisch, Russisch und Schwedisch gezeigt.
Wer jetzt nicht schon "hach" geseufzt hat, dem kann ich auch nicht mehr helfen. Der Song bietet gerade an, ihn sehr simpel und dennoch aussagekräftig zu inszenieren und ist perfekt um deutsche Liederkunst angemessen zu würdigen. Dabei halte ich das Übersetzen einiger Textzeilen für notwendig, um wirklich ganz Europa fesseln zu können. Alternativ darf Alex Diehl auch gerne den letzten Refrain auf Englisch performen - wenn er das denn will. All das und man hat eine perfekte, ernste und trotzdem aussagekräftige Performance.
Schlimmstenfalls lässt man ihn auf die Bühne mit seiner Gitarre und lässt irgendeinen nichtssagenden Hintergrund laufen (wie bei so gut jedem Act bei den "Unser Song für..."-Shows. Oder erinnert ihr euch noch an den Hintergrund bei Fahrenhaidt, Madeline Juno oder MarieMarie... nein, ich mich auch nicht ;-)).

HIER geht's zur neuen Version des Songs

Edit: eurovision.de veröffentlichte am 28.01.2016 die ersten fünf Songs auf ihrer Seite und zwar in der endgültigen dreiminütigen Fassung, mit der sie dann beim Vorentscheid als auch beim ESC antreten werden. Bei Alex Diehl kam es da zu einigen Änderungen. Die Zeile, in der John Lennons Song "Imagine" angespielt wird mit dem Satz "The world will live as one" findet nun in einer anderen Tonart statt, außerdem singt Alex die letzten zwei Refrains auf Englisch und Französisch - damit hat man tatsächlich einen Vorschlag von mir aufgegriffen (den bestimmt viele hatten), um den Song einfach international kompatibel zu machen. Mir gefällt's, allerdings sollte Alex sein Englisch als auch sein Französisch etwas trainieren, das klingt noch etwas wackelig :D

Alex Diehl & seine Chancen
Ganz ehrlich: ich bin ein Fan von Alex Diehl. Auch wenn thematische Ähnlichkeit zu Nicole besteht. Ganz ehrlich: das ist so lange her, das zählt schon nicht mehr. Außerdem wirkt Alex natürlich ganz anders und erinnert weniger an Schlager als das noch bei unserer ersten Gewinnerin der Fall ist. "Nur ein Lied" ist tiefgründig, nachdenklich, geht ins Ohr und ist so emotional, dass man (auch wenn man die Sprache nicht versteht) sofort betroffen ist. Dabei muss die Inszenierung einfach stimmen, sodass man wirklich JEDEN Europäer ansprechen kann. Seine Chancen auf einen Sieg von "Unser Lied für Stockholm" halte ich deshalb für ziemlich groß. Die Deutschen lieben doch einen Underdog, einen Mann aus dem Volk, der dann auch noch ein politisch-relevantes Statement setzt und keinen belanglosen Pop bietet - großes Kino und deshalb auch großer Favorit beim deutschen Vorentscheid.


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Hier kommt ihr zu den Beiträgen zum deutschen Vorentscheid 2016:





& hier geht's zu meinen regulären Beiträgen:


Unser Lied für Stockholm: Der Kandidatencheck - Erklärung

Hallo zur Ankündigung des Kandidatenchecks!
In den Wochen vor dem Vorentscheid, stelle ich euch die Kandidaten des deutschen Vorentscheids 2016, "Unser Lied für Stockholm", vor, der am 25. Februar 2016 um 20:15 in Köln stattfinden wird. Denn ja, es sind noch ca. 10 Tage bis wir wissen, wer Deutschland bei 61. Eurovision Song Contest vertritt - wunderbar! Alle offiziellen Informationen gibt es HIER, dort erhaltet ihr einen Überblick über all die Dinge, die man so wissen muss (:

Die Kandidaten sind diese hier:


Ich möchte euch einfach jeden einzelnen dieser Sänger bzw. Bands vorstellen, damit ihr wisst, woher sie kommen und was für eine Geschichte sie haben. Außerdem teile ich euch meine Vorstellungen, was die Inszenierung angeht, mit und versuche aufgrunddessen Chancen auf den Sieg von "Unser Lied für Stockholm" auszurechnen als auch einen Blick auf das ESC-Finale im Mai zu werfen. Ich muss sagen, dass ich persönlich sehr viel auf die Film- und Kunsthochschulstudenten setze. Ich hoffe, dass man sich von den vorherigen Vorentscheidsinszenierungen verabschiedet, die nur gut waren, wenn der Act selber wusste, wie er sich platzieren muss (z. B. bei LAING sehr gut gesehen).
Deshalb gehe ich bei den Gedanken um die Inszenierung vom besten Fall aus, schreibe aber auch, wie es schlimmstenfalls kommen könnte :D


 Bisher bekannt sind die Songs von Alex Diehl, AVANTASIA, Gregorian, Keoma, Ella Endlich, Woods of Birnam, JOCO, Luxuslärm und Jamie-Lee. Im Klartext: mittlerweile sind neun von zehn Songs bekannt - und zwar in voller Länge. Diese kann man sich auf eurovision.de anhören oder auf YouTube suchen. Einzig der Song von Laura Pinski ist noch nicht veröffentlicht - dies wird auch bis zum 19. Februar so bleiben. Herr Siegel (Verfasser des Stücks) möchte nämlich die große Überraschung wahren... ob das so schlau ist... nun gut, immerhin wissen wir, dass es eine Ballade wird und der Songtitel "Under the Sun We Are One" lässt ja auch schon eine Richtung vermuten... so ist es nunmal :D

Wer jetzt noch gar nicht weiß, was hier abgeht und von welchem Vorentscheid ich hier spreche, sollte den untenstehenden Link anklicken:


Für alle Hardcore-ESC-Fans, die die ersten Songs des Euovision Song Contests schon kennen, habe ich hier mein aktuelles Ranking der Songs:

1. Österreich
2. Denmark
3. Irland
4. Spanien
5. Schweiz
6. Italien
7. Weißrussland
8. Belgien
9. Albanien
10. Malta
11. Georgien

Unsere lieben Nachbarn aus Österreich haben eine super Wahl getroffen und werden Zoe mit "Loin d'ici" nach Stockholm schicken - für mich ist der Track einfach mega gut und schon jetzt mein Liebling. Dänemark setzt auf altbewährtes und schickt die Boyband Lighthouse X. Ich finde den Song mega gut. Allerdings frage ich mich, wie der Refrain wohl beim ESC klingen wird - dort ist nämlich kein Playback erlaubt (beim dänischen Vorentscheid dagegen schon). Irland und Spanien finde ich gut, allerdings zweifle ich an der Live-Qualität. Die liebe Schweiz schickt eine Kanadierin und hofft damit bei Céline Dion anknüpfen zu können. Der Song ist super, aber die Inszenierung ist total schlecht - bitte unbedingt ändern, wen ihr das so schickt, dann könnt ihr den Top10-Platz bei mir nicht halten! Italien ist ein Grower, also ein Song der von Mal zu Mal besser wird, allerdings knüpft er nicht an dem hohen Standard vom letzten Jahr an (auch wenn ich Italien 2016 besser leiden kann als Italien 2015 - klassische Boybands sind nicht so meins :D)

Weißrussland ist speziell und braucht noch eine Überarbeitung, trotzdem gefällt es mir irgendwie. Belgien ist nett, allerdings für mich ein schlechter Abklatsch von Fleur Easts "Sax" und Albanien ist für mich zu dramatisch - ändert sich vielleicht, da die Sängerin schon ankündigte, ihren Song auf Englisch singen zu wollen (oder ihn vielleicht sogar zu wechseln? Letztes Jahr lief es ja genauso ab). Unversätndlich ist für mich die Hysterie, die wohl bei manchen ESC-Fans im Moment wegen Malta entsteht: hier redet man schon davon, dass wohl das Land unbedingt gewinnen möchte und eine MEGA GUTE WAHL getroffen hat... sehe ich irgendwie anders. Der Song von Malta ist ganz nett, allerdings ist er live total schwach und die Stimme der Sängerin sehr dünn... in meiner Top10 wird dieser Song wohl nicht auftauchen. Die Euphorie rührt wohl daher, dass die Sängerin bereits beim ESC 2002 teilnahm und den 2. Platz belegte - & die ESC-Gemeinde schätzt Wiederholungstäter :D Und Georgien ist für mich einfach nur schlecht. Ich mag so eine Art Musik grundsätzlich relativ gern, aber ich finde, der Song zieht sich total - also leider nix!


Am 25. Januar 2016 wurde außerdem das Motto bzw. der Slogan als auch das Symbol für den Contest 2016 bekannt gegeben - "Come together" soll natürlich repräsentieren, dass im Mai ganz Europa zusammenkommt und ihre Songs präsentieren. Man kann nicht so richtig was gegen das Motto haben, weil es ja auch einfach stimmt. Es ist nicht sonderlich kreativ, dafür aber simpel und universell, weshalb es mir gefällt.
Die Pusteblume als Symbol finde ich dann optisch sehr schön, ich kann mir wirklich gut vorstellen, dass das animiert bestimmt super aussieht - aber ist nicht der Sinn einer Pusteblume, dass man an ihr pustet und alle Stücke nicht zusammenkommen, sondern sich entfernen? Ich find's verwirrend, aber gut, hauptsache, man kann es gut visualisieren :D


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Rachel Platten - "Wildfire"                               Silbermond - "Leichtes Gepäck"

Album-Rezension: Rachel Platten - "Wildfire"

Diese Künstlerin erinnert mich von der Erfolgsgeschichte etwas an Meghan Trainor, allerdings ist sie musikalisch Welten von dieser entfernt: Rachel Platten ging im letzten Jahr durch die amerikanische Decke, denn ihr Hit "Fight Song" konnte sich bis auf Platz 6 der Billboard Charts hoch kämpfen und katapultierte Rachel zu DEN Newcomern 2015. Obwohl diese schon zwei Alben vorher veröffentlichte (allerdings ohne großes Label), konnte sich der Erfolg bis "Fight Song" nicht wirklich einstellen. Und plötzlich ging es ganz schnell: Top10-Single, Top20-EP und Promotion-Tours zum Abwinken. Daraufhin musste einfach ein Album folgen, welches wir nun mit "Wildfire" erhalten haben. Das Album wurde am 01. Januar 2016 digital veröffentlicht, ab diesem Freitag gibt es die Platte dann auch physisch zu kaufen. In Deutschland schaffte es ihre Single übrigens nur auf Platz 76, weshalb ich das Gefühl habe, sie richtig vorstellen zu müssen (:

Das Album beginnt mit der 2. US-Single "Stand by You" und ist einer meiner Lieblinge: dieser ist mindestens genauso hoffnungsvoll wie "Fight Song", allerdings irgendwie romantischer und verspielter. Der Song überzeugt durch seine süßen Lyrics und die sehr schöne Melodie. Selbes gilt für den Song "Beating Me Up" - dieser muss aufgrund seiner Ohrwurmqualität und den tollen Beats einfach als 3. Single ausgekoppelt werden. Ebenfalls Singlematerial: "Lone Ranger", die B-Seite der 1. Hitsingle, könnte genausogut eine richtige Single sein. Durch den leichten Sprechgesang unterscheidet er sich etwas vom Album-Sound, überzeugt dadurch aber umso mehr und geht einfach perfekt rein. Der Refrain kommt einem nach dem ersten Hören sogar so vor, als würde man ihn schon Jahre lang kennen.



Ein Track der mindestens genauso viel Spaß macht, ist "Hey Hey Hallelujah", das einzige Duett auf dem Album. Rachel lässt die mutigen und hoffnungsvollen Sounds hinter sich und hat einfach mal Spaß - und wir dürfen als Zuschauer mitmachen. Der Gastrapper Andy Grammer erfüllt dabei seine Rolle äußerst professionell und bringt seinen Part auf den Punkt. Einen ganz anderen Sound hat dagegen "Speechless". Dieser ist ein toller Midtempo-Track, der im Refrain besonders stark daherkommt und einfach runtergeht. Ich liebe es.

Ebenfalls gute Nummern, die vielleicht keine Single werden, aber auf dem Album total überzeugen sind "You Don't Know My Heart", "Angels in Chelsea" und "Austronauts". Sie alle geben den Sound der LP wieder und zeigen eine andere Seite der Sängerin. Besonders ersterer hat einen sehr eingängigen Refrain. Ein Song der TOTAL heraussticht ist "Congratulations". Dieser hat einen urbanen Sound, der eigentlich nur aus Beats und Schnippsern besteht und trotzdem überzeugt. Die Lyrics sind sehr emotional und der Sound einfach einzigartig. Damit zeigt Rachel, dass sie keine 0815-Interpretin ist. Einziger Track der da nicht mithalten kann ist "Superman". Dieser ist ganz süß, aber einfach nicht auf dem Level der anderen Tracks - was dem wirklich sehr hohen Niveau der restlichen Tracks geschuldet ist.

Ihr seht: "Wildfire" ist total gut und ein MEGA Debüt einer US-Sängerin, die wahrscheinlich bald die ganze Welt erobern wird. Nicht nur ihre Singles sind hörenswert, sondern auch das Album sollte man mal angehört haben. Auch hier scheint mir wieder eine Parallele zu Meghan Trainor. Rachel überzeugt durch ihren Singer-Songwriter-Sound und macht dabei eins richtig: sie hält bei vielen Songs an den Klängen von "Fight Song" fest, arbeitet allerdings andere Facetten heraus und traut sich an manchen Albumtracks wirklich Neues auszuprobieren - das gefällt und zeigt, was für ein Potential in diesen steckt. Wer Rachel Platten also noch nicht kennt, der sollte definitiv mal reinhören und eine neuen Künstlerin eine Chance geben - ihr werdet es nicht bereuen, versprochen!


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Silbermond - "Leichtes Gepäck"                      LISTENawards 2015