Album-Rezension: Fleur East - "Love, Sax and Flashbacks"

Diese Künstlerin verfolge ich schon seit dem Jahr 2014. Da nahm Fleur East nämlich an X Factor, dem britischen Original, teil und erzielte einen phänomenalen zweiten Platz. Genau, sie gewann die Sendung nicht und ist jetzt trotzdem so erfolgreich wie eh und je, sogar etwas mehr als der eigentliche Gewinner Ben Haenow, den ich euch HIER vorgestellt habe. Fleur überzeugte die Juroren und das britische Publikum mit Songs wie "Girl on Fire" von Alicia Keys oder ihre Ausnahmeperformance von "Uptown Funk", durch die die Nummer erst so richtig durchstartete auf der kleinen, verschlafenen Insel (: Ihre erste eigene Single "Sax" veröffentlichte sie Ende letzten Jahres in UK und wurde dort zu einer der erfolgreichsten Titel des Jahres! Und jetzt ist die "saxy ;)" Fleur auch im restlichen Europa angekommen und chartet mit "Sax" in allen Playlists Europas. Doch wie ist der dazugehörige "Love, Sax and Flashbacks"? Überzeugt Fleur auch auf Albumlänge oder ist sie ein One Hit Wonder?

Das Album startet in bekannten Gefielden, denn "Sax" eröffnet auch die LP. Für mich ist die Nummer einfach purer Spaß, der sofort zum Tanzen einläd und total lang hängen bleibt. Seit November 2015 bekannt und trotzdem höre ich mich nicht satt.... das ist ein gutes Zeichen! Gleichzeitig erinnert der Song NATÜRLICH an den Sound von "Uptown Funk", dieser befindet sich ebenfalls auf dem Album, sozusagen als kleines Goodie für alle X Factor-Fans. Ebenfalls in diese Kategorie zählen Nummern wie "Gold Watch", eine sehr eingängige und typisch Fleur-hafte Nummer oder "More and More", bei der sich Fleur anscheinend von Whitney Houston oder Mariah Carey inspirieren hat lassen, schließlich treffen hier Funk, Pop und ihr einzigartiger Style aufeinander und heraus kommt ein Song, der perfekt in den Sommer 2016 passen würde.


Doch neben all den Uptbeat-Fun-Nummern, zeigt Fleur auch eine andere Seite, auch wenn diese ebenfalls sehr luftiglocker daherkommt: "Breakfast" ist eine etwas langsamere Nummer, die sich total auf ihre Stimme konzentriert und bei der Fleurs Sprechgesang richtig gut hervorkommt. Wer es versteht findet den Vibe total gut, für andere ist er vielleicht nicht ganz so stark wie "Sax" oder "Gold Watch". Ich mag den Track total und bin ein kleines wenig verliebt :D auf der selben Schiene fährt "Love Me or Leave Me", bei der Fleur mit ihrem Rap überrascht und der mir aus den selben Gründen gefällt, wie schon "Breakfast". Und wer auf Rappen steht, dem wird "Baby Don't Dance" gefallen. Hier treffen moderne Beats, Diplo-Sounds und Rap aufeinander und explodieren zu einem MEGA-Feuerwerk. Toll, wie Fleur es schafft, verschiedene Seiten des selben Genre immer wieder neu zu präsenteiren - das schaffen wenige.

Kommen wir aber zu meinen absoluten Lieblingstracks: "Paris", "Kitchen" und "Over Getting Over" sind meine absoluten Höhepunkte der Platte, besonders letzterer sticht total hervor und klingt so ganz anders, als alles bisher gehörte. Selbes gilt für "Paris" und "Kitchen". Hier weicht der "Sax"-Sound etwas und Fleur zeigt, was sie noch alles kann. Und genau das braucht ein Album... zwar präsentiert Fleur ja immer guten Sound, er ähnelt aber eben oft "Sax" und "Uptown Funk". Mit diesen drei Nummern beweist sie dann aber, dass sie nicht nur ein Genre bedienen kann - super!
Ebenfalls zu meinen Favoriten gehören "Tears Will Dry", "Like That" und "Know Your Name". Alle Songs befinden sich auf der hinteren Hälfte des Albums und bieten zwar nichts Neues, dafür überzeugen mich die Texte, die Geschichte hinter den Songs oder einfach nur der starke Refrain in "Like That". Ich mag Fleur einfach, weshalb mir die Songs gefallen. Für andere werden sie vielleicht zu Mainstream sein, ich finde sie toll.

Die einzigen Songs, die bei mir nicht so gut ankommen sind "Never Say When" und "Serious". Hier fehlt mit das gewisse Etwas, was die anderen Songs definitiv mitbringen. Das tut mir leid, aber ich konnte mich an sie einfach so gar nicht erinnern, nachdem ich mir die LP ganz angehört hatte.

Insgesamt gefällt mir das Album echt gut. Fleur versprüht Freude, gibt einem ein gutes Gefühl und es macht einfach Spaß ihr zuzuhören. Man merkt, dass sie ganz genau wusste, welchen Sound sie für die Platte haben wollte und den bekommt man: Pop meets Funk, Sax und ganz viel Dance! Das mag für den ein oder anderen langweilig und ermüdend sein, schließlich kriegt man das ja auch "nur" mit der Single geboten, für Menschen wie mich, die auf solche Sounds stehen, ist die LP ein wahrgewordener Traum. Die meisten Songs gehen rein, haben Ohrwurmqualität und bleiben hängen - mehr will man doch von Uptempo-Songs gar nicht, oder? Wer also ein gutes Vorprogramm für ein wildes Party-Wochenende haben will, der ist bei "Love, Sax and Flashbacks" genau richtig. Für alle anderen heißt es: "Sax" hören, für gut befinden und weiterlaufen ;-)


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Medina - "We Survive"                                      Elle King - "Love Stuff"

Single-Rezension: Grace Capristo - "One Woman Army" #1womanarmy

Mandy Capristo feiert seit sie 16 ist einen Erfolg nach dem anderen: mit Monrose erreichte sie Hit-Singles wie "Shame", "Hot Summer", "What You Don't Know" oder "Like a Lady", im Jahr 2011 dann der Anfang ihrer Solo-Karriere mit dem Top10-Album "Grace" und den Singles "The Way I Like It" und "Closer". Mandy sorgt also schon immer für große Überraschungen und eine Stimme, wie keine andere auf dem deutschen Musikmarkt. Nach einer erfolgreichen Tour, sowohl als Solo-Act als auch mit Peter Maffay und Tabaluga, folgte lange Zeit... nichts. Mandy ließ ihre Fans lange warten und teaste nur immer wieder aus dem Studio. Fast vier Jahre lang Stille können sich eigentlich nicht einmal große Weltstars leisten, geschweigedenn eine deutsche Künstlerin im Pop-Bereich.


Doch dann das schon lang nicht mehr Geglaubte: Mandy veröffentlicht am 21.03.2016, ihrem 26. Geburtstag, eine neue Single... doch nicht als Mandy Capristo, wie in der Zeit von "Grace", sondern als Grace Capristo und dem außergewöhnlichen Song "One Woman Army". Mandy erklärte in Interviews, sie wolle endlich für sich selber einstehen, eigene Verantwortung übernehmen und neben ihrer Künstler-Rolle, auch als Unternehmerin tätig werden. Dazu gehört, dass Mandy alle Songs selber schreibt und über alle kreativen Ideen selber entscheidet. So hat sie nicht nur "One Woman Army" geschrieben, sondern wurde auch als Regisseurin für das Video tätig. Doch wie ist die neue Grace und wie gut ist "One Woman Army" wirklich?

01. Der Song
"One Woman Army" erinnert an Musik von Lorde, der frühen Madonna und besonders an die Tracks vom fünften Album der Queen herself, Beyoncé. Grace mischt RnB-Sounds mit harten Beats, eingängigen Lyrics und wohlwollenden Pop-Klängen. Dabei besticht sie durch ihre sehr markante, einzigartige und atemberaubende Stimme und hat so einen hohen Wiedererkennungswert. Die Strophen sind dabei eher ruhig gehalten, man hat das Gefühl, Mandy möchte, dass man genau hinhört und jede Zeile auch wirklich versteht. Im Refrain geht's dann etwas mehr ab, Mandy führt dort hin und trägt diesen Teil lediglich mit ihrer Stimme, bevor es produktionstechnisch interessanter wird.


Inhaltlich geht es dabei um die Emanzipation von ehemaliger Bevormundung und vorgeschriebenen Regeln und Gesetzen. Dabei spricht sie auch negative Erfahrungen in ihrem Leben an und wie sie damit umgegangen ist. Sie ruft auf, niemals aufzugeben und niemals nach unten zu sehen. Im Refrain besingt sie dann, dass niemand ihr Herz, ihre Seele und ihre Liebe (wahrscheinlich für die Musik) wegnehmen kann und sie so stark wie eine ganze Armee sein kann. Der Inhalt ist wirklich erfrischend und sehr gut getextet. Schon auf "Grace" empfand ich den Titeltrack, den Mandy als einziges auf dem Album selber geschrieben hat, am besten, weshalb ich mich jetzt umso mehr auf Songs freue, die aus ihrer Feder stammen. Doch wie hat sie es geschafft, den Song in ein Video zu wandeln?

02. Das Video
Das dazugehörige Video fängt ganz schlicht an. Man sieht Mandy wie sie sich in ihrem Schlafzimmer anzieht, zwischendurch flackern Bilder auf, in denen Mandy in einem schwarzen Gewand zu sehen ist. Anschließend geht Mandy in eine Kirche, betet und läuft anschließend los. Sie tritt in ein Büro, erhält einen Vertrag, den sie dann lediglich verbrennt. Dabei sieht man, wie Mandy im Hochzeitskleid an den Altar schreitet und am Ende des Videos eine weiße Taube in die Luft steigen lässt.


Das Video ist sehr symbolisch: Mandy in schwarz repräsentiert wohl ihr altes Ich, mit all den Lastern, Verpflichtungen und Kompromissen. Das weiße Kleid ist dann wohl der Neubeginn, nachdem sie ihren Plattenvertrag (was sonst sollte sie dort verbrennen?) verbrennt... passend dazu mit neuem Namen (Grace Capristo) und neuer Stilrichtung. Lustig dabei, dass die Plattenfirma in Form einer italienischen Maffia dargestellt wird... aber gut, Mandy macht schließlich alles selber, von Plattenfirmen keine Sicht. Sie veröffentlicht Video und Song per Spinnup, eine Plattform, bei dem Künstler ohne Plattenvertrag, ihre Musik auf iTunes, Google Play, Amazon und Spotify veröffentlichen können.
Mandy will's wissen und riskiert alles... und ist dabei so gut wie NIE!

Ihr seht schon: Mandy... entschuldigung, Grace hat in meinen Augen alles richtig gemacht: neues Image, neuer Stil und neue internationale Standards. Wenn das nicht den nötigen Erfolg bringt, dann weiß ich auch nicht. Jeder der die Single noch nicht gehört hat, sollte definitiv mal reinhören und sich das Video gönnen - glaubt mir, ihr werdet euch (erneut) verlieben <3

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Medina - "We Survive"                                      Elle King - "Love Stuff"

Single-#Update im März 2016:

Herzlich Willkommen zum neuen Single-#Update!
Es ist schon fast wieder ein Monat vergangen und natürlich gibt es auch neue bzw. alt bekannte Songs, die ich mir zur Zeit besonders gerne anhöre (: Viel Spaß bei meinem neuen Blog-Eintrag!

01. Jamie-Lee Kriewitz - "Ghost"
Diesen Track kennt ihr bereits seit dem Januar-Single-#Update. Jamie-Lee gewann nicht nur The Voice of Germany 2015, sie vertritt uns jetzt auch beim Eurovision Song Contest in Stockholm! Und ich bin wirklich ein großer Fan. Habe mir die Single sogar als CD gekauft, auf dieser befindet sich eine Gänsehaut-Akustik-Version des Songs. Ich glaube, dass wir mit Jamie-Lee wirklich eine tolle Repräsentatin haben, obwohl ich mir nicht ganz sicher bin, wie ihre Chancen stehen. Ich glaube von Top10 bis Platz 18 ist alles drin - aber hey, was soll's, hauptsache sie hat Spaß!


02. Fifth Harmony feat. Ty Dolla $ign - "Work from Home"
Diese Band ist einfach Zucker! Fifth Harmony landeten mit "Worth It" einen internationalen Hit im letzten Jahr und begeisterten die Welt. Nun folgt im Mai ihr nächstes Studioalbum "7/27", aus welchem sie vor einigen Wochen die Single "Work from Home" auskoppelten - & ich LIEBE es!!! HipHop, RnB und etwas Trap - Fifth Harmony schwimmen auf der Welle der Aktualität und setzen gleichzeitig Trends. So soll's sein!

03. Kelly Clarkson - "Piece by Piece - Idol Version"
Kelly Clarkson konnte mich mit ihrem Album "Piece by Piece" Ende letzten Jahres begeistern und veröffentlichte schon Anfang des Jahres meinen Lieblingstrack, "Piece by Piece", als Single. Jetzt aber eine Neuauflage! Kelly performte den Song bei der amerikanischen Version von DSDS in einer reduzierten Piano-Version und was soll ich sagen: Gänsehaut ist vorprogrammiert. Wer jetzt kein Fan wird, ist selber Schuld!

04. Meghan Trainor - "NO"


Wie ihr wisst, war ihr Debüt-Album "Title" in der Special Version ein Weihnachtsgeschenk-Tipp von mir im letzten Jahr. Jetzt haut Meghan, nachdem sie einen Grammy als "Best Newcomer" eingeheimst hat, gleich ihr nächstes Werk "Thank You" im Mai raus, sozusagen als Dankeschön für ihre Fans. Die erste Single heißt "NO" und ist total erwachsen, sehr HipHop-lastig und total eigen! Die einen mögen es, die anderen nicht. Für den amerikanischen Markt ist die Single wie gemacht, Deutsche dürften da etwas skeptischer sein. ICH BIN BEGEISTERT!!!

05. Alan Walker - "Faded"
Dieser Track ist nun wirklich DER erste richtige Hit des Jahres! "Faded" kommt mit seinem gefühlvollen Gesang und den modernen Beats genau zum richtigen Zeitpunkt und schwimmt auf der Erfolgswelle aller Dance-Club-Chill-Hits mit, die schon 2015 die Charts dominierten. Für mich richtig cool für zwischendurch, auch wenn es nicht mein Lieblingstrack ist.

06. Luxuslärm feat. Max Mutzke - "Bis es weh tut"
Luxuslärm sind für mich eine Band, die ich persönlich nur durch ihre Singles kenne. Und jetzt habe ich sie durch den deutschen Vorentscheid 2016 so richtig entdeckt und war gespannt auf das Album. Nachdem mir "Solange Liebe in mir wohnt" wirklich gut gefallen hat, folgte nun die zweite Single "Bis es weh tut" zusammen mit Max Mutzke und ich bin total begeistert! Der Track geht unter die Haut und besticht durch den schönen Text. Die dazugehörige Albumrezension folgt in Kürze (:



07. Ella Endlich - "Ein goldener Käfig"
Über diese Künstlerin habe ich auch schon ausführlich berichtet: Ella Endlich begeisterte mich zunächst mit ihrem Song "Adrenalin" und dann mit dem Album "Träume auf Asphalt". Die LP höre ich mir seit Veröffentlichung täglich an und somit ist es (neben "ANTI" von Rihanna) der erste Anwärter für die LISTENawards 2016 - und das spricht schon für das Album. Der Song auf der Playlist (die ich nächste Woche posten werde) ist "Ein goldener Käfig" und zählt zu meinen Lieblingen <3

08. Jamie Lawson - "Wasn't Expecting That"
Den Song habe ich durch Fernsehwerbung entdeckt und bin seitdem verliebt. Jamie Lawson ist Künstler unter Ed Sheerans neuem Label und veröffentlichte sein Album in diesem Jahr. Die 1. Single "Wasn't Expecting That" ist nicht nur bei uns im TV vertreten, sondern geht seinen Weg auch international. Ich finde sowohl die Single als auch das Album ganz wunderbar für gemütliche Stunden für sich.

09. Ace Wilder - "Don't Worry"
Dieses Jahr war ich wirklich stark im ESC-Fieber. Neben dem deutschen Vorentscheid, habe ich mir auch den österreichischen, den englischen, den spanischen und den schwedischen Vorentscheid angeschaut. Und besonders letzterer war voll von potenziellen Hits! Z. B. den Song "Don't Worry" von Ace Wilder. Viel Spaß, total eingängig und very international.... die Schweden wissen einfach wie's geht ;-)

10. Sia - "Cheap Thrills"
Hach, Sia. Die weiß einfach wie es geht. Erst "Alive" und jetzt "Cheap Thrills". Diese beiden Tracks, als auch das dazugehörige Album "This Is Acting" sind einfach grandios, besonders der Single-Mix von "Cheap Thrills" ist einfach MEGA. Just slay, Sia!

11. Elly V - "I'll Be Around (Bounce)"
Auch diese Künstlerin sollte den ESC-Fans bekannt sein, zumindest wenn sie den österreichischen Vorentscheid verfolgt haben. Dort wurde Elly V nämlich zweite, hinter Zoe und ihrem Song "Loin d'ici". Ich finde den Song MEGA gut und kann es gar nicht fassen, wie hochwertig er ist. Ein bisschen Lorde hier, ein wenig Rihanna dort und eine mega Stimme! Unbedingt anhören!

12. Ariana Grande - "Dangerous Woman"



Diese Künstlerin veröffentlichte im letzten Jahr ihre neue Single "Focus" und war damit gar nicht so unerfolgreich. Trotzdem war sie damit nicht zufrieden und wollte mehr. Sie nahm sich noch mehr Zeit und kündigte jetzt ihr neues Album "Dangerous Woman" für Mai an. Vorher gibt's aber die gleichnamige Single und was soll ich sagen? Ariana ist gereift und präsentiert weniger Mainstream, dafür viel mehr Individualität und Sould. Für mich ein Geheimtipp für alle RnB-Liebhaber <3

13. The Black Eyed Peas - "Where Is The Love?"
Diesen Song höre ich mir nicht an, weil er gerade neu erschienen ist. Im Gegenteil. Normalerweise versuche ich ja, Politik hier nicht zu thematisieren, aber bei solch schweren Zeit geht das gar nicht. Zur Zeit ist es nicht nur auf der Welt, sondern besonders in Deutschland, erschreckend, was alles passiert. Pegida, AfD, Flüchtlingsströme und ganz viel Hass. So viel, wie schon lange nicht mehr. Und da frage ich mich immer wieder: Where is the love? Und genau deshalb wollte ich diesen Track in meiner Playlist haben.

14. Grace Capristo - "One Woman Army"
Ich schreibe diesen Eintrag am Montag und plötzlich explodiert mein Facebook-Account. Mandy Capristo veröffentlicht nach vier Jahren Absitenz ENDLICH eine neue Single mit dem Namen "One Woman Army". Allerdings gibt es ab jetzt Veränderungen: Mandy nennt sich nämlich jetzt Grace Capristo und verbrennt im dazugehörigen Video ihren eigenen Plattenvertrag. Sehr stark. Dabei erinnert das Werk stark an internationale Superstars wie Beyoncé oder die frühere Mariah Carey. Man merkt an allem, dass sich Mandy ganz genau überlegt hat, wie sie sich vermarken möchte. MEGA GUT!! Ich hoffe, sie startet jetzt richtig durch und zeigt es dem internationalen Musikmarkt so richtig! #TeamGrace


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Medina - "We Survive"                                      Elle King - "Love Stuff"

Album-Rezension: Medina - "We Survive"


Wie sehr freute ich mich auf dieses Album!
Medina konnte mich mit ihren beiden Alben "Welcome to Medina" und "Forever (2.0)" total überzeugen und zählte zu den wenigen Künstlerinnen, bei denen ich mir sofort jede neue CD zulegte und sie über Wochen ständig anhörte, ohne das die Songs irgendwann langweilig wurden. Es ging sogar so weit, dass ich zu einem Konzert von ihr ging und über ihre Live-Qualitäten sehr positiv überrascht war. Meist haben ja besonders Dance-Acts eher Probleme bei Konzerten, Medina macht das alles sehr souverän und hat es richtig drauf. Dementsprechend freute ich mich also auf die Veröffentlichung ihres 3. englischsprachigen Studioalbums "We Survive", nachdem sie eine vierjährige Pause auf dem internationalen Markt einlegte (in Dänemark dagegen veröffentlichte sie immer wieder mal Songs bzw. EPs).

Doch schon als die erste Single "We Survive" veröffentlicht wurde, hätte mir auffallen müssen, dass es diesmal anders war. Ich hörte den Song, sah das dazugehörige Musikvideo und war eher weniger begeistert. Der Song war gut, typisch Medina halt, aber jetzt kein richtiger Hit wie "You & I", "Lonely" oder "Forever". Irgendwie fehlte mir die Entwicklung, die man zwischen den ersten beiden Alben definitiv hatte (ich empfand "Forever" sogar etwas besser als "Welcome to Medina", obwohl beide das selbe Genre bedienen). Wie dem auch sei, ich gab dem Album trotzdem eine Chance und hörte es mir an... mit mäßigem Erfolg.

Das Album bietet typischen Dance-Sound, den man von Medina gewohnt ist und wie schon gesagt... genau DAS ist das Problem. Alles klingt wie schon einmal gehört, es plätschert so vor sich hin und am Ende hat man ein Album gehört, bei dem man gar nicht mehr weiß, wann ein Lied aufhört und das andere angefangen hat. "Someone New" (der leider gar nicht nach "something new" klingt), "Good Enough" (der leider gar nicht so "good enough" ist) und "Young In Love" (in den ich mich so gar nicht verliebt habe, obwohl ich "young" bin) klingen allesamt mehr oder weniger gleich und reizen mein Musikerohr so gar nicht. Vielleicht liegt es an mir und ich bin anspruchsvoller geworden oder aber Medina hat sich qualitativ einfach in eine falsche Richtung entwickelt. Besonders deutlich wird das im Song "For U". Das ist für mich die größte Enttäuschung überhaupt, es wiederholt sich ständig alles und man wird überhaupt nicht abgeholt. Tiefpunkt einer sehr langen Ankettung von Dance-Tracks.

Medina im Video "We Survive"
Aber werden wir mal wieder etwas positiver: "Runnin Out Of Love", "Jealousy" und "Let Go" sind wieder tolle Songs, bei denen man auch mal etwas Neues hören kann und sieht, dass sich Medina wohl doch ETWAS weiterentwickelt hat. Diese drei Songs kann ich mir wirklich gut als Singles vorstellen, auch wenn sie noch lange nicht so gut wie ihre Vorgänger sind. Zu diesen guten Songs, schließen sich dann die Highlights des Albums, die sich komischerweise allesamt am Ende des Albums befinden. Mit "By Your Side" kommt Medina im Jahr 2016 an und macht modernen Dance, der vom Stil her an Skrillex, Diplo und Justin Bieber erinnert und für mich den besten Track der Platte darstellt. Auch die Tracks "Grass" und "Karma's a Bitch" ziehen da mit und lassen mich in alten Medina-Erinnerungen schwelgen. Genau DESWEGEN mag ich Medina so. Weil sie es eigentlich immer geschafft hat, Dance-Pop am Zeitgeist zu produzieren.

Hervorheben möchte ich den Song "Walking Mistake". Eingefleischte Medina-Fans erinnern sich bestimmt an "Hotels" aus dem Album "Forever". Dieser galt als Fan-Favorit, weil er so anders klang wie alle anderen Songs auf der LP. Dasselbe könnte jetzt "Walking Mistake" passieren. Der Track besticht mit sehr viel Hall und seiner minimalitischen Produktion, den 80s-Sythesizern und seinem Gänsehaut-Effekt. Zur Mitte ändert er sich dann zum Großraum-Dance-Pop und überzeugt anschließend komplett. Genau DAS habe ich von "We Survive" erwartet, schön, dass ich zwar nicht komplett bestätigt, aber immerhin teilweise befriedigt wurde.

Ich muss sagen, dass ich nach dem ersten Hören echt enttäuscht war. Deshalb dauerte es auch so lange, bis diese Rezension online ging. Ich wollte mir einfach nicht eingestehen, dass ich von Medina enttäuscht worden war. Ich gab dem Album noch einmal eine 2. Chance und hörte es mir noch einmal an. Und siehe da, ich war nicht mehr ganz so enttäuscht, wahrscheinlich weil ich meine Erwartungen runterschraubte. Gut, es ist jetzt auch nach dem zweiten Hören nicht mein aller, aller Lieblingsalbum von Medina, aber es ist okay. Besonders gegen Ende kriegt sie ja nochmal die Kurve und überzeugt mich mit einigen Tracks. Trotzdem muss ich sagen, dass jeder Medina-Fan, der sie seit der ersten Stunde verfolgt, etwas enttäuscht sein dürfte. Da waren die Vorgänger einfach besser. Um Meilen. Deshalb wird es jetzt nicht unbedingt eine "Hör doch mal rein"-Empfehlung, sondern eher ein "Naja, also schraub deine Erwartungen herunter wenn du welche hast und probier's mal"-Ding.... oder lasst euch einfach überraschen :D ob positiv oder negativ, liegt dann an euch :D


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Elle King - "Love Stuff"                                 Ella Endlich - "Träume auf Asphalt"

Album-Rezension: Elle King - "Love Stuff"

Es war ein Experiment: Im Januar stellte ich euch vor die Wahl, welches von insgesamt vier Alben ihr gerne rezensiert haben möchtet. Eigentlich sollte die von der Community gewählte Entscheidung dann im Februar online gehen, doch dieser war so voll mit dem Special zum deutschen ESC-Vorentscheid 2016, dass ich einfach gar nicht dazu gekommen bin. Doch das hat sich in dieser Woche geändert: da saß ich nun auf meinem Sofa und hörte mir "Love Stuff" von Elle King an. Die Sängerin ist in Amerika der Country/Rock-Newcomer des letzten Jahres und überzeugte bei uns mit der Single "Ex's & Oh's", welchen sie beim The Voice of Germany-Finale performte.


Und genau deshalb interessierte mich auch der dazugehörige Longplayer: "Ex's & Oh's" ist wirklich ein richtiger Kracher und ich fragte mich, ob da das Album mithalten kann. Diese Frage muss ich geteilt beantworten - dazu komme ich jedoch später. Konzentrieren wir uns lieber auf die Songs auf "Love Stuff", die "Ex's & Oh's" das Wasser reichen können. Dazu gehören die rockigen Nummern "Where the Devil Don't Go", "America's Sweetheart" und "I Told You I Was Mean". Letzterer hat sehr soulige Elemente, was mir wirklich sehr gut gefällt. Das sind alles Songs, die man sich gut als Singles vorstellen kann ("America's Sweetheart" wurde in den USA bereits als dritte Single veröffentlicht).

Doch dann die große Wende: eigentlich rechnete ich mit einem coolen, lässigen und mit Uptempo-Songs beladenen Album, nur um festzustellen, dass "Love Stuff" vornehmlich mit Balladen bestickt ist. Elle King beweist, dass sie auch langsame Nummern durchaus kann, so überzeugen "Kocaine Karolina", "Make You Smile" und der Abschlusstrack "See You Again" durch viel Gefühl, den Einsatz von Folk-Elementen und Kings unverwechselbarer Stimme. Gleichzeitig gefallen mir die langsamen Nummern "Song of Sorrow" und "Ain't Gonna Drown" überhaupt nicht. Hier fehlt einfach was und der Funke will einfach nicht überspringen. Selbes gilt für die eher rockigen Tracks "Under the Influence" und "Jackson". Besonders ersterer ist mir viel zu viel Krach und hat für mich nichts mit guter Rock/Pop-Musik zu tun. "Jackson" ist da nicht ganz so schlimm, überzeugt aber auch nicht wirklich. Ebenso wie der Midtempo-Track "Last Damn Night". Da fehlt einfach was.

Ihr seht also: bei mir bleibt ein gemischter Eindruck. Einerseits gibt es wirklich viele gute Nummern auf der LP, andererseits überzeugen mich auch viele so gar nicht oder sind einfach viel zu belanglos, um bei mir das Gefühl auszulösen, ich müsste mir die LP noch einmal anhören. Ich war drauf und dran mit die CD zu kaufen, als ich eines Nachmittags spontan im CD-Laden stand, habe es dann aber aus verschiedenen Gründen nicht getan. Und ich muss sagen, dass ich diese Entscheidung nicht bereue. Abschließend ist Elle King für mich also wirklich eine Single-Frau: ich werde veröffentlichte Songs anhören, die Alben bleiben für mich voraussichtlich uninteressant. Sorry, darling!


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"Unser Lied für Stockholm"-Special 2016

Anfang des Jahres kursierten wilde Gerüchte um den deutschen Vorentscheid im Netz: nachdem der NDR zunächst Xavier Naidoo direkt nominierte und lediglich über den Song entscheiden lassen wollte, zog der Sender zwei Tage später die Nominierung wieder zurück. Das alles aufgrund der negativen Reaktionen von Fans und Medien, die sich an Xaviers Geschichte gestört sahen. Daraufhin nahm sich der Sender den gesamten Dezember Zeit und erabeitete in Windeseile ein neues Vorentscheidungskonzept. Raus kam ein traditioneller Vorentscheid mit zehn Künstlern und ihren zehn Songs. Diesen ganzen Prozess habe ich von Anfang an begleitet: meine Gedanken zum Xavier Naidoo-Drama, während und nach der Nominierung als auch alle Gerüchte, die vor den offiziellen Statement herumkursierten wurden genauso festgehalten wie alle Infos und Kritik rund um die offiziellen Teilnehmer von "Unser Lied für Stockholm"!

Wer das gesamte Spektakel verpasst hat, kann das alles hier nachlesen - viel Spaß!










Außerdem habe ich auch zu den Vorentscheiden der Schweiz und Österreich Beiträge verfasst. Wen es interessiert, der klickt sich einfach über die Links rein:





P. S.: Natürlich wird es auch zum 61. Eurovision Song Contest ein Special geben - wie, was und ab wann verrate ich euch demnächst! Aber ersteinmal müssen wir jetzt alle 43 Teilnehmer auschecken - bis Mitte März erfahren wir nämlich wirklich alle Kandidaten (: Stay tuned!
Bis dahin meine derzeitige Top10 der bekannten Beiträge:


Unser Lied für Stockholm: ein Kommentar

Genau seit einer Woche steht er fest, unser Beitrag für den 61. Eurovision Song Contest in Stockholm!
Deutschland tritt mit "Ghost", performt von Jamie-Lee Kriewitz, im Finale am 14. Mai 2016 an und versucht die 0 Punkte aus dem letzten Jahr hinter sich zu lassen, vielleicht sogar an die Top10-Platzierungen von 2010 bis 2012 anzuknüpfen. Ob dies gelingen kann oder nicht, gilt es noch herauszufinden. Was man sich aber sehr wohl schon anschauen kann, ist das Vorentscheidungskonzept "Unser Lied für Stockholm", schließlich wurde unser nationales Konzept völlig erneuert. Außerdem gilt es zu beurteilen, ob das Konzept auch in Zukunft bestehen bleiben sollte, um Deutschland endlich ein traditionreiches Format schenken zu können.

01. Die Idee
Eigentlich war die Idee einfach: zehn Künstler und Bands treten an und stellen ihre Beiträge vor. Die besten drei gelangen in ein Superfinale, performen noch einmal, anschließend entscheiden sich die Zuschauer für ihren Favoriten und stimmen für unser Lied für den Eurovision Song Contest ab. Dies ist durch Telefon, SMS und App möglich. Einfach und total "normal". Ein solches Vorentscheidungskonzept ist traditionell und gibt es (mit kleinen Abwandlungen) in vielen (erfolgreichen) Ländern wie Norwegen oder Dänemark. Die Idee wurde wahrscheinlich aus der Not heraus geboren, schließlich rechnete man eigentlich mit "Unser Song für Xavier" als Vorentscheidung 2016.

Ursprünglich sollte das so aussehen: Xavier Naidoo war für den ESC 2016
in Stockholm vorgesehen - doch dann kam alles ganz anders
Und obwohl die Idee in nur wenigen Monaten umgesetzt werden sollte, muss ich sagen, dass das diesjährige Konzept mein Liebling unter den deutschen Vorentscheidungen seit 2012 ist. Warum? Ganz einfach: jeder Act bewirbt sich mit nur einem Song, den er für den ESC als geeignet hält. Das war in den beiden letzten Jahren noch anders. Da hatte jeder zwei Songs. Und das fand ich immer eher ablenkend, weil nicht jeder Act einen guten zweiten Song hatte. Außerdem sehr positiv: die zehn Acts für ULfS waren so unterschiedlich, wie sie nur sein konnten. Von Schlager bis Rock, von Singer-Songwriter bis Radio-Pop und vom Manga-Girl bis zum Alternativ-Act, war wirklich alles geboten, was es nur zu geben scheint. Dagegen waren die letzten drei Jahre größtenteils eher Pop in seinen verschiedenen Facetten, was ich ja grundsätzlich mag als Pop-Hörer, allerdings kann man, besonders beim ESC, auch mal verschiedene Genre ranlassen. Das wurde bei ULfS gemacht, was ich als großen Pluspunkt festmache.

Ein Konzept ist natürlich selten perfekt und muss immer wieder kontrolliert und verbessert werden. Konkret: wie sieht's mit der Zukunft des Konzepts aus? Was würde ich mir für nächstes Jahr wünschen? Wie gesagt: bei der Genre-Vielfalt sollte man definitiv bleiben und versuchen, ein breites Spektrum abzubilden. Und auch die Prozedur sollte beibehalten werden: ein Superfinale aus drei Acts macht wirklich Spaß und schafft nochmal einen richtigen Spannungsbogen!
Was, nicht nur seit letztem Jahr bekannt ist, ist: Staging ist alles. Das scheint auch (ENDLICH!) dem NDR klar geworden zu sein, weshalb er sich für jeden Act was überlegt hat oder zumindest den einzelnen Acts nahegelegt hat, sich da was zu überlegen. Durch die Bank war wirklich jeder Künstler mit einer guten Performance am Start, allerdings muss man jetzt zum Feinschliff kommen: Kameraeinstellungen müssen verbessert werden (das schien ja manchmal so, als ob man da einfach zufällig die Kamera laufen lässt und spontan guckt, in welche Richtung man diese führt) und gewagte Inszenierungen müssen her. Daher war das mit den Kunst- und Filmhochschulen eine gute Idee, daran sollte man weiterarbeiten. Ein Vorschlag für nächstes Jahr wäre vielleicht, dass sich jeder Teilnehmer zuvor mit den Hochschulen trifft und mit ihnen zusammen an Inszenierungen arbeitet. So könnte man die Vorstellungen der einzelnen Acts und der Hochschulen zusammen bringen und die Hochschulen würden nicht umsonst arbeiten (in diesem Jahr nutzen nur zwei Künstler die Vorschläge der Schulen, alle anderen ließen sich inspirieren oder machten komplett ihr eigenes Ding).

Eine Jury für den deutschen Vorentscheid 2017?
Außerdem würde ich mir wirklich gerne eine Jury wünschen. Und zwar jetzt nicht eine, die zu 50 % entscheidet, wer für uns zum Finale fährt. Nein, nein. Eher so eine Jury, wie 2010-2012 eingesetzt wurde. Die also einfach nur ihre Meinung zu den Acts da lässt und eventuell sagt, wie diese beim ESC ankommen könnten. Dabei sollte allerdings die Jury nicht aus Sängern bestehen, die gerade Zeit haben und eh ihr Album promoten wollen. Im Gegenteil. Hier sollten Leute anwesend sein, die sich mit dem ESC auskennen. Songwriter, die gewonnen haben oder erfolgreich waren; Choreographen, die das schon seit Jahren machen und Veranstalter, die mit dem ESC vertraut sind. Auf den Punkt gebracht: Menschen, die sich professionell mit dem ESC beschäftigen und das in jeder Facette. Dann kann man auch auf eine durchaus kritische, aber eben auch hochwertige Meinung bauen (ähnlich wie das bei Österreich 2016 der Fall war).

02. Die Kandidaten
Wie schon gesagt: die Genre-Vielfalt war auf jeden Fall ein Punkt, der diesen Vorentscheid zu einem guten machte. Allerdings habe ich mich am letzten Donnerstag schon an manchen Stellen gefragt: und damit will der NDR eventuell wirklich nach Stockholm fahren? Als Kriterien bei der Auswahl nannte der Sender nämlich, sie hätten auf gute Chancen beim ESC geachtet. Da frage ich mich: hat der NDR wirklich reale (internationale) Chancen für JOCO, Woods of Birnam (auch wenn das mega sympathische Jungs sind!) oder Luxuslärm gesehen? Ernsthaft? Das waren doch allesamt Nummern, mit denen wir wahrscheinlich unter die letzten zehn gekommen wären. Ich will nicht sagen, dass mir die Acts nicht gefallen haben, im Gegenteil, persönlich mag ich "Solange Liebe in mir wohnt" sehr gerne. Allerdings hört man da heraus, dass das international nichts wird. Muss es ja auch nicht. Vieles was bei uns in den Charts läuft, würde im Rest Europas gar nicht funktionieren. Was ja auch okay ist. Aber dann bitte nicht solche Nummern beim Vorentscheid. Deshalb wünsche ich mir für nächstes Jahr wirklich etwas geeignetere Acts (in Richtung AVANTASIA, Alex Diehl, Jamie-Lee, Ella Endlich, etc.). Und gewagtere Acts, wie z. B. Keoma. Ja, sie wurden nur Achte, allerdings haben sie dem Line Up durchaus was verliehen. Und ihre Performance war wirklich nicht schlecht. Deshalb: liebe NDR, bleibt bei der Genre-Vielfalt, überlegt euch nochmal was international funktioniert und dann fragt Leute an. Apropos anfragen. Natürlich gehört auch dazu, dass der Sender mit Plattenlabeln, Radiosendern und Managern zusammenarbeitet und sich da Informationen holt. Das muss direkt nach dem letzten ESC geschehen, damit Künstler, die gerade ein Album veröffentlichen wollen, dies auch so machen, dass sie noch in die ESC-Regeln passen (also Veröffentlichung ab dem 01. September). Nicht wie bisher, einfach nur schauen, wer zufällig was ab September veröffentlicht. Denn dann entgehen einem eventuell sehr gute Künstler. Dazu gehört auch, dass man sich verschiedene Casting-Formate anschaut und guckt, ob und wie man diese in den Vorentscheid bringen kann (man sieht ja anhand von Jamie-Lee oder auch Laura Pinski, dass das gut ankommt).

03. Die Gewinnerin
Tjaja und jetzt kommen wir eigentlich zum wichtigsten Aspekt: die Gewinnerin Jamie-Lee. Schließlich wird ihr Erfolg bzw. Misserfolg auf den Vorentscheid zurückgeführt werden. Das Konzept wird nur dann als erfolgreich bewertet (jetzt sind wir mal ehrlich), wenn Jamie-Lee in die Top10 gelangt. Traurig aber wahr. Man kann ein noch so ausgeklügeltes Vorentscheidskonzept haben, wenn es international nicht funktioniert, dann zweifelt man letztendlich an dem Auswahlformat. Und was soll ich sagen? Mit Jamie haben wir eine junge, frische und sehr talentierte Sängerin gewählt, die sofort begeistert und die man sofort ins Herz schließt. Hier muss man ein wenig an "lovely Lena" denken, die man ebenso beschrieben hat. Gleichzeitig wirkt Jamie-Lee noch etwas jünger und viel extremer, dank ihres individuellen Styles. Viele kritisieren ja hier, dass es der Kultur nicht gerecht werden würde, allerdings passt das einfach zur Sängerin und kommt deshalb auch total gut an! Doch sie sieht nicht nur süß aus, sondern hat eine total eingängige und klare Stimme, die sich von allen anderen in Stockholm abheben wird. Da bin ich mir sicher. Dabei ist "Ghost" ein Song, der zwar im Pop-Mainstream zu verorten ist, der aber trotzdem noch so sehr Eigencharakter hat, dass man ihn nach 26 Songs im Ohr haben wird. Auch da bin ich mir sicher.


Wir haben also: eine sympathische, eigenständige Sängerin, einen individuellen und sehr einzigartigen Song und was fehlt da jetzt noch? Richtig, die Inszenierung und das Staging. Und hier ist mein größter Kritikpunkt, wenn man das so nennen will. Das Staging bei ULfS war schon eine richtig gute Idee. Ein großer Mond am Anfang, zu sehen ist nur Jamies Silhouette und ein mystischer Wald entfaltet sich hin zum Refrain, bevor Jamie-Lee ins Licht tritt und man ihr krasses Manga-Outfit sieht. Bis zum ersten Refrain scheint alles perfekt. Doch dann folgt der Rest. Jamie-Lee geht ein wenig nach rechts, dann nach links und anschließend wieder in die Mitte. Sonst passiert während den restlichen 2 Minuten wirklich NICHTS. Und genau da fängt mein Verbesserungsvorschlag an: Jamie-Lee muss die Geschichte, die sie am Anfang des Songs singt, weitererzählen und die Bühne weiter ausbauen. Sie könnte durch den Wald laufen, es blitzeln einzelne Geister auf oder Fabelwesen, irgendwelche Manga-Gestalten vielleicht, so würde man eine Brücke zu ihrem Aussehen schlagen. Irgendwas, was einfach genauso fässelt, wie der Anfang der Inszenierung.

Was mich aber positiv stimmt, ist, was Jamie-Lee in mehreren Interviews betont hat. Sie wolle am Auftritt arbeiten und ihn bis Stockholm verbessern. AHA! Da hat jemand erkannt, dass man den Song gut auf die Bühne bringen muss und da eine Schippe noch draufgelegt werden sollte wenn man beim ESC auf die linke Tabellenhälfte kommen möchte. Sehr guter Ansatz, was beweist, dass Deutschland sich für die richtige Künstlerin entschieden hat ;-)

Sooooo und damit endet mein Special rund um den deutschen Vorentscheid 2016, "Unser Lied für Stockholm" - ich hoffe, euch hat es gefallen. Lasst mir gerne Feedback da, was ich im nächsten Jahr eventuell besser machen könnte oder welche Art Beiträge ihr dafür noch wollt. Im April/Mai geht es dann weiter mit dem Eurovision Song Contest-Special, schaut also gerne wieder rein (:


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SIA - "This Is Acting"                            Beyoncé - "Formation"

Album-Rezension: Ella Endlich - "Träume auf Asphalt"

Ella Endlich konnte mich vor, während und nach dem deutschen Vorentscheid total begeistern und hat mich irgendwie zum Dance-Pop-Schlager-Fan gemacht. Was vorher nur Helene Fischer mit "Atemlos durch die Nacht"schaffte, gelingt nun Ella komplett mit ihrem, bestimmt von der "Queen of Schlager" inspiriertem, Album "Träume auf Asphalt". Vorher gab's die Single "Adrenalin", den ich ja bereits im Rahmen des Kandidatenchecks, näher beleuchtet habe und schon da war klar: ich habe mich verliebt. Ella überzeugt mit ihrer Stimme und ihrem einzigartigen Talent, auch wenn der Track nicht wirklich ein ernster Kandidat für Stockholm war (wobei im Vergleich gehörte er für mich zu den besseren Tracks des Abends). Nun konnte ich nicht anders und musste mir SOFORT ihr Album bestellen - wohl gemerkt, das erste, welches ich von ihr höre.

Und auch auf Album-Länge kann sie mich überzeugen: "Träume auf Asphalt" bietet den Schlager-Dance-Pop, den man bereits von "Adrenalin" gewohnt ist und bietet trotzdem allerlei unterschiedliche Facetten, die dem ganzen einen sehr reifen, unterhaltsamen und abwechslungsreichen Touch verleihen. Wer es also gerne dancig mag, der sollte UNBEDINGT in Tracks wie "Heimatland", "Autobahn", "Kein Liebeslied", "Bist ein Feuerwerk" und "Peter Pan" reinhören und sich auf eine Reise quer durch alle Club-Beats mitnehmen lassen. Frau Endlich kombiniert moderne Sounds mit dem typischen Schlager-Gesang und wirk dabei total authentisch und null aufgesetzt. Man erkennt ihre Eigenart und hört ihr gerne dabei zu. Besonders deutlich wird das, in dem wohl besten Dance-Track (neben der ersten Single) "Spuren auf dem Mond". Mit diesem Album-Opener zeigt sie völlig, dass sie bereit ist, einer breiten Masse zu begegnen. Der Song ist TOTAL eingängig, besticht durch einen clever komponierten Text und seiner Geschichte. Das gleich danach "Adrenalin" folgt und die Qualität damit überhaupt nicht abnimmt, bestärkt nur diesen positiven ersten Eindruck.


Aber nicht nur tanzen kann man mit Ella: "Ein goldener Käfig" und "Wer Flügel hat" setzen voll und ganz auf Ellas Stimme und ihr Talent, emotionale Balladen zu performen. Die wunderschön geschriebenen Tracks werden nur von dem Abschlusssong des Albums, "Flieger aus Papier", übertroffen. Hier erzählt Ella die Geschichte eines Großvaters, der endlich einsieht, dass nicht die Karriere, Geld oder die soziale Stellung entscheidend sind, sondern einzig die Menschen im Leben, die man liebt. Herrlich emotional und ich muss zugeben: eine Träne musste ich hier wirklich verdrücken. Ganz, ganz großes Kino und ein Sound, der dem Album etwas sehr reifes verleiht.

Doch auch alteingesessene Schlager-Fans werden versorgt. "Ein Traum, ein Koffer und Benzin" paart moderne Sounds mit typisch schlageresquen Melodien und geht damit total gut ins Ohr. Und auch "Rot" folgt diesem Prinzip, geht allerdings etwas mehr in die Pop-Richtung. Beide Songs gehören zu meinen Favoriten, wobei ich das eigentlich über jeden Song sagen könnte - das zeugt durchaus von der Qualität der LP.

Ella beim deutschen ESC-Vorentscheid "Unser Lied für Stockholm"

Schon nach dem ersten Hören am Erscheinungstag war klar: "Träume auf Asphalt" ist ein kleines Meisterwerk welches ich mir bestimmt für ganz lange Zeit anhören werden. Und diese Feststellung wird wohl in Erfüllung gehen. Seit Freitag höre ich mir im Prinzip STÄNDIG dieses Album an. Von vorne bis hinten. In jeder freien Minute, in der ich das nur kann. Alle zwölf Titel sind einfach großartig und haben alle etwas an sich, was Vorfreude in mir aufkommen lässt. Ich bekomme einfach nicht genug und höre sie mir immer wieder an. Besondere Lieblinge sind hier "Spuren auf dem Mond", "Adrenalin", "Ein Traum, ein Koffer und Benzin", "Ein goldener Käfig", "Rot" "Wer Flügel hat"  und "Flieger aus Papier" - das sind für mich allesamt würdige Single-Kandidaten, die eigentlich total durch die Decke gehen sollten. Und genau DAS ist es, was mich an der ganzen Sache stört. Ella befand sich mit dem Album kurz in den Top100 der iTunes-Charts, die Single "Adrenalin" hällt sich dort noch, rangiert allerdings um die Plätze 30 bis 40. Das kann doch nicht schon alles sein, oder? Dafür sind die Songs viel zu hochwertig. 

Das soll also heißen: für alle Schlager-Fans, die besonders auf modernen, gut gesungenen und komponierten Schlager stehen... AUF GEHT'S! Verpasst nicht dieses wundervolle, stimmungsreiche, eigenständige und sehr abwechslungsreiche Album von einer Künstlerin, die viel mehr geschätzt werden sollte als dies bisher der Fall ist. Glaubt mir, ihr werdet es nicht bereuen (:


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