Album-Rezension: Meghan Trainor - "Thank You"

Meghan Trainor haut ein Ding nach dem anderen raus!

Da kommt sie einfach so daher, liefert einen Welthit mit "All About that Bass", liefert mit "Lips Are Movin'" einen MEGA Radio-Hit und veröffentlicht dann das Top10-Album "Title", das kommerziell ein Rießenerfolg wird - und auf Platz 1 der US-Album-Charts landete. Für ein Debütalbum wirklich erstaunlich. Anschließend ließ der Erfolg aber nicht nach: die Singles "Dear Future Husband" und "Like I'm Gonna Lose You" wurden ebenfalls zu (US-)Hits und nicht mal ein Jahr später veröffentlichte Meghan ihr Debüt-Album mit brandneuen Songs und einer DVD neu. Dies schien der Höhepunkt der noch sehr jungen Karriere zu sein, doch Ms Trainor ist nicht zu stoppen! Im März diesen Jahres veröffentlichte Meghan die erste Single aus dem neuen Album, "No" überraschte Fans und Kritiker und bescherte Meghan Trainor ihre nächste Top10-Single weltweit. Und jetzt halte ich das zweite Album "Thank You" in den Händen und schreibe eine Rezension darüber - vor nicht mal einem halben Jahr stellte ich euch die Special Edition zu "Title" vor... so schnell kann's gehen!

Nun höre ich mir das Album schon seit circa einer Woche an und ich bin so fröhlich wie schon lange nicht mehr: Meghan schafft es die Magie ihres Debüts zu erhalten und trotzdem neue Einflüsse und Stimmungen zu vermitteln. Bereits "No" zeigte, wie anders und eigen Meghan sich präsentiert und trotzdem total den Zahn der Zeit trifft. Sie scheint gerade so etwas wie das Sprachrohr vieler junger Menschen zu sein und steht deshalb zu sich, ihrem Aussehen und Entscheidungen und genießt es, einfach sie selbst zu sehen. Schön eine Künstlerin zu haben, die genau deshalb so erfolgreich ist. Gleiches gilt aber auch für die 2. Single "Me Too" - viel elektronischer und viel mehr für den Club gemacht und trotzdem genauso eigen und anders wie "No" damals. Persönlich gefällt mir der Song fast noch besser als "No", wobei ich wirklich beide Songs sehr schätze. Für mich sind es - ohne Zweifel - die beiden Highlights des Albums.



Dieser Spaß, der beiden Songs durchaus zugrunde liegt, wird in vielen Songs erhalten: "Watch Me" ist der perfekte Einstieg für die LP. Sie macht Spaß, hat viele Beats und passt zum RnB-Sound der ersten Single. Gleichzeitig bekommt man richtig Lust zu tanzen. Gleiches gilt für "I Love Me", gemeinsam mit LunchMoney Lewis. Wer die Songs des Gastmusikers kennt, der kann sich vorstellen wie der Track ist: ironisch, selbstbewusst und eingängig. Alles Attribute, für die beide Sänger bekannt sind. Mit mindestens genauso viel Spaß, aber etwas ruhiger und erwachsener präsentieren sich die Songs "Woman Up" und "Dance Like Yo Daddy". Diese sind vielleicht nicht die Hits, die man bisher gehört hat, allerdings passen sie einfach zu Meghan und bringen einen trotzdem zum Lachen.

Doch nicht nur Spaß, Party und Selbstbewusstsein kann Meghan Trainor vermitteln: auf "Thank You" zeigt sie auch ihre gefühlvolle Seite und präsentiert die Liebesballaden "Hopeless Romantic", "Kindly Calm Me Down" und "Just a Friend to You". Diese sind eher akkustisch gehalten und konzentrieren sich auf Meghans Stimme. Natürlich sind sie kein Vergleich zu "Like I'm Gonna Lose You" mit John Legend, allerdings sind sie auch ganz anders aufgebaut. Während letzterer total in die Pop-Richtung geht, bleiben die "Thank You"-Balladen in einer simplen Akkustik-Fassung und heben sich somit sehr schön von den durchproduzierten Hits ab. Angenehm und frisch, was das Durchhören des Albums noch viel besser macht. "Kindly Calm Me Down" dürfte dabei SEHR GERNE als Single im Herbst/Winter erscheinen und könnte dann doch an frühere Erfolge anknüpfen ;-) denn zumindest bei mir zählt er zu den Lieblingen des Albums <3



Zwischen den schnellen und langsamen Seiten des Albums sind die Tracks "Better", "I Won't Let You Down" und "Champagne Problems" anzuordnen. Diese sind wieder elektronischer, allerdings noch lange keine Party-Tracks. Sie fallen jetzt nicht unbedingt groß auf, gefallen aber trotzdem und passen sehr gut in die Stimmung des Albums. Besonders "I Won't Let You Down" kann ich mir sehr gut als Single im Sommer vorstellen - zurückgenommen, einfach im Vergleich zum Rest und trotzdem sympathisch - so kennen und lieben wir Meghan!

Allerdings gibt es nicht nur positive Aspekte an diesem Album: so finde ich die Platzierungen der Tracks ab und zu unpassend. So steigt man sehr kraftvoll mit "Watch Me", "Me Too" und "No" ein, nur um danach mit den Songs "Better" und "Hopeless Romantic" auszubremsen, um dann doch mit "I Love Me" wieder Fahrt aufzunehmen. Irgendwie macht das nicht wirklich Sinn. Selbes gilt auch für den Rest des Albums. Und auch qualitativ war "Title" mit mehr Hitmaterial bespickt. Von Anfang an konnte man klar sagen, welche Songs durch die Decken gehen werden. Diesmal braucht man dafür etwas mehr Vorstellungskraft oder es gibt einfach nicht ganz so viele, wie auf dem Debüt.



Übrigens habe ich mir das Album natürlich in den Deluxe-Variante gekauft, somit erhielt ich noch drei zusätzliche Songs. Diese passen zum Albumtitel "Thank You", der gleichzeitig einer der Songs auf der Deluxe Edition ist. Thematisch orientieren sich diese an der Dankbarkeit, die Meghan Trainor ihrer Mutter, ihrne Freunden und ihren Fans aussprechen möchte. "Mom" fällt mir dabei besonders auf, hier hört man sogar die Mutter der Sängerin per Telefon zugeschallten. Sehr süß und total menschlich. Außerdem gefällt mir "Thank You" mit R. City auch sehr gut. Der Song klingt nach Freiheit, Sonne und sehr viel Harmonie - perfekt für den Sommer und eine süße Liebeserklärung an die Fans! Musikalisch geht alles total in die Doo-Woop-Richtung, die man bereits von der Sängerin kennt. I'M LOVING IT!

Ihr seht: Meghan Trainor hat einen tollen Nachfolger geschaffen, der sich zwar vom Vorgänger unterscheidet, allerdings auch bei einigen Einschlägen alte Muster erkennen lässt. Außerdem schafft sie es, immer wieder Hits zu schreiben und trotzdem ihre Eigenständigkeit nicht zu verlieren. Auch wenn es auf "Thank You" nicht ganz so viele offensichtliche Hits gibt wie auf "Title", bin ich wahrscheinlich noch viel mehr begeisterter als damals beim Debüt. Was wahrscheinlich einfach daran liegt, dass ich mir das Album einfach GERNE anhöre. Ich hab meinen Spaß mit dem Longplayer und fühle mich sehr gut in den Sommer begleitet, denn natürlich macht eine solche Platte besonders viel Spaß, wenn man die Sonne genießen kann und es an der 30 Grad-Marke kratzt - es muss ein TRAUM sein dieses Album am Strand anzuhören. Genau darauf freue ich mich am meisten (:


Wer immer noch nicht genug bekommt von MTrain: "Thank You" gibt es bei MediaMarkt als Special Edition mit zwei zusätzlichen Tracks: "Goosebumps" und "Throwback Love", die musikalisch natürlich perfekt dazupassen, nur eben nicht stark genug für die reguläre Version des Albums waren, für Fans aber ein absolutes Muss sind!
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Jamie-Lee - "Berlin"                      Zoe - "Debut Deluxe"


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Single-#Update im Mai 2016

Es ist wieder so weit: meine monatliche #Playlist für Mai steht in den Startlöchern und möchte das Licht der Welt erblicken :D natürlich war der Monat sehr durchtränkt vom Eurovision Song Contest, wobei ich wirklich sagen muss, dass es im eigentlichen ESC-Monat echt gar nicht mehr so schlimm ist mit den Songs - da habe ich mich an vielen schon satt gehört :D deshalb gibt es dann doch eine ganz bunte Mischung an Songs, die ich mir zur Zeit sehr gerne anhöre - und welche das sind erfahrt ihr jetzt (:




01. Calvin Harris feat. Rihanna - "This Is What You Came For"
Bei diesem Song bin ich wirklich ausgerastet: Calvin Harris und Rihanna zusammen, kann einfach nur ein Hit werden und genauso ist es gegangen: "This Is What You Came For" wird im Radio rauf und runter gespielt und stürmt die weltweiten Top10 der Single-Charts. Und auch bei mir schlug der Song ein wie eine Bombe. Sofort nach Veröffentlichung lud ich mir den Track herunter und hörte ihn mir 24 Stunden bestimmt nonstop an :D Das spricht für den Track und ich bin mir sicher, dass man von beiden Acts noch viel hören wird.

02. Zedd feat. Kesha - "True Colors"
Auch dieser Song schlug ein bisschen ein wie eine Bombe: Kesha hat ja ihren Produzenten Dr. Luke verklagt, auf die Hintergründe möchte ich hier nicht eingehen, dafür kenne ich mich dann doch nicht gut genug aus, auf jeden Fall darf sie als Solo-Act zur Zeit, wegen des Rechtsstreits, keine neue Musik veröffentlichen. Und da gibt es natürlich eine Lücke: als SOLO-ACT darf sie nichts veröffentlichen, ein Feater dagegen ist gar kein Problem. Und so veröffentlichte Zedd mit Kesha seinen Song "True Colors", der sehr nach Midtempo und ganz vielen Emotionen klingt. Ich war total geflasht und bin der Meinung: KESHA klang noch nie besser. Ich hoffe, dass sich bald alles klärt und sie dann wieder Musik veröffentlichen kann. Denn dann geht's mit ihrer Karriere richtig los, zumindest wenn sie in so eine Richtung geht.

03. Drake - "One Dance"
Drake, Drake, Drake, Drake, Drake. Ich mag den Rapper wirklich gerne, obwohl ich mir noch nie ein Album angehört habe. Aber er fällt mir immer wieder positiv auf, sei es bei Gastauftritten in Songs (vorzugsweise mit Rihanna :D) oder im Radio bzw. in den Charts (z. B. mit "Hotline Bling"). Umso mehr hat es mich dann gefreut, als Drake seine nächste Single "One Dance" veröffentlichte und ich einen Song geboten bekam, der total zum Sommer passt, da er zum Tanzen einlädt und gleichzeitig diese entspannte Atmosphäre schafft. Ich bin begeistert und frage mich, ob ich mal ins dazugehörige Album reinhören sollte?

04. Jamie-Lee - "Ghost"
Was soll ich sagen? Jamie-Lee hat uns den letzten Platz beim ESC geholt, aber das ist mir völlig egal. Denn der Song ist gut und Jamie-Lee als Künstlerin hat mich in den letzten Monaten einfach überzeugt: sowohl "Ghost" als auch das dazugehörige Album "Berlin" sind stimmlich großes Kino, gehen rein und haben etwas ganz Besonderes, das man gar nicht fassen kann. Dass das in Europa nicht ankam ist traurig, aber nicht schlimm, denn Jamie geht ihren Weg, da bin ich mir sicher. Für mich war sie eine würdige Vertreterin, die mich Stolz gemacht hat und die ich definitiv weiterhin unterstützen werde.

05. Sarah Connor - "Kommst du mit ihr"
"Muttersprache" von Sarah Connor begleitet mich nun schon über ein Jahr, dennoch höre ich mir die LP immer noch sehr gerne an. Besonders die Songs "Anorak" und "Kommst du mit ihr" haben es mir dabei angetan, dass dann letzterer als Single ausgekoppelt wurde, freute mich natürlich umso mehr. Das Album und dessen Songs sind SO bekannt, ich glaube nicht, dass ich sie noch näher beschreiben müsste. Hier nur ein Tipp: schaut euch doch bitte das Video zum Song an. Sarah hat ein wahres Meisterwerk erschaffen, sie übersetzt den Text in Gebärdensprache, gleichzeitig sieht man ein Mädchen durch ein verlassenes Haus laufen. Es reißt definitiv mit und beeindruckt den Zuschauer sehr. Daher freue ich mich auch TOTAL auf die Tour von Sarah Connor, ich werde sie im August in Ulm besuchen.


06. Zoe - "Loin d'ici"
Auch diesen Act werde ich auch nach dem ESC noch unterstützen. Zoe lieferte eine grandiose Performance am 14. Mai ab und schaffte es dann auf den 13. Platz. Beim Publikum war sie sogar auf Platz 8. Das alles ist für Zoe doch ein voller Erfolg, wer hätte gedacht, dass sie mit einer französischsprachigen Nummer aus Österreich, eine solche Resonanz erhält? "Loin d'ici" passt perfekt in den Sommer, aufgrund seiner sehr Leichtigkeit und freudigen Art. Ich bin Fan und sehr froh, dass es Zoe aus Österreich so weit gebracht hat.

07. Meghan Trainor - "Me Too"
Für Meghan Trainor habe ich nur ein Wort: GEIL! Nachdem sie mit "No" schon alle überrascht hat, folgt nun der Song "Me Too", dessen Refrain komplett gerappt wird. Ich war total fasziniert und feierte Meghan einfach total ab! Ironisch, selbstbewusst und mit einem Lächeln im Gesicht präsentiert uns Meghan ihre selbstgeschriebenen Tracks und macht das alles noch in ihrem ganz eigenen Stil! MEGA! Ich höre mir zur Zeit das Album an und glaubt mir: Meghan hält was sie verspricht und liefert eine MEGA-LP! Doch dazu in dieser Woche noch mehr ;-)



08. Jamala - "1944"
Natürlich hat es auch der Gewinnersong in meine Playlist geschafft: Jamala konnte mich bereits nach der ukrainischen Vorentscheidung begeistern und war seitdem in meiner Top3. Das änderte sich auch nicht nachdem ich den Auftritt beim Contest gesehen habe, im Gegenteil: Jamala überzeugt live erst so richtig und hat deshalb auch verdient gewonnen. Ich habe mal in die EP reingehört, die gefällt mir allerdings nicht ganz so sehr. Macht aber auch nichts, schließlich gibt es noch genug Musik zum Entdecken :D

09. Namika - "Kompliziert"
Namika saß in der deutschen ESC-Jury 2016 und präsentierte auf der Reeperbahn ihre neue Single "Kompliziert". Ich fand ja das Album bereits ganz große Klasse und auch "Kompliziert" fiel mir da positiv auf - auch wenn das gesamte Album wirklich sehr stark ist. Egal welcher Track, ich wäre vermutlich mit einer Veröffentlichung als Single einverstanden. Das Video zum Song ist übrigens ebenfalls total im Namika-Style und zeigt, wie jung die Sängerin doch ist. Sehr vielversprechend als Newcomerin, mit einer hoffentlich sehr langen Karriere.

10. Reggie N Bollie - "New Girl"
Diesen Act kennt noch keiner in Deutschland, ich bin mir aber sicher, dass die Jungs ihren Weg in Europas Charts finden werden: Reggie N Bollie nahmen an der letzten Staffel von X Factor in Großbritannien teil und belegten dort, mit Hilfe ihrer Mentorin Cheryl, den zweiten Platz. Im Anschluss erhielten sie einen Plattenvertrag bei Simon Cowells Plattenlabel Syco und arbeiten seitdem an ihrem Debüt-Album. Als erste Single erhalten wir jetzt den Gute Laune-Track "New Girl", der einem sofort ein Lächeln aufs Gesicht zaubert - genauso wie die Performances bei X Factor. Ich sage voraus, dass Reggie N Bollie ähnlich wie Fleur East bald in Europa ihr Album promoten - u. a. auch in Deutschland! Seid also die ersten, die die beiden Jungs kennenlernen - dann seid ihr, dank listen, ein Trendsetter ;-)



11. Juli - "Insel (Südbalkon Remix)"
Juli haben, zumindest glaube ich das, schon ziemlich viele irgendwie verdrängt, dabei ist ihr letztes Album "Insel" ein wirklich tolles Stück deutsche Popmusik. Deshalb habe ich mich umso mehr gefreut, als ich gesehen habe, dass Juli einen Remix ihrer 2014er-Single auf Spotify veröffentlichten. Der Song wird dadurch modern, erhält einen DJ-Remix der den Song quasi ins Jahr 2016 holt. Nachdem das letzte Album, wie schon erwähnt, gar nicht so erfolgreich war, will man vielleicht wieder eine andere Richtung gehen. Wiedemauchsei, der Song ist großartig und für jeden, der das Album nicht kennt: UNBEDINGT REINHÖREN!

12. Anett Louisan - "Meine Kleine"
Auch ich schaue "Sing mein Song" und war letzten Dienstag (bzw. Mittwoch, da ich die Sendung nachschauen musste) wirklich geflasht: Anett Louisan war jetzt nie meine Lieblingskünstlerin in der deutschen Musikszene und auch der Abend zeigte mir, dass ich jetzt nicht SOOOO viel mit ihrer Musik anfangen kann, allerdings war ich von ihrem neuen Song wirklich begeistert: "Meine Kleine" beschreibt die Beziehung mit ihrer Mutter und ist wirklich sehr gefühlvoll gehalten. Dabei singt Anett sehr zerbrächlich und gewohnt eigen. Ich mag den Song daher wirklich total und habe ihn mir deshalb wieder sofort runtergeladen. #inlove



13. Frida Gold - "Wir sind Zuhaus"
Frida Gold haben ein wahres Durcheinander seit Ende letzten Jahres: zunächst veröffentlichten sie ihre neue Single "Run Run Run", die ausschließlich auf Englisch performt wurde und kündigten ihr Album an. Als sich dann der song nicht in die Top100 der Single-Charts platzieren konnte, lenkten sie ein und verschoben den Release ihres 3. Longplayers auf 2016. Als Begründung gaben sie kreative Prozesse an, die wohl noch eingesetzt hätten. Nun melden sie sich mit einem neuen, DEUTSCHEN Song zurück mit dem Namen "Wir sind Zuhaus". Ich hörte rein und fand den Song anfangs wirklich schwach. Im Vergleich zu den anderen Singles ("Zeig mir wie du tanzt", "Unsere Liebe ist aus Gold", "Liebe ist meine Rebellion" oder "Die Dinge haben sich verändert") kommt "Wir sind Zuhaus" einfach als Überbleibsel der Alben rüber und nicht wirklich als Hit. Doch als ich den Track ein zweites Mal anhörte, mochte ich doch den Text sehr gerne. Er handelt von einer Beziehung, in der man sich einfach total "zuhause" fühlt, wohl und geborgen. Das berührte mich irgendwie. Und dann erinnerte ich mich an das unzählige Durchhören der beiden vorherigen Platten und vermisste neue Werke. Deshalb feiere ich den Track im Moment wirklich sehr und hoffe auf ein baldiges Erscheinen des 3. Studioalbums.

14. David Guetta feat. Zara Larsson - "This One's For You"
Über diesen Track kann ich noch gar nicht so viel schreiben, den ich habe ihn selber erst kürzlich entdeckt. David Guetta liefert die offizielle EM-Hymne aus Frankreich gemeinsam mit dem Shooting-Star Zara Larsson, die schon bei vielen Songs in den letzten Monaten mitwirkte und selber erst mit "Lush Life" so richtig durchstartete. "This One's For You" ist dabei ein Radio-Ohrwurm, der sich zwar leider viel zu oft wiederholt, der aber hängen bleibt und dennoch Spaß macht. Ich freu mich schon auf die EM-Zeit, obwohl ich nicht der größte Fußball-Fan bin :D

15. Poli Genowa - "If Love Was a Crime"
Und jetzt wieder ein weiterer Song mit ESC-Bezug: Bulgarien kehrte in diesem Jahr zurück und schickte die Sängerin Poli Genowa, die bereits 2011 teilnahm, allerdings im Semifinale scheiterte. Anders 2016: Poli schaffte den Sprung ins Finale und erreichte einen hervorragenden 4. Platz. Trotz wirklich komischem Outfit und fragwürdiger Bühneninszenierung. Keine Überraschung allerdings, schließlich ist der Song einfach grandios! "If Love Was a Crime" ist ein wahrer Sommerhit, der total im Ohr hängen bleibt und zum mittanzen animiert. Ich war ein großer Fan, sowohl am Abend selber als auch danach. Ich bin mir sicher, dass ich mir den Track noch öfter anhören werde in den nächsten Wochen.

16. Little Mix feat. Sean Paul - "Hair"
Little Mix haben mich ja mit ihrem letzten Album durchaus begeistern können, allerdings habe ich es mir gar nicht mehr so oft angehört. Dafür habe ich die Singles "Black Magic" und "Secret Love Song" wirklich richtig gefeiert. Und so jetzt auch die nächste Single: "Hair" fiel mir schon auf der LP positiv auf. Nun gibt es ihn in einem Remix, gemeinsam mit Sean Paul. Mir gefällt der Song wirklich sehr gut, er ist mal wieder ein Sommerhit und wird total locker, flockig präsentiert. Auch das dazugehörige Video bringt das rüber und sollte UNBEDINGT angeschaut werden :D

17. Alicia Keys - "In Common"
Alicia Keys meldet sich nach mehreren Jahren zurück und präsentiert den RnB-Song "In Common", der überhaupt nicht nach Mainstream klingt. Viele Ethno-Elemente, sehr futuristisch und total eigen distanziert sich Alicia Keys von ihrem vorherigen Material. Anfangs gefiel mir der Track so gar nicht, aber irgendwie hatte er was. Ähnlich wie der Song von Armenien beim diesjährigen Eurovision Song Contest. Anders, aber man muss ihn doch irgendwie mehrmals anhören. Vielleicht kein Hit, aber irgendwie interessant. Also: definitiv mal reinhören und das auch durchaus mehrmals.


18. Graham Candy - "Heart of Gold"
Diesen Künstler habe ich zufälligerweise beim Silbermond-Konzert kennengelernt, er war nämlich Vorband des Acts. Graham Candy arbeitete zusammen mit dem DJ Alle Farben an dem Track "She Moves" und landete damit einen wahren Sommerhit. Sein Album "Plan A" ist momentan verfügbar und daraus spielte er als Vorband u. a. den Song "Heart of Gold", den er für seinen Vater geschrieben hat. Der Song ist emotional, sehr eigen und betont die einzigartige Stimme von Graham. Er ist übrigens von Grund auf sympathisch und total verrückt - ich fühlte mich wirklich SEHR gut mit ihm als Vorband - mega!

19. Mans Zelmerlöw - "Fire in the Rain"
Und zum Abschluss wieder einen Track mit ESC-Bezug: Mans Zelmerlöw präsentierte - neben seinem Sieger-Song "Heroes" - auch seine neue Single "Fire in the Rain". Und was soll ich sagen? Während ich den Siegersong letztes Jahr eher nicht so gefeiert habe (er erinnerte mich einfach zu sehr an "Lovers on the Sun" von David Guetta", kann mich der neue Song wieder voll mitreißen. Sehr frisch, sehr sommerlich und total sympathisch kommt Mans in diesem Song rüber und landet damit wahrscheinlich, zumindest in Schweden, einen Sommerhit. Und genau von solchen bekomme ich momentan nicht genug (:

Das war's auch schon (: ganze 19 Stücke sind es geworden und doch auch einige ohne ESC-Bezüge. Wer das Thema ESC nicht mehr hören kann, muss einfach weiter schalten und hört nur noch "normale" Tracks :D Somit sage ich: bis zum nächsten Monat und einen schönen Sommer <3

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Jamie-Lee - "Berlin"                      Zoe - "Debut Deluxe"


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Eurovision Song Contest-Special 2016

Auch in diesem Jahr gab es wieder ein #Special zum Eurovision Song Contest. Diesmal fand er in Stockholm, der schwedischen Hauptstadt, statt, da Mans Zermerlöw den Contest mit seinem Song "Heroes" in Wien 2015 für sich entscheiden konnte. In Deutschland stoß man allerdings auf Ernüchterung nach der Veranstaltung: das Land landete - gemeinsam mit Österreich - auf dem letzten Platz mit 0 Punkten! Die Enttäuschung war groß. Es musste ein Masterplan her. Den hatte der NDR und wollte Xavier Naidoo zum ESC 2016 schicken - dies ging aber gehörig in die Hose! Ganze zwei Tage später nahm der Sender die Nominierung zurück und veranstaltete den Vorentscheid "Unser Lied für Stockholm" mit zehn relativ unbekannten Acts, die alle mit einem Lied antraten. Unter diesen befand sich auch die frisch gebackene The Voice of Germany-Gewinnerin, Jamie-Lee Kriewitz. Die damals 17-Jährige konnte den Vorentscheid für sich entscheiden und vertrat uns in Stockholm am 14. Mai 2016. Dort landete sie, mit 11 Punkten, auf dem letzten Platz.

Trotz all dieser eher traurigen Dinge für ESC-Deutschland, war der Contest 2016 ganz, ganz toll und die beste Show, die man seit Jahren gesehen hatte. Wer das alles nicht mitbekommen hat oder einfach noch einmal erleben möchte, der klickt sich durch mein Special:










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Zoe - "Debut Deluxe"                     Elaiza - "Restless"





Eurovision Song Contest 2016: Ein Fazit


Jetzt ist er schon wieder vorbei, der Eurovision Song Contest 2016. Ein ganzes Jahr liegt zurück, seitdem in Wien das Jubiläumsjahr gefeiert wurde, indem Deutschland als Letzter mit 0 Punkten abschnitt. Ein Jahr voller Vorfreude, Nervosität, Ungewissheit und Aufregung, was uns in Schweden alles erwarten würde. Und ganz viel ist passiert: ein neues Voting-System, ein Vorjahressieger als Moderator, Eurovision-Pre-Partys in ganz Europa, eine Direktnominierung, die dann nach zwei Tagen zurückgezogen wurde und ein Castingsternchen, dass für kurze Zeit Lena-Vibes in Deutschland auslöste. Und auch auf meinem Blog war davon was zu sehen. Ich verfolgte die wilden Gerüchte rund um den deutschen Vorentscheid mit großer Spannung, erstellte Vorberichtserstattungen zum deutschen Vorentscheid und seinen tatsächlichen Kandidaten und lieferte auch Einschätzungen, Favoriten und Rankings zum eigentlich Event des 61. Eurovision Song Contest - das alles nimmt nun mit diesem Beitrag ein Ende, denn das Event ist vorbei und ein jeder ESC-Fan ist nun in den sehr komischen Phase der Umorientierung von einem ESC zu einem anderen.


1. Die Show
Doch bevor die Gerüchteküchen zum deutschen Vorentscheid und dem 62. Eurovision Song Contest losgehen, kommen wir doch erstmal zur vorherigen Ausgabe: ich muss sagen, dass die Show die wohl beste war, die ich seit langen gesehen habe. Einzig 2011 war ich so begeistert von der Show, wohl lediglich, weil sie in Deutschland stattfand. Danach fand ich den ESC jetzt nicht schlecht, aber auch nicht herausragend. Dieses Mal war das anders. Sowohl die Moderation, die Bühne, die Produktion, das Design, die Präsentationen als auch das neue Voting-System nahm ich durchweg positiv war. Mans und Petra führten locker leicht durch den Abend, sangen, tanzten und erzählten großartige Witze und nahmen trotzdem ihren Job ernst - viel besser als in Wien, wo alles doch etwas steif rüber kam. Und an dieser Stelle sei noch einmal gesagt, dass die Bühne wirklich grandios war. Sie bot für alle Acts eine gute Präsentationsfläche und sah ganz oft total anders aus als im vorherigen Auftritt. Gleichzeitig war ich wirklich positiv überrascht von der neuen Abstimmungsmethode. Die Unterscheidung zwischen Jury- und Televoting war wirklich super, so konnte man erkennen, wie das Ergebnis zustande kam und hatte gleichzeitig einen RIEßIGEN Spannungsbogen - ich meine, ich habe wirklich mitgefiebert, ob nun Russland genug Punkte bekommt, um die Ukraine noch zu überholen. Ihr nicht?


Und apropos Ukraine: ich habe mich für das Land und besonders für Jamala wirklich gefreut. Ja, der Song ist politisch. Ja, es gäbe bestimmt sicherere Ausrichtungsorte als die Ukraine. Und ja, es gibt viel Diskussion, inwiefern der ESC politisch sein darf oder nicht und ob der Sieg der Ukraine nun zum Weltfrieden beiträgt oder eben nicht. Oft wird gesagt, dass Jamala nur deshalb gewonnen hätte, weil man ein Signal an Russland schicken wollte. Doch das kann ich nur verneinen. Jamala hat gewonnen, weil sie die Zuschauer an dem Abend berührt hat. "1944" überzeugte durch seine Geschichte, durch die Präsentation und nicht zuletzt durch Jamals unglaublichen Gesang. Dieses Paket kam nunmal sowohl bei Jurys als auch bei den Televotern an. Bei mir im Freundeskreis löste der Song zunächst sehr zwigespaltene Meinungen aus, viele fanden die orientalischen Klänge total Fehl am Platz, andere mochten die emotionale Performance der Ukrainerin. Doch an dem Finalabend vor einer Woche war wirklich restlos jeder begeistert, auch die, die den Song eigentlich nicht leiden konnten. Eben weil, Jamala den Track so überzeugend, so emotional und so bewegend vortrug. Deshalb war der Sieg vielleicht auch ein politisches Zeichen, dennoch überzeugte Jamala auch musikalisch einfach voll und ganz. Genauso wie Conchita Wurst, die natürlich ein politisches Zeichen setzte, die allerdings auch und vor allem musikalisch überzeugte. Diese Kombination macht es. Nicht nur eine Seite davon.

02. Der deutsche Act
Doch nicht nur der Gewinner war großartig: viele Lieder konnten mich in diesem Jahr überzeugen: Frankreich, Bulgarien, Kroatien, Dänemark, Österreich und eben besonders die Gewinnerin konnten ich wirklich TOTAl überzeugen und laufen bestimmt auch noch in einigen Monaten ab und zu auf dem Weg in die Arbeit, die Universität oder auf Reisen auf meinem MP3-Player. Eben, weil sie so gut sind und sie mich so begeistern konnten. Doch nicht nur die fremden Beiträge waren für mich ein Ohrenschmaus, auch der deutsche Song von Jamie-Lee, "Ghost", hat es mir angetan und ist für mich der beste ESC-Beitrag seit Jahren. Und dennoch...


schaffte der Track keinen besseren Platz als den letzten. Bitter. Und sehr traurig. Besonders für unser Talent Jamie-Lee, die sich wirklich nichts vorzuwerfen hat. Aufmachung, Performance, Bühnenbild, Gesang - all das hat gestimmt, kam aber in Europa einfach nicht an. Deutschland liebte und liebt "Ghost", Europa eben weniger. Eine große Analyse bedarf es hier nicht. Der deutsche Beitrag traf 2016 einfach nicht den Zahn der Zeit. Nicht, weil er schlecht performt wurde oder man sich führ ihn schämen müsste. Nein, ganz im Gegenteil. Er passte hatl einfach nicht. Oder war zu eigen. Völlig egal, er konnte jedenfalls nicht das liefern, was Europa hören wollte. Das ist Analyse genug. Jamie-Lee braucht sich dafür aber nicht zu schämen. Sie hat in einem Jahr das erlebt, was andere in ihrem ganzen Leben nicht erleben: eine unglaubliche Resonanz nach ihren TVOG-Auftritten, eine Top20-Single und ein Top20-Album und einen wahnsinning guten Auftritt auf Europaebene. Welche 18-Jährige kann das schon von sich behaupten? Für Jamie-Lee wird es weitergehen: die Sängerin geht im Oktober auf Tour, arbeitet dann an einem zweiten Album, bringt vorher eventuell noch eine Single heraus (bitte, bitte "Wild One" oder "Remember the Rain" :D) oder macht ihr Abitur - in jedem Fall wird sie ihren Weg gehen und braucht sich keine Vorwürfe machen.

03. Konsequenzen für Deutschland & den ESC 2017
Doch was für Konsequenzen muss der NDR bzw. die ARD für die nächste ESC-Saison ziehen? Denn seien wir ehrlich: wir Deutschen haben in den letzten vier Jahren nicht gerade tolle Leistungen beim Wettbewerb erbracht. Das beste Ergebnis ist der 18. Platz von Elaiza 2014, davor belegte Cascada einen niederschmetternden Platz 21 und in den letzten beiden Jahrgängen belegten wir dann sogar den letzten Platz. Irgendwas scheint der verantwortliche Sender falsch zu machen. Und zwar ganz gehörig falsch zu machen. Was muss geschehen, um diesem Negativ-Trend zu entkommen? Denn eins ist klar: die Acts trifft nicht die Schuld. Sowohl Ann-Sophie als auch Jamie-Lee präsentierten einen aktuellen, modernen und sehr gut vorgetragenen Song, der richtig auf die Bühne gebracht wurde. Besonders Jamie-Lee konnte mit einem Gesamtpaket nach Stockholm reisen und sich auf gute Visuals verlassen. An was liegt es also?

Die einfachste Antwort: es kann nur an den Songs gelegen haben. Sieht man sich die Top10 der letzten Jahre an, dann waren dort immer nur Songs vertreten, die im Ohr hängen blieben, die etwas einzigartiges hatten oder eben sofort zum Mitsingen animierten. Und genau das, war einfach in den letzten Jahren nicht der Fall. Vielleicht ausgenommen 2014, da landeten Elaiza mit "Is It Right" einen wahren Radiohit. Dass der dann beim ESC so schlecht abschnitt, war der harten Konkurrenz zu verdanken. Trotzdem erhielt er immerhin Punkte, da er im Ohr blieb. Ebenso Lenas Siegertitel "Satellite", "Euphoria" von Loreen, "Only Teardrops" von Emmelie de Forest oder "Heroes" von Mans Zermerlöw. Alles Songs, die hängen bleiben, die ab dem ersten Hören irgendwie bekannt sind. Und natürlich stimmte dann nicht nur der Song, sondern auch die dazugehörige Performance. Entweder sehr visuell (beide Schweden oder auch Dänemark) oder total schlicht. Aber wichtig war dern Song. Der musste gut sein, im Ohr bleiben und im Radio laufen können. Ausnahme waren hier Conchita 2014 und die diesjährige Gewinnerin. Doch eigentlich stimmt das gar nicht. Auch sie hatten/haben einen Song, der hängen bleibt, der ins Ohr geht und begeistert. Diese haben aber vielleicht nicht aufgrund eines Hitsongs gewonnen, sondern weil sie eben doch einen politischen Kern haben, der eine Message für die Zuhörer bereit hält. Doch auf solche Songs kann man nicht bauen, sie kommen einmal alle paar Jahre vor und treffen dann eben ein gesellschaftlich relevantes Thema. Sowas kann man nicht erzwingen. Sowas muss von selbst entstehen.

04. Mögliches Vorentscheidungskonzept 2017
Deshalb sollte man sich darauf konzentrieren, einen Vorentscheid auf die Beine zu stellen, der Songs präsentiert, die sofort hängen bleiben und die qualitativ hochwertig sind. Deren Instant Appeal von Anfang an hoch sind und die Inszenierungsmöglichkeiten für die große Bühne bieten - je nachdem, was sie eben hergeben. Das kann die Arbeit mit vielen Effekten, Licht und Nebel sein, aber eben auch eine ganz zurückgenommene Sache, mit ein paar Lichtern und schönen Kamerfahrten. Total abhängig vom Song. Solche Songs zu finden, ist natürlich schwer, schließlich kann man Erfolge schlecht herbeizwingen, trotzdem hört man relativ schnell heraus, welche Songs Potenzial haben oder eben nicht. Wenn es richtig läuft, ist man sofort begeistert und hat ihn den ganzen Tag im Kopf.


Wie soll also ein solcher Vorentscheid für 2017 aussehen? Ich würde mir eine Show wünschen, die 10-12 Songs präsentiert, die vorher von einer Jury ausgewählt worden sind. Gerne mit einem Federführer, der ganz genau weiß, was für eine Art Song er sucht. Ähnlich wie Stefan Raab das 2010-2012 gemacht hat. Er wusste, was man zur Zeit hören möchte und traf damit den Nerv der Zeit. So sehr, dass es für den Sieg reichte. Einen solchen Federführer gilt es zu finden. Das kann ein Produzent, ein Musikexperte oder ein professioneller Musikjournalist sein. Oder eben ein Entertainer wie Stefan es war. Solche Federführer sind wichtig, da sie eine Vision haben, eine klare Vorstellung davon, was erfolgreich ist und was nicht. Bisher fehlt genau dieser Ansatz. Die Verantwortlichen betonen immer, dass sie nach Qualität suchen, so richtig stimmen tut das aber nicht. Sie haben 2016 z. B. auf Unterschiedlichkeit zwischen den Acts geachtet, nicht auf deren mögliche Chancen in Stockholm. Außerdem haben sie immer wieder gesagt, dass sie auf die Plattenlabels angewiesen sind, denn das was ihnen halt nunmal in den Kram passt, muss eben genommen werden. Und genau DAS ist die Schwierigkeit bzw. das Problem. Man kann nicht einfach Kandidaten nominieren, weil sie "gerade halt ein Album veröffentlichen". Schön und gut, aber man tut sich eben keinen Gefallen, wenn sie zwar gerade ein Album haben, welches sie promoten könnten, dass allerdings einfach nicht ankommt. Dann lieber ablehnen und andere Möglichkeiten heranziehen.

05. Wünsche für die Vorentscheidung:
Und hier kommen wir schon zu meinem nächsten Wunsch: ich finde, der NDR sollte einen Aufruf starten. Jeder Sänger, jede Sängerin und jede Band sollte eine Möglichkeit haben, ihren Song zum Fernsehsender zu schicken. Völlig egal, ob sie bereits unter Vertrag bei einem Label ist oder nicht. Außerdem sollte der Sender selber nach möglichen Produzenten, Songwritern und Künstlern suchen, die sie geeignet halten, um Deutschland beim ESC zu vertreten. Und zusätzlich zu diesem Optionen, können dann die Plattenfirmen mögliche Kandidaten vorschlagen, die eben "gerade ein Album fertig produziert haben". Solch eine Mischung und Bandbreite muss her. Denn dann kommen sowohl Indie-Acts, Mega-Hits und Chart-Musik zusammen. Unter denen kann man dann auswählen und eine Bandbreite bieten. Übrigens würde ich dabei vermehrt auf relative Nonames setzen - da entsteht dann kein Druck, man hat viel Spielraum und kann ein frisches Gesicht zum ESC schicken - Lena, hallo!

Außerdem würde ich mir doch wünschen, dass man den Vorentscheid etwas anders promotet: so sollten die Acts nacheinander mit einer Woche Abstand bekannt gegeben werden. Jeder Act wird dabei mit seinem Song präsentiert, dieser geht auf Radio-Tour, besucht Morgenmagazine und hat Auftritte, bei dem das Stück präsentiert wird. Gleichzeitig könnte man auf der offiziellen deutschen Eurovision-Website Livestreams veranstalten, den Kandidaten interviewen und über die Entstehungsgeschichte des Songs informieren. So hätte man ein rundes Bild und man könnte richtig mitfiebern, welche Acts nun noch dazukommen. Eine Werbeplattform würde entstehen und man würde immer mehr Fans gewinnen, die mit Spannung die News verfolgen. Gleichzeitig könnte man hier auch uns Blogs mitheranziehen, schließlich leisten wir ja auch Arbeit. Ich würde mich freuen :D

Sonst sollten einige gute Ideen von 2016 übernommen werden: die Zusammenarbeit mit den Kunsthochschulen sollte beispielsweise beibehalten werden. Man kann wirklich viel kritisieren, aber die Inszenierungen waren im Vorentscheid 2016 wirklich toll! Nicht nur die von Jamie-Lee :D Auch gut: nur wenige Zwischenacts und die Vorstellungsvideos am Anfang. Das war authentisch und rund!
Was man allerdings dazunehmen sollte: Jurys. Ja, richtig gehört. Diese sind nunmal seit einigen Jahren ein Bestandteil vom ESC, warum also dann nicht auch beim Vorentscheid? Am besten fände ich es, wenn diese zu 50 % mitentscheiden, welche drei Acts ins Superfinale einziehen dürfen. Die endgültige Entscheidung, soll dann wieder zu 100 % vom TV-Publikum getroffen werden. So hat die Jury zwar "Macht", kann aber keine Entscheidung treffen, die angefochten werden könnte.

06. Promotion nach dem Vorentscheid
Außerdem finde ich, muss an der Promotion nach dem Vorentscheid gearbeitet werden: alle Acts seit 2010 haben immer ein Album aufgenommen und haben (bis auf 2015) auf Pre-Eurovision-Partys verzichtet. Das ist total schade. Warum? Weil sich so der Künstler so richtig auf die Eurovision-Experience einlassen kann. Für das Abschneiden vom ESC bringt es nichts, aber man kann sich bei den Fans etablieren, ähnlich wie Zoe aus Österreich in diesem Jahr. Diese war ganz weit unten bei den ganzen Rankings, kaum war sie in Amsterdam und in Israel, waren die Fans Feuer und Flamme und sie konnte mit einem anderen Gefühl dahin gehen. Genau ein solcher Effekt sollte man versuchen zu erreichen. Ein Album könnte da warten. Oder man produziert einen Vorentscheid bereits Ende Januar und hat dann einfach mehr Zeit, für Album UND Promo.


Insgesamt wünsche ich mir also quasi ein Vorentscheid wie letztes Jahr, allerdings mit einer von Grund auf anderen Herangehensweise. Frischer, jünger, revolutionärer und einfach zielorientierter. Mein größter Wunsch wäre wieder eine Castingshow wie 2010 oder 2012, das bleibt wohl aber Wunschdenken. Auch so eine Sendung wie Lena 2011 gemacht hat, mit einer Künstlerin/einem Künstler und mehreren Songs wäre toll, aber nach dem Xavier Naidoo-Skandal ist wohl auch so etwas sehr unwahrscheinlich.

Man wünscht sich einfach eine andere Richtung, einen anderen Ansatz. Etwas gewagtes, dennoch beständiges und irgendwie frisches. Eben wie bei Lena damals. Aber nicht genau wie Lena. Denn was Raab mit Lena richtig machte, war, dass man sich zuvor anschaute, was zu der kleinen 18-Jährigen passt. Und das war nunmal schlicht. Andere brauchen da mehr. Und das gilt es in einer Zusammenarbeit herauszufinden.

Ihr seht: es gibt Verbesserungsmöglichkeiten. Diese sollten wahrgenommen werden. Denn es muss sich was ändern. Das haben die Ergebnisse der letzten beiden Jahre gezeigt. Daher:

Lieber NDR, ich hoffe, dass man sich für 2017 ein ausgeklügeltes System ausgedacht hat, bei dessen Ende ein internationales Produkt herauskommt, welches dann auch noch gut vermarktet und unterstützt wird. Es muss erst einmal Spannung in Deutschland wegen des Vorentscheids aufgebaut werden, bevor man dann im zweiten Schritt internationale Fans und Märkte in Angriff nimmt. Dass das nötig ist, haben besonders die letzten beiden Jahre gezeigt.


Bis dahin genieße ich jetzt die restliche Musikwelt und freue mich auf eine neue ESC- und Vorentscheidungssaison 2017, mit der ich mich ab September wieder beschäftigen werde - es sei denn, wir erhalten vorher neue Informationen, besonders zum Vorentscheid, wovon ich jetzt aber nicht ausgehe.
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Beyoncé - "Lemonade"                                Jamie-Lee - "Berlin"

Album-Rezension: Elaiza - "Restless"

Elaiza begeisterten mich erstmals beim Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 2014 und konnten mich seitdem einen wahren Fan nennen - sowohl die Single "Is It Right" als auch das dazugehörige Album "Gallery" beeindruckten mich ab dem ersten Hören, ersterer Song wurde sogar zu meiner Top-Single 2014. Deshalb ging ich auch zur anschließenden Tour nach ihrem 18. Platz beim Conchita-ESC und was soll ich sagen? Die Mädels hauten mich so richtig um, präsentierten die Album-Tracks in einer unfassbar guten (wenn nicht sogar besseren) Live-Version und zeigten außerdem, an welchen Songs sie gerade arbeiteten. Denn schon vor zwei Jahren, war das große Ziel, ihr 2. Album zu veröffentlichen. Dafür nahmen sie sich ordentlich Zeit und jetzt, zwei Jahre später, erhalten wir das Produkt: "Restless" soll in neue Richtungen gehen und zeigen, dass man Kontrabass und Akkordeon auch in modernem Gewand präsentieren kann.

Wie schon gesagt, ich war großer Fan von "Gallery", da die LP total frisch klang und mich damals einfach abgeholt hat. Es hatte genau die richtige Mischung zwischen Radio-Sound und Folklore-Elementen, welche mich oft in meiner Kindheit umgaben. Wahrscheinlich deshalb feierte ich die Band auch so und war wirklich gespannt auf das, was noch so kommen wird. Und die Wartezeit hat sich gelohnt: Elaiza verzichten zwar auf ihrer zweiten Platte auf Folklore-Sound, beziehen diese aber unterschwellig immer wieder mit ein. Denn hauptsächlich klingt die Platte modern, sehr erfrischend und total nach Sommer. Im wahrsten Sinne des Wortes: Titel wie "Summer Somewhere", "Going on 13", "Stronger Next to You" oder "Workaholic" machen Lust auf Sommer, Strand und Meer und zaubern einen, durch ihre teils ironischen Texte, ein Lächeln aufs Gesicht. Allesamt sind sie tolle Uptempo-Nummern, die sich nicht hinter der 1. Single "Hurricane" verstecken müssen. Diese Single höre ich mir schon seit einigen Wochen an und bekomme irgendwie nicht genug von ihm. Gut, dass deshalb auch ein Remix am Ende des Albums vorhanden ist - zumindest für die, die sich die CD zugelegt haben.


Doch Elaiza wäre nicht Elaiza, wenn sie nicht auch für eine ordentliche Portion Emotionen sorgen würden: die Balladen "Real" und "Gone But Not Gone" bereiten mir Gänsehaut und haben mich wirklich total geflasht. Besonders "Real" hat mir die Tränen in die Augen getrieben - hier hatte ich einen kurzen Moment einen totalen Flashback, denn "Without" auf der ersten Platte hat bei mir die selbe Reaktion hervorgerufen. Ich freue mich wirklich sehr auf die Live-Umsetzung der beiden Balladen, denn Elaiza gehen nämlich wieder auf Tour - doch dazu später mehr.
Gute Album-Tracks gibt es aber noch mehr: "Shooting Star", der Namensgeber "Restless", "Leave Me Alone", "Our Parade" und "No Queen" sind vielleicht nicht für die Singles-Charts gemacht, zeigen aber allesamt neue Facetten und passen perfekt in den Album-Sound. Auch wenn der Refrain in "Restless" manchmal etwas nervt... langgezogene Noten können manchmal eben doch zu lang sein :D

Doch das stört nicht, im Gegenteil: ich freue mich total, wieder auf eine Reise von Elaiza mitgenommen zu werden und genieße die Songs, einer nach dem anderen. Und zum Schluss, bevor der Remix von "Hurricane" kommt, bekomme ich wieder total Lust die Mädels live zu erleben. Denn als 13. Track gibt es einen Live-Mitschnitt der Gitarren-geleitenden Nummer "Be Beautiful". Dieser lässt alte Erinnerungen hochkommen, da er bereits auf der ersten Tour als "Neuer" präsentiert wurde. Ebenso wie "Workaholic". Und beide Tracks haben mich bereits 2014 überzeugt.



Wer jetzt nicht Lust auf das Album bekommen hat, dann weiß ich auch nicht. Elaiza ist eine Band, die von allen total unterschätzt wird, die aber live wahrscheinlich die breite Masse umhauen würde. Echt, authentisch, mitreißend und total emotional präsentieren die Mädels, dass moderne Musik durchaus tiefgründig und trotzdem mit ganz viel Spaß daherkommen kann.
Wer das schon entdeckt hat, weil er die Mädels über den ESC hinaus weiter verfolgt hat, wird sich jetzt sicher fragen, welches Album ich von ihnen für besser halte. Gute Frage, die ich mir auch gestellt habe. Insgesamt war wohl der Instant Appeal, also der Eindruck nach dem ersten Hören, wohl doch etwas größer beim Debüt 2014. Allerdings heißt das nicht, dass ich "Restless" für so viel schelchter halte. Es ist einfach anders. Moderner. Zeitgemäßer. Und reifer. Elaiza zeigen, dass sie sich in den letzten Jahren verändert haben und dennoch wissen, woher sie kommen. Sie legen den Folklore-Sound nicht komplett haben, gehen aber definitiv einige Schritte in die modernere Richtung. Und dieser Prozess ist sehr interessant mitzuverfolgen. Insbesondere der Aspekt, wie sie diese Richtung live rüberbringen. Ich glaube nämlich, dass mich das Konzert nocheinmal mehr für das Album begeistern wird - und dann ähnliche Gefühle wie beim Debüt zustande kommen werden.


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Beyoncé - "Lemonade"                                Jamie-Lee - "Berlin"

ESC-Special 2016: Ranking des großen Finales


Was waren das für großartige zwei Semifinale, die wir in den zurückliegenden Woche anschauen durften. Der Jahrgang hat, entgegen erster Meldungen, sehr starke Kandidaten und die Show in Stockholm begeistert mit professioneller Technik, tollen Kameraführungen und außergewöhnlichen Inszenierungen. Nachdem Schweden letztes Jahr visuell alles geboten hat, haben sie das nun auf alle Kandidaten übertragen, weshalb auch wirklich alle Performances einfach großartig wirken. Ich bin total im Eurovision-Himmel und freue mich SEHR auf morgen Abend. Auch wenn die Zeichen für unsere Act nicht so gut stehen - doch dazu später mehr.

Kurz zum zweiten Halbfinale von gestern Abend: auf Facebook habe ich meine Top10 nach den 18 Auftritten veröffentlicht und was soll ich sagen? Meine Trefferquote lag nicht so gut, ich tippte sechs aus zehn Qualifikanten richtig. Das war allerdings für mich selber keine Überraschung, schließlich wusste ich, dass meine Lieblinge Dänemark und Irland leider gar nicht so gut ankommen. Wirklich geflasht war ich allerdings von der Ukraine. Emotionaler Gesang, unfassbare Visuals und ein Auftritt, bei dem ich am Ende sprachlos war. Ähnliches gilt für Israel, für mich mein persönliches "Dark Horse" in diesem Jahr, schließlich hatte ich das Land anfangs irgendwo zwischen 30 und 40 platziert.

Doch jetzt geht erst der richtige Wettbewerb los: nachdem wir jetzt 26 Finalisten haben, wurde gestern Abend noch die Startreihenfolge für morgen bekannt gegeben. Jetzt wissen wir welcher Act, wann antritt und könen noch einmal einen Blick auf das Kandidatenfeld werfen. Am Ende gibt es dann meine Top10 + meine Plätze 11-26.

01. Belgien: Laura Tesoro - "What's the Pressure"
Belgien hatte es in diesem Jahr (nicht nur bei mir) nicht leicht: nachdem Loic Noitt letztes Jahr eine unfassbare Performance hingelegt hat, hatte es der Nachfolger von Anfang an schwer, in diese Fußstapfen zu treten. Am Ende wurde es Laura Tesoro, die mit ihrem funkigen "What's the Pressure" im Halbfinale die Zuschauer überzeugen konnte und jetzt im großen Finale steht. Und ja: der Track geht schnell rein, man muss lächeln und Laura performt wirklich gut. Aber ich muss sagen, dass mich der Track überhaupt nicht flasht und ich dann auch wieder froh bin, dass er vorbei ist. Außerdem erinnert er mich einfach viel zu sehr an "Sax" von Fleur East und kann mit diesem leider so gar nicht mithalten. Ich glaube, dass Laura bestenfalls im Mittelfeld landet, persönlich sehe ich sie allerdings eher im unteren Mittelfeld als im oberen.



02. Tschechien: Gabriela Guncikova - "I Stand"
Mensch, da schafft es Tschechien endlich mal ins Finale und dann bekommen sie den "Death Slot" Nummer 2. Von dieser Position hat nämlich noch nie ein Kandidat gewonnen bzw. recht gut abgeschlossen. Was wirklich schade wäre, hat Tschechien doch in diesem Jahr eine wirklich total tolle ESC-Ballade, die sogar gut auf die Bühne gebracht ist. Gleichzeitig hat Gabriela eine unfassbar gute Stimme und erzeugte bei mir am Dienstag leicht Gänsehaut. Sie zählt jetzt zwar nicht zu meinen Favoriten, konnte bei mir aber Sympathie-Punkte sammeln. Außerdem habe ich mich für das Land wirklich TOTAL gefreut, denn es sollte wirklich mal jeder im Finale gewesen sein. Deshalb wünsche ich unseren Nachbarn auch alles Gute und ganz viel Erfolg am Samstag - vielleicht schaffen wir es sogar ein paar Pünktchen auszutauschen ;-) Mein Wunsch für Tschechien wäre ein Platz im guten Mittefeld, mein Tipp liegt knapp dahinter auf den Plätzen 14-18.



03. Niederlande: Douwe Bob - "Slow Down"
Die Niederländer haben mich im Halbfinale auch total mit einer sehr dezenten und dennoch sehr starken Performance überrascht. Douwe Bob konnte mich dagegen schon vorher mit seiner lässigen, coolen und sehr eigenen Art überzeugen. Dabei ist der Song wirklich schön und hat mich im Halbfinale total beruhigt - nach den ganzen sehr visuellen und überproduzierten Nummern, war man froh, dass jetzt was schlichtes kommt. Deshalb finde ich es etwas schade, dass man ihn gleich als dritten antreten lässt. Aber gut, so haben sich die Schweden nun mal entschieden. Eigentlich hätte ich für Niederlande die Top10 getippt, aber mit der Startnummer ist es schwierig. Egal, ich bin optimistisch und sage, dass es mit den ersten zehn klappt!



04. Aserbaidschan: Samra - "Miracle"
Ich möchte schon gar nichts mehr schreiben zu diesem Act. Aserbaidschan mogelt sich fast jedes Jahr (meiner Meinung nach ungerechterweise) ins Finale und jedes Jahr (mit Ausnahme 2015) rege ich mich drüber auf. Doch besonders dieses Jahr, kann ich es gar nicht nachvollziehen: Samra singt "Miracle" echt schief und auch die Performance ist jetzt kein Highlight - ja, sie entzündet am Anfang zwei Mal Feuer, aber sonst? Stimmlich ist das einfach viel zu schwach. Das hat das Land schon tausend Mal besser hinbekommen, weshalb ich auch nicht an ein gutes Abschneiden glaube. Ich prognostiziere sogar das schlechteste Ergebnis für Aserbaidschan in seiner ESC-Geschichte. Nämlich einen Platz unter den Bottom6.



05. Ungarn: Freddie - "Pioneer"
Jaja, Ungarn fanden am Anfang alle MEGA toll und jetzt auf einmal liegen sie in den Wetten im hinteren Drittel (mit uns, yeahi <3). Und auch ich muss sagen, dass ich nach der Halbfinal-Performance geteilter Meinung war. Einerseits mochte ich die raue Stimme, andererseits war sie mir an manchen Stellen doch etwas zu ruppig. Und die Inszenierung war jetzt auch nicht total herausragend. Ja, Freddie ist süß und wahrscheinlich hat er es mit unter auch deshalb ins Finale geschafft. Und ja, er wird wieder gut performen. Aber es wird für keinen der vorderen Plätze reichen. Ich tippe einen Platz bis maximal Platz 18. Leider nicht mehr. Aber Ungarn hat ja dafür auch 2012 bis 2014 immer in der vorderen Hälfte mitgespielt. Da darf man sich das jetzt leisten.



06. Italien: Francesca Michielin - "No Degree of Seperation"
Ich war von Anfang an Fan von Italien. "No Degree of Seperation" ist im Italienischen einfach so schön, so süß und so stark, dass man ihn einfach gut finden muss. Doch dann kam dieser Teil auf Englisch und ich war schon gar nicht mehr so begeistert, obwohl ich mich an den Teil gewöhnt habe. Doch dann das: der Auftritt, den Francesca im Finale präsentieren möchte, passt meiner Meinung nach gar nicht zum Song. Sie steht auf Gras, im Hintergrund ein Baum und links und rechts hängen Gartengegenstände herum - what?! Warum hat man sich den so ein Staging ausgedacht? Total unpassend und leider überhaupt nicht gerecht, dem Song gegenüber. Italien ist ja durchaus noch Favorit bei den Buchmachern, zumindest unter die ersten zehn zu kommen. Das kann ich gar nicht verstehen. Mit der Performance traue ich ihnen nur einen Mittefeldplatz zu - und das in der hinteren Hälfte (18-20).



07. Israel: Hovi Star - "Made of Stars"
Israel ist für mich wirklich, wie oben schon erwähnt, die große Überraschung. Nachdem Hovi Star die Castingshow zum ESC in Israel gewonnen hat, präsentierte er dort die Midtempo-Nummer "Made of Stars", die ich ganz fürchterlich fand. Dann die Neuerung: Israel arbeitete den Song in eine Ballade um und plötzlich konnte Hovi, der Star, richtig glänzen. Und am Donnerstag flashte er mich komplett mit seiner unglaublich tollen Stimme, einer wunderschönen Inszenierung und stimmigen Pyroeffekten. Insgesamt konnte Hovi so seinen anfänglichen Platz 30 bis 40 bei mir komplett umwandeln und ist jetzt schon in meiner Top10 - und das wird er auch am Samstag sein... in der Top10!



08. Bulgarien: Poli Genowa - "If Love Was a Crime"
Auch Bulgarien konnte mich im zweiten Halbfinale überzeugen, allerdings weniger durch die Show. Ich finde die Bühne, das Staging, die Choreografie und die Klamotte wirklich zum Weglaufen. Poli hätte sich so viele tolle Sachen einfallen lassen können und kommt dann mit sowas. Naja, alles war dann aber irgendwie egal, denn der Song ist einfach gut. Er hat diesen Sound, den ich gerne bei einem Gewinner höre: Eigenständigkeit, Dynamik, Leichtsinn und ein Ohrwurmpotenzial vom Feinsten! Ich muss sagen, dass das der einzige Song ist, der mir diese Vibes eines Gewinners gibt. Gleichzeitig denke ich aber dann an die Präsentation und wage zu befürchten, dass er nicht gewinnen wird. Ich traue Bulgarien von der Top10-Position bis hin zu einem Platz im guten Mittelfeld wirklich alles zu... ob das auch eintritt?



09. Schweden: Frans - "If I Were Sorry"
Ich habe es ja schon einmal gesagt: Schweden erinnert mich in den letzten zwei Jahren immer an irgendwelche Songs und damit ist es bei mir auch schon gelaufen. Auch wenn die Inszenierung stimmt und die Typen dann auch noch singen können. So wie bei Frans. "Catch & Release" hallo, sag ich da nur. Aber gut, so ist es nunmal und anscheinend liegt ja auch kein Plagiat vor, schließlich darf der Schwede damit antreten. "If I Were Sorry" gefällt mir auch eigentlich ganz gut, auch wenn ich nach 1,5 Minuten schon wieder gelangweilt bin. Alle sehen ihn in den Top10 (es gibt gar keine Diskussion darüber, dass er es nicht schaffen könnte). Ich sehe das anders. Bei mir ist Frans im Mittefeld, als Prognose finde ich es schwierig, allerdings glaube ich nicht, dass er so gut abschneidet wie gewettet wird. Ich traue ihm eher inen Platz im vorderen Mittefeld zu - oder eben dann doch in den Top10 auf Platz 9-11. Irgendwie sowas.



10. Deutschland: Jamie-Lee - "Ghost"
Tjaja, so viel Berichterstattung, Kritik und Gegenwind für unsere kleine Jamie-Lee und was macht sie? Richtig, sie lächelt es gekonnt weg, konzentriert sich auf ihren Auftritt und strahlt voller Freude in die Kamera. So der Eindruck vom gestrigen Halbfinale, wo Jamie-Lee zu Gast war. Die Sängerin sah in ihrem Kimono total süß aus und auch der Ausschnitt aus ihrer Probe kam total sympathisch rüber. Viele prophezeihen Deutschland ja wieder den letzten Platz, was ich für total drüber halte. Ich meine, bitte: Jamie-Lee hat (so zumindest meine Ansicht) das beste Bühnenbild in diesem Jahr. Der Mond, die Bäume, das Licht, Ihr Outfit - alles ist auf die 18-Jährige abgestimmt und passt einfach perfekt ins Bild. Gleichzeitig singt sich Jamie wirklich die Seele aus dem Leib und macht das so gut, dass man gar nicht erkennen kann ob das jetzt live ist oder vom Band (natürlich es es live, aber es ist so gut wie die Studio-Version, wenn nicht sogar NOCH besser). Das muss man erstmal hinbekommen. Ja, sie wird nicht gewinnen und wahrscheinlich wird es auch mit der Top10 schwierig. Ich glaube aber, dass sie uns einen respektablen Platz in den Top15 bescheren wird. Für irgendwas drunter ist das Gesamtpaket viel zu stark. Hoffentlich erkennen das die Juroren und Zuschauer.



Liebe Jamie-Lee, ich wünsche dir von Herzen alles Gute und gönne dir eine gute Platzierung, denn die hättest du, deine Art, Stimme und Performance verdient. Und selbst wenn es nicht so laufen sollte, wie gewünscht oder erhofft: du bist eine tolle Künstlerin, die sich nicht verstecken muss und die glänzen wird. Da bin ich mir sicher. #TeamGhost #TeamJamieLee #TeamBerlin

11. Frankreich: Amir - "J'ai cherché"
Der große Favorit, wie es so schön heißt. Denn neben Russland zählt auch Frankreich zu diesen. Leider muss ich sagen, dass ich die Performance nicht so gelungen finde. Amir steht auf der Bühne, hoppelt ein bisschen hin und her und im Hintergrund fliegen Planeten... nach Siegerperformance klingt das irgendwie nicht. Wie dem auch sei, der Song ist gut und ich könnte mir vorstellen, dass er zu einem wahren Sommerhit mutieren könnte. Aber eben nicht zum Eurovision-Hit. Denn dafür hat Amir einfach nicht das Gesamtpaket, welches man braucht, um den ESC zu gewinnen. Er wird einen Platz in der Top10 machen, zumindest glaube ich das. Allerdings würde es mich auch nicht überraschen, wenn er als großer Favorit ins Finale geht und dann ganz tief stürtzt. Wobei ich ihm das nicht wünsche, schließlich ist der Song doch so gut.



12. Polen: Michal Szpak - "Colour of Your Life"
Ich muss sagen, dass ich von dieser Nummer so gar nicht angetan bin. Als wir allerdings zu fünft das Halbfinale angeschaut haben, war der Rest wirklich begeistert. Von der Stimme. Dem Song. Dem Auftritt. Und ich halt einfach nicht. Meiner Meinung nach ist Polen ganz knapp ins Finale gekommen (als achter oder siebter) und hat jetzt deshalb einen Platz dort. Ich finde, Michal kommt weder sympathisch rüber, noch reißt mich der Song jetzt total mit oder löst in mir irgendwas aus. Das ist so ein Kandidat, der am Ende (aufgrund von Nachbarschaftshilfe) weiter oben landet als Deutschland und ich mich dann richtig drüber aufregen werden, weil ich es nicht verstanden habe (wie letztes Jahr schon mit Polen und England... ich meine ernsthaft? Die waren besser als Ann Sophie - no, no NEVER!). Ich meine deshalb, dass Michal in der hinteren Hälfte landen wird. Alles zwischen 20 und 26. Alles weiter oben wäre eine Überraschung für mich.



13. Australien: Dami Im - "Sound of Silence"
Nachdem Australien im Halbfinale gesungen hat, schossen sie in den Wetten auf Platz 2, direkt einen Platz unter Russland - könnten die Aussies, Russland den Sieg wirklich strittig machen? Das wäre das erste Mal, dass Australien Europa rettet :D Nein Quatsch, kommen wir zur Performance und Künstlerin: Dami Im ist in ihrem Heimatland ein gefeierter Superstar und vertritt in diesem Jahr Down Under mit dem Song "Sound of Silence". Ich muss sagen, dass ich vorher den Song ganz okay, aber jetzt nicht wirklich herausragend fand. Und auch gestern war ich jetzt nicht total geflasht. Stimmlich okay (ziemlich viele schiefe Töne dabei gewesen, oder?), dafür war die Inszenierung wirklich sehr modern gehalten: Dami schiebt Hologramme über die Bühne und hat dabei ein sehr, naja sagen wir, interessantes Kleid an. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie in den Top10 landen wird, in meinem Ranking reicht es wahrscheinlich nur für einen Platz im guten Mittefeld - sorry!



14. Zypern: Minus One - "Alter Ego"
Über diesen Act freue ich mich, da somit mal ein etwas anderes Genre im Finale präsent ist. Zypern bietet Pop-Rock, der sich hören und sehen lassen kann. Zwar gefallen mir jetzt die Gitterstäbe auf der Bühne nicht, aber der Refrain ist einfach MEGA gut. Ich werde froh sein, einfach mal was anderes zu hören, wenn ich Samstag Abend dasitze und mir die Songs anhöre. Wie erfolgreich Zypern damit sein wird? Schwierig einzuschätzen. Einmal 12 Punkte sind ihnen ja sicher (Griechenland richtet es schon), weshalb ich an einen Mittelplatz glaube. Ob es dann eher im vorderen oder hinteren Mittelfeld sein wird, weiß ich ehrlich nicht. In meinem Ranking eher ersteres.



15. Serbien: Sanja Vucic ZAA - "Goodbye (Shelter)"
Hmm. Ich weiß ja nicht. Alle sind von der Stimme und dem Song so begeistert und ich möchte einfach nicht warm werden mit dem Track und der Sängerin. Gut, ich bin froh, dass sie den Look aus ihrem Video abgelegt hat und etwas moderner daher kommt, allerdings finde ich immer noch, dass sie viel zu alt wirkt auf der Bühne. Und auch der Song ist zwar gut vorgetragen, allerdings flasht und berührt mich da nichts. Aber auch wirklich nichts. Mir sind dann auch noch die drei Minuten viel zu lang und ich war gestern echt froh, als dann ein anderer Song kam. Im Finale wird sie es ebenfalls ins Mittelfeld schaffen, sogar eher mittig, vielleicht mit Tendenz nach unten.



16. Litauen: Donny Montell - "I've Been Waiting for This Night"
Wie es dieser Act ins Finale schaffen konnte, ist mir echt ein Rätsel. Der Song fängt vielversprechend an, ist dann im Refrain aber total 0815 und auch die Performance war jetzt nicht MEGA gut. Okay, aber einfach nichts besonderes. Außerdem: was hat er bitte mit seinen Haare gemacht? Vorher sah das alles viel besser aus. Aber gut, wer bin ich schon, um das bewerten zu können? Richtig. Naja. In den Wetten liegt Litauen etwa mit Deutschland auf einem Level (ernsthaft jetzt?!), weshalb ich auch glaube, dass es der Song nicht über die Bottom6 hinaus schaffen wird. Wenn ein 20. Platz erreicht wird, kann man schon von Glück sprechen. Aber hey: stay positive, Lithuania!



17. Kroatien: Nina Kralijic - "Lighthouse"
Und alle so: "KROATIEN GEWINNT 2016". Nach den Proben dann alle so: "KROATIEN, WAS HAT SIE DA AN?". Und schwupps, landete Nina in den Wetten im unteren Drittel. Unglaublich, was ein Kleid alles anrichten kann. Dabei ist der Song doch wirklich MEGA gut und kann mit den Favoriten in diesem Jahr wirklich sehr gut mithalten. Ich fand außerdem, dass das Kleid (bzw. die Kleider) gar nicht so schlimm waren, sondern eher zur Sängerin und dem Song gepasst haben. Aber gut, ist ja schon wieder nur meine Meinung. Ich persönlich bin immer noch Fan, v. a. vom Song, weshalb Kroatien es sogar knapp in meine Top10 schaffen könnte. Das wird im Finale wohl unerreichbar sein. Wahrscheinlich ist dagegen eher ein Platz bis 15. Aber, aufgrund der schlechten Resonanz bei den Proben, ist leider auch Luft nach unten. Das will ich aber nicht hoffen.



18. Russland: Sergei Lasarew - "You Are The Only One"
Was soll ich sagen? Ich habe schon so viel geschrieben zu Russland. Die Show ist beeindruckend, der Song okay, der Gesang gut und Sergei hübsch zum ansehen. Dementsprechend hat er alles, was Mans letztes Jahr schon vorweisen konnte. Und genau das stört mich: es haben noch nie zwei ähnliche Künstler hintereinander gewonnen. Weshalb ich auch nicht möchte, dass Russland gewinnt. Aber gut, ist ja irgendwie nicht nur meine Entscheidung. Außerdem finde ich, dass das Staging so gewollt daher kommt. Alles ist etwas too much und irgndwie zu durchdacht. Als ob genau wissen würde, auf was die Zuschauer stehen. Das gefällt mir nicht. Ja, es wird in den Top5 sein. Aber nicht in meiner.



19. Spanien: Barei - "Say Yay!"
Uhhhh, die Spanier. Die denken ja jedes Jahr, dass sie gewinnen :D und auch dieses Jahr lassen sie es krachen. Barei schoss sogar für kurze Zeit in die Top10 der Buchmacher und war lange Zeit große Fanfavoritin (doch dann kam Österreich, ha!). Jetzt ist sie im unteren Mittefeld gelandet und wird wohl auch nichts besseres am Samstag erreichen. Die Inszenierung ist eigentlich ganz schön, lediglich ihr Fall irritiert mich total, aber gut, es ist ganz gut umgesetzt, weshalb man darüber hinweg sehen kann. Allerdings finde ich den Song auch etwas nervig mit der Zeit. Beim ersten Hören geht er aber rein, weshalb ich nicht glaube, dass er unter den letzten sechs landet, dafür ist er zu sehr Ohrwurm. Ein Platz von 18-20 sollte also drin sein.



20. Lettland: Justs - "Heartbeat"
Lettland beweist, dass man nach einer langen Durststrecke doch wieder erfolgreich sein kann. Mit der Hilfe von Nachbarn und Europa klappt das schon. Dieses Jahr präsentieren sie den Teenie-Schwarm Justs und sein Elektro-Pop-werk "Heartbeat". Ich finde den Song echt okay, allerdings ist es mir an manchen Stellen zu sehr geschrien. Justs bringt es aber gut rüber und weiß, was er da macht. Das er so spät dran kommt, könnte aber auch von Nachteil sein: ich fürchte, dass der Song nur als Füllmaterial wahrgenommen werden könnte. Aber er wird Stimmen auf sich vereinen können. Ganz sicher. Weshalb eine knappe Top10 bzw. eine sichere Top15 drin sein dürfte.



21. Ukraine: Jamala - "1944"
Gestern war das der zweite Act (nach Israel) der mich total umgehauen hat: Jamala hat einfach so großartig gesungen, dass man ihr Leid, ihre Verzweiflung und ihre Trauer spüren konnte und hat dabei so gut gesungen, dass ich einfach geflasht war. Klar, dieses Titel polarisiert, so fanden ihn alle anderen Gäste meiner kleinen ESC-Runde eher so lala, trotzdem bin ich der Meinung, dass die Ukraine damit wirklich sehr gute Chancen auf die Top10 hat - wenn nicht sogar auf die Top5. Der Song ist eigen, sticht total hervor und hätte es als solcher wirklich verdient, so hoch wie nur möglich zu landen. GO JAMALA GO!



22. Malta: Ira Losco - "Walk on Water"
Ein weiterer Kandidat, bei dem ich mich frage, warum er im Finale ist. Malta präsentiert eine 0815-Schweden-Pop-Nummer und alle sind begeistert. Bei den Buchmachern ist der Song sogar in den Top10. Echt jetzt? Ich glaub's ja wohl nicht! Ja, er ist natürlich nicht ganz so schlecht wie andere Lieder im Halbfinale, aber man gibt ihm Chancen auf eine Top10 im Finale? Wirklich? Hätte ich nie gedacht. Ich denke, Malta wird im Mittelfeld landen, bei mir wird's eher einer der hinteren Plätze. Ganz sicher.



23. Georgien: Nika Koscharow & The Georgian Lolitaz - "Midnight Gold"
Dieser Act war wohl die große Überraschung des Abends! Niemand hat damit gerechnet, dass Georgien wirklich ins Finale kommt mit ihrer komischen Rock-Oasis-Pop-Nummer und dennoch hat es geklappt. Na gut, ich glaube zwar nicht, dass sie einen Lordi-haften Aufstieg hinlegen, aber dass man es mit so einer Nummer überhaupt ins Finale schafft, zeigt, wie offen der ESC für solche Experimente ist. In meiner Liste werden sie wahrscheinlich den vorletzten Platz machen (sorry) und auch beim ESC wird es die Bottom6 - außer sie überraschen uns wieder. Denn ich muss eingestehen: gesungen, war der Song wirklich gut. Gibt es eine Überraschung?



24. Österreich: Zoe - "Loin d'ici"
Größer könnte der Unterschied zur vorherigen Nummer nicht sein: nach georgischem Oasis-Sound, folgt nun eine meiner Lieblingsnummern: Zoe und ihr zuckersüßes "Loin d'ici"! Zoe überzeugte mit ihrer natürlichen Art, legte eine astreine Performance hin und hat Österreich wieder ein positives ESC-Gefühl gegeben, nachdem letztes Jahr wirklich bescheiden gelaufen ist. Fürs Finale wünsche ich Zoe, dass sie einen Top10-Platz macht, denn den hätte sie wirklich verdient. Bei mir hat sie diese Platzierung bereits gemacht, sogar in meiner Top5 ist sie vertreten. Realistisch betrachtet sollte das auch drin sein, schlechtestenfalls sollte sie die Top10 nur knapp verfehlen (so 11-13). Aber dazu wird es hoffentlich nicht kommen <3



25. Vereinigtes Königreich: Joe & Jake - "You're Not Alone"
Wenn ich mir die Big5 anschaue, dann haben Joe & Jake am meisten gewonnen: ihr Auftritt wirkt natürlich, der Song geht total schnell ins Ohr und die Jungs wirken wirklich sympathisch - British boys halt. Allerdings muss ich sagen, dass ich von den stimmlichen Qualitäten etwas enttäuscht war, als ich ihren Auszug von der Probe gesehen habe. In den Wetten wird ihnen ein zehnter Platz vorhergesagt, ich glaube, dass sie mit diesen schwachen Stimmen eher in der hinteren Hälfte landen, auch wenn ich den Song eigentlich ganz gut finde und den Jungs eigentlich nur das beste wünsche. Aber, wenn ich sie z. B. mit Jamie-Lee vergleiche, dann überzeugt mich Jamie einfach mehr. Und das nicht nur, weil sie mein Land repräsentiert.



26. Armenien: Iveta Mukutschjan - "LoveWave"
Als letzte Teilnehmerin präsentiert uns Armenien die in Deutschland lebende Iveta Mukutschjan. Diese konnte im 1. Halbfinale mit einer grandiosen Präsentation überzeugen und ist in den Wetten aus den Top5 nicht mehr rauszudenken. Ich war total begeistert von der Nummer, meine Gäste leider eher weniger, obwohl sie die Show lobten und im Endeffekt Armenien im Finale sahen. Ich glaube, dass Armenien den Wetten gerecht wird und es LOCKER in die Top10, wenn nicht sogar in die Top5 schafft. Als Gewinner sehe ich ihn nicht, dafür ist der Song nicht allzu tauglich. In den letzten Jahren haben dann doch eher Radio-Songs gewonnen. Aber hey, es wäre ja mal was anderes und der ESC überrascht gerne.



Das war's mit den Kandidaten! Es wird ein langer Abend werden und ich werde bei der Hälfte schon fertig sein, aber dafür jeden Moment genießen :D Ich muss sagen, dass es ausgesprochen schwer ist, eine Top10 zusammenzustellen bzw. vorherzusagen, wer gewinnen wird. Ich glaube nämlich nicht, dass Russland schon als Gewinner feststeht. Außerdem glaube ich auch nicht, dass es wieder ein Bookies-Year wird - also ein Jahr, in dem die Buchmacher die Platzierungen vorhersagen. Im Gegenteil: ich denke, es wird einige Überraschungen geben. Acts, die als Favoriten galten und ganz tief stürtzen, Künstler, die total unterbewertet sind und es dann doch in die vordere Hälfte schaffen (wäre das keine schöne Geschichte für Jamie-Lee? ;-)) und Teilnehmer, die zwar gut eingeschätzt werden, aber nicht als Gewinner gesehen werden und dann trotzdem um den Sieg mitsingen (z. B. Österreich? :D) - alles scheint in diesem Jahr möglich. Ich hoffe persönlich, dass man die Qualität von "Ghost" und Jamie-Lee sieht und diese belohnt. Der Song ist so anders, so gar nicht ESC und so toll auf die Bühne gebracht, das müssen doch Juroren und Zuschauer würdigen, oder? Ich drücke die Daumen, dass das so eintritt.

Bevor ich zum Abschluss komme, präsentiere ich euch aber auch meine PERSÖNLICHE Top10. Hier geht es mir nicht darum, möglichst nahe am Ergebnis von Samstag zu liegen, sondern einfach nur um meine ganz persönlichen Lieblinge (:


Persönlich ist es mir tatsächlich gleich wer von meiner Top5 gewinnt - ich liebe Zoe, finde den Auftritt von Jamala aus der Ukraine und Hovi aus Israel MEGA und bin der Meinung, dass Armenien und die Niederlande totale Ausnahmeperformances sind. Der Rest war eher schwierig, besonders Plätze 9 und 10, da wusste ich wirklich nicht, wen ich aufnehmen soll. Wenn ich Deutschland mit rein nehmen würde, dann wäre Jamie-Lee so auf Platz 4-7 irgendwo... aus bekannten Gründen. Sollte ich jetzt alle 25 Beiträge (außer Deutschland) in eine Reihenfolge bringen, würde das so aussehen:

11. Russland: Sergej Lasarew - "You Are The Only One"
12. Italien: Francesca Michielin - "No Degree of Seperation"
13. Vereinigtes Königreich: Joe & Jake - "You're Not Alone"
14. Schweden: Frans - "If I Were Sorry"
15. Zypern: Minus One - "Alter Ego"
16. Lettland: Justs - "Heartbeat"
17. Spanien: Barei - "Say Yay"
18. Ungarn: Freddie - "Pioneer"
19. Belgien: Laura Tesoro - "What's the Pressure"
20. Malta: Ira Losco - "Walk on Water"
21. Serbien: Sanja Vucic ZAA - "Goodbye (Shelter)"
22. Polen: MIchal Szpak - "Color of Your Life"
23. Lituaen: Donny Montell - "I've Been Waiting For This Night"
24. Georgien: Young Georgian Lolitaz - "Midnight Gold"
25. Aserbaidschan: Samra - "Miracle"

Damit wünsche ich allen ESC-Fans einen WUNDERSCHÖNEN ESC-Finalabend und ein hoffentlich gutes Ergebnis für Deutschland und Österreich. Liebe Schweizer, es tut mir für Rykka wirklich sehr leid. Sie hatte einen tollen Song, leider wurde das nicht gesehen. Vielleicht im nächsten Jahr!


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Hier geht's zu meinen aktuellen Beiträgen:



AURORA - "All My Demons Greeting Me As a Friend"


& hier zu den Beiträgen rund um den ESC 2016:

Kandidatencheck: 1. Halbfinale                                     Kandidatencheck 2. Halbfinale


Album-Rezension: Jamie-Lee - "Berlin"

Prognose: 1. Halbfinale                                                Prognose: 2. Halbfinale

Meine Favoriten                                                           Zoe - "Debut Deluxe"