Album-Rezension: Lady Gaga - "Joanne"

Wir sehr ich mich auf ein neues Album von Lady Gaga gefreut habe. Nachdem ich alle vorherigen Alben wirklich abfeierte bis zum geht nicht mehr ("The Fame, "The Fame Monster", "Born this Way" und "Artpop" sind für mich Ausnahme-Dance-Platten auf Ausnahme-Niveau), war ich guter Dinge, dass die nächste Platte, "Joanne", mindestens genauso gut wird. Ich erhoffte mir lediglich eine etwas andere Richtung, denn Dance kannten wir von der Gaga schon. Spannend fand ich solche Ausflüge wie auf "You & I", "Bad Romance", "Telephone", "Alejandro" oder "Do What U Want", weil sie eben anders klangen als der gewohnte Dance-Pop und das Potenzial der Sängerin erkennen ließen.


Als dann als erste Single "Perfect Illusion" rauskam, war ich überzeugt: Diese neue Ära wird mir total gut gefallen. Denn die Single konnte mich total mitreißen und ging sofort rein bei mir. Dabei fand ich auch den Text so wunderschön, so intelligent komponiert und so tiefsinning, dass wirklich nur positive Dinge über den Song äußern konnte. Besonders gut gefiel mir, dass man die Stimme der Sängerin total gut raushören konnte und man auf eine aufwendige Produktion verzichtete. Im Anschluss veröffentlichte sie dann als Promo-Single die Ballade "Million Reasons", die mich emotional abholte und die mich ebenfalls überzeugen konnte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mir überlegt, mir da Album vorzubestellen, aber dann dachte ich mir: Naja, noch ein paar Tage, so lange wirst du es schon aushalten. Gott sei Dank habe ich mir das gedacht. Denn ich hätte es schwer bereut.

Ja, richtig gehört. Lady Gaga veröffentlichte nämlich dann "A-Yo" zwei Tage vor LP-Release und meine Stimmung kippte ein wenig, denn wirklich gut fand ich den Song jetzt nicht. Mir war das zu schlampig gesungen und im Vergleich zu anderen schnelleren Songs von Gaga einfach zu mittelmäßig. Doch natürlich, Frohnatur die ich bin, habe ich mir gedacht: Na gut, ein Song von dreien gefällt dir jetzt nicht so, wird schon werden... Naja, oder auch halt einfach nicht. Am Sonntag schaffte ich es nämlich endlich mal, in die LP reinzuhören und was soll ich sagen? Das komplette Werk wusste mich nicht zu überzeugen. Bis auf "Perfect Illusion", "Million Reasons", "Come to Mama" und "Angel Down" empfand ich jeden Song als mittelmäßig und eher komisch was die Stilistiken angeht. Denn anscheinend wollte uns Lady Gaga den American Spirit etwas näher bringen und setzt deshalb auch rockige, teils countryartige Sounds, die aber zum größten Teil eher verstörend und Fehl am Platz wirken. Es macht den Eindruck, als ob Lady Gaga sich unbedingt abgrenzen wollte vom Mainstream-Pop und ist deshalb einfach übers Ziel hinausgeschossen.
Nicht mal das Duett mit Florence Welch, "Hey Girl" wusste reinzugehen und für Hit-Potenzial zu sorgen. Stattdessen klingt alles sehr stumpf, obwohl und das muss man zugeben, die beiden Frauen wirklich gut miteinander harmonieren. Doch der Sound ist einfach zu schlecht und viel zu vor sich hin treibend. Übrigens gefallen mir hier die Deluxe-Edition teilweise besser als die Tracks auf der Standard Edition. Ein Anzeichen dafür, dass irgendetwas wirklich schief gelaufen ist.



Insgesamt konnte mich also "Joanne" so wenig überzeugen, dass ich es gar nicht mit den anderen drei Alben vergleichen möchte. Denn ehrlich: Es kann einfach mit diesen nicht mithalten. Lady Gaga möchte neu, frisch, aktuell sein und kommt leider unsicher, unüberlegt und ohne Höhepunkt rüber. Sie verliert sich in einem Sound, mit dem sie sich zum Ausdruck bringen möchte, der aber so gar nicht gefallen möchte. Auch die emotionale Geschichte des Albumtitels rund um ihre jung verstorbene Tante kommt irgendwie gar nicht wirklich durch. Hätte ich sie vorher nicht gehört, wäre ich NIEMALS darauf gekommen, dass sie die Inspiration für das Werk war. Schade. Und damit wohl das erste Gaga-Album, welches nicht zu mir in mein CD-Regal wandern wird. Es gibt wohl doch für alles ein erstes Mal.

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Kommentare:

  1. Mir ging es ähnlich beim Reinhören. Auch ich hatte mich auf was neues gefreut, aber das was ich gehört habe, hat mich nicht wirklich überzeugt. Eigentlich schade, ich empfand die Geschichte zum Album als sehr berührend und hatte gehofft, es würde den Ton treffen

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  2. Hey.
    Ja, ich kann es auch noch gar nicht fassen, dass ich so enttäuscht bin. Hatte wirklich mehr erwartet, wie du schon sagst, die Vorgeschichte hatte mich auch berührt. Aber gut, nicht alles kann eben gefallen... leider!

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