Album-Rezension: "Oh My My" von OneRepublic

Herzlich Willkommen zur LIVE-Album-Rezension in dieser Woche! <3
Heute (Freitag, 07.10.2016) soll es um das 4. Studioalbum der amerikanischen Pop/Rock-band OneRepublic gehen. Diese sind ja seit ihrem Song "Apologize" weltweit erfolgreich und liefern Jahr für Jahr Hits. Dabei ist Frontmann Ryan Tedder ja einer DER Songwriter schlechthin und arbeitet mit den größten Popstars der Welt zusammen (Rihanna, Taylor Swift, Adele, Beyoncé und und und). Doch auch die Band hält da mit. Besonders ihr letztes Album"Native" konnte mich überzeugen und lieferte mir einen meiner Lieblingstracks überhaupt - die wunderschöne, lebensbejahende Nummer "I Lived". In den Charts ging es dann aber eher mit Songs wie "Counting Stars" und "Something I Need" bzw. "Love Runs Out" ab. Ob sie nun also nahtlos an dieses Meisterwerk anschließen können? Lasst es uns herausfinden!


Es ist 11 Uhr und das heißt: Los geht's mit der LIVE-Album-Rezension! (:


01. "Let's Hurt Tonight"
Okay, es geht gar nicht elektronisch los. Ganz und gar nicht. Gitarre und Stimme - das war's. Es folgen einige Hall-Effekte. Inhaltlich geht es um eine Beziehung, bei der man vorn herein weiß: Sie wird wehtun. Dabei erinnert das total an so einen Lager-Feuer-Pop-Song, der im Refrain dann etwas mehr in die Trickkiste von Pop-Produktionen greift. Allerdings nicht allzu sehr, sondern ganz subtil und so, dass der Refrain ausdrucksstark hervor sticht. Für mich ist der Song die perfekte Transition von "Native" zu "Oh My My". "Native" verbinde ich nämlich mit Sommer, ein Gefühl von Freiheit und einem wunderschönen Sonnenuntergang. So könnte man "Let's Hurt Tonight" auch beschreiben.

02. "Future Looks Good"
Gitarren-lastig geht es weiter. "Future Looks Good" wurde bereits als Promo-Single veröffentlicht und ich mochte den Song von Anfang an. Der Song erinnert mich inhatllich etwas an "Don't You Worry Child" von der Swedish House Mafia, weil Ryan hier auch besingt, wie seine Eltern ihm sagten, dass er die Zukunft ist und sie deshalb gut aussieht. Der Sound ist wieder spätsommerlich und sehr toll performt. Ryan hat einfach eine sehr emotionale, männliche und prägnante Stimme, der man nicht wiederstehen kann.



03. "Oh My My" (feat. Cassius)
Oh, jetzt geht's eher in die Bruno Mars meets Daft Punk-Richtung. Etwas Funk, etwas Soul und einen prägnanten E-Bass. Dabei singt Ryan, dass er genau das gefunden hat, was er wollte. Dies kann natürlich der Grund sein, warum das Album den, meiner Meinung nach, etwas komischen und nichtssagenden Titel "Oh My My" erhielt. Mittlerweile habe ich mich dran gewohnt, aber im ersten Moment fand ich das gar nicht passend. Der Song ist jetzt ganz okay, allerdings haut er mich nicht so um wie die ersten beiden Tracks. Trotzdem genieße ich den anderen Sound sehr. Das Feature habe ich jetzt nicht verstanden, war das die komische Stimme im Hintergrund? Merkwürdig.

04. "Kids"
Nun folgt die erste Single, die mich auch im Sommer begleitete, zumindest für eine Zeit lang. Für mich passt "Kids" total ins Radio, weshalb man sich wohl auch dazu entscheid, ihn zu veröffentlichen. Komisch dann, dass er gar nicht so erfolgreich war wie "Counting Stars" oder "Love Runs Out", mit diesen kann er nämlich durchaus mithalten. Der Track passt vom Sound her total zu den ersten beiden (spätsommerlich-klingenden) Songs, hat aber eine viel poppigere Note, die wohl die Massen überzeugen sollen. Ich finde es toll, wie philosophisch die Band an Geschichten. "I refuse to look back thinking things we're better just because we were young" - wenn das mal keinen tieferen Sinn hat. Nur weil man jung war, heißt es ja nicht, dass alles gleich besser war. Trotzdem hat man immer dieses Gefühl, dass es so ist. Ganz toll, wie man das Thema beleuchtet und einen sehr mitreißenden Track darum baut! Ryan Tedder at its best, sag ich da nur ;-)



05. "Dream"
Uhhh, der Beat gefällt mir schon mal sehr gut. Hat etwas von Michael Jackson, bevor es im Übergang zum Refrain wieder etwas ruhiger wird. Bis jetzt ist das der Track, der mich am meisten überrascht. Der Refrain baut dann wieder auf Gitarren-Riffs und Beats - mega eingängig und TOTAL einladend zum mitwippen und tanzen. Toller Track, der für mich als Single veröffentlicht gehört. Anders, eingängig und sehr speziell und dennoch volle Punktzahl! So stelle ich mir Album-Qualität vor!

06. "Choke"
Es folgt die erste Ballade der LP. Hier ist Ryans Stimme im Spotlight, ein Chor im Hintergrund und ein wenig Hall. Mehr braucht es nicht. Gänsehaut, großartige Pop-Ballade, die schon jetzt zu meinen Lieblingen gehört. Jeder andere Künstler würde von so einem Song träumen. Der Sound ist dabei sehr stark vom Gospel inspiriert und hat einen 50s-Einfluss, auf den ich total stehe. Dazu Ryans emotionale Stimme. Einfach abschalten und genießen. Das tue ich jetzt auch.

Ohhhhh, der Chor am Ende *.* Absolut genial und mein definitiver Lieblings-Track bis jetzt!

07. "A. I." (feat. Peter Gabriel)
Es wird wieder etwas schneller und wieder muss ich an Michael Jackson und Bruno Mars denken. Das liegt einfach an den funkigen Sounds und die oben genannten Künstler sind dafür einfach bekannt (gewesen). Uhhhh, die Stimme von Peter Gabriel ist sehr interessant in diesem Kontext. Er hat eine sehr warme Stimme, weshalb man nicht unbedingt mit einer Uptempo-Nummer rechnet, doch es passt sehr gut und man hört die Unterschiede der beiden Sänger. Musikalisch geht es in die Disco/Funk-Richtung mit ganz viel E-Piano und summenden Bässen. Mir gefällt es sehr gut und vom Aufbau hat es etwas von "E.T." von Katy Perry, auch wenn es noch lange nicht so poppig ist wie dieser. Die Assoziation könnte aber auch daher rühren, dass "A.I." für "Artificial Intelligence" steht - übersetzt so viel wie "künstliche Intelligenz". Aliens, künstliche Intelligenzen... fast das selbe :D Guter Album-Track, der Spaß beim Zuhören macht.



08. "Better"
Es folgt ein neuer Sound, da Ryan in der ersten Strophe fast rappt. Das gefällt mir sehr gut und lässt nochmal eine neue Seite des Albums zu. Vom Sound her könnte das hier sehr gut im Radio laufen, da der Refrain wieder total poppig daherkommt. Es ist spannend, wie die Band sich selber immer wieder als Ziel zu setzen scheint, Pop-Sounds mit einzigartiger Produktion zu präsentieren. Dies gelingt ihnen mit "Better" sehr gut, besonders der Refrain lädt zum Mitsingen ein. Live wird das hier ein Fan-Favorit sein. Ganz sicher.

09. "Born"
Wird's jetzt chinesisch? Hört sich irgendwie so an. :D Daraus wird eine Midtempo-Nummer, die wirklich etwas asiatisch klingt und wieder total in den Sommer/Spätsommer/goldenen Herbst passt. Die Strophen sind dabei etwas ruhiger und weißen etwas mehr Produktion auf, bevor der Refrain dann etwas mehr abgeht und nach Freiheit und Glück klingt. Hier kann man sich ein schönes Live-Video vorstellen, wie die Band den Track vor ihren Fans performt, zumindest musste ich dabei sofort an so ein Video denken. Schöner Song, der sehr gut zum Album passt.

10. "Fingertips"
Okay, es wird langsam, düster und intim. Fast keine Produktion, es wird hier und da lediglich Ryans Stimme unterstützt. Der Refrain ist dabei total hoch gesungen und man hat sofort Respekt vor der starken Stimme, die Ryan in dieser Stimme noch hat. Der Song baut sich nicht wirklich auf, aber ist irgendwie spannend zu verfolgen. Kein Hit, kein Chart-Material, aber großartig, um eine komplett andere Seite des Albums zu zeigen. Inhaltlich geht es um eine gescheiterte Beziehung, zumindest meine ich, das rausgehört zu haben. Faszinierend, diesen Song muss ich mir nochmal genauer anhören.

11. "Human"
Es bleibt bei den einzigartigen Sounds, wird aber dennoch etwas zeitgemäßer. Es geht um ein Gespräch mit Gott, der den Sänger fragt, wie es sich anfühlt, menschlich zu sein. Interessanter Inhalt, Ryans Stimme wirkt hier etwas tiefer und entspannter als noch beim Track davor. Auch hier weiß ich: Es ist keine Single und überhaupt kein Chart-Material, aber der Song fasziniert einen wegen seinem einzigartigen Sound, der größtenteils auf Beats und Chor-Gesänge aufbaut. Und natürlich überzeugt vor allem die Stimme des Sängers total, gleichzeitig auch die moderne Produktion, die an manchen Stellen an einen guten Remix erinnert.

12. "Lift Me Up"
Wir sind wieder im Pop angekommen. Und auch die sommerlichen Sounds sind teilweise zurückgekehrt, was mir gefällt. Wieder gibt's gute Beats und Pop-Produktion vom Feinsten, was den Song abhebt von den beiden vorherigen. Der Refrain geht dabei besonders gut rein, weshalb man sich den Song wieder sehr gut als Single vorstellen könnte. Ich muss sagen, ich hatte etwas Sorge, dass mich bei einem Album, welches in der Deluxe-Variante 20 Songs inne hält, viele Album-Füller erwarten und ich mich spätestens zu diesem Punkt total langweilige. Aber das ist gar nicht der Fall. Ich genieße es wirklich und bin immer gespannt, was noch kommt, finde aber auch bei jedem Track etwas, was mir gefällt.

13. "NbHD" (feat. Santigold)
Poppiger Einstieg und danach die Überraschung: Ryan setzt total tief an und es wird eher verrucht und düster. Im Refrain herrscht dann eine ganz andere Stimmung: Fröhlich, hoffnungsvoll und positiv singt Ryan davon, dass man immer fliegen sollte und alles geben sollte, was nur geht. "NbHD" steht dabei übrigens für "Neighbourhood", auf Deutsch "Nachbarschaft". Es geht um die Lösung vom Bekannten, von dem Ort, in dem man aufgewachsen ist und vielleicht auch nicht so tolle Zeiten vebracht hat. Santigold kenne ich, aber ihr Sound passt sehr gut zum Song. Single-Material? Eventuell, ja (:

14. "Wherever I Go"
Die ersten Single aus dem Album fand ich beim ersten Hören eher so lala, doch dann verliebte ich mich in den Track und hörte ihn rauf und runter. Für mich ein Meisterwerk, auch wenn das Video jetzt nicht ganz so meins ist. "No easy love could ever make me feel the same"  - ich LEBE diesen Song. Wer ihn nicht kennt, ist selber Schuld und sollte das schnellstmöglich nachholen ;-)

"Wherever I Go there's a shadow of you; wherever I go I'd be lookin' for you" <3


Die Album-Version ist kürzer als die Single, oder? Das wäre ja total schade, der Song ist SOOO gut!

15. "All These Things"
Es folgt fast ein A capella-Song. Im Hintergrund hört man geflüsterte Beats des Sängers, ein paar "Uhhs" und Schlagzeug-Beats. Das alles wirkt sehr experimentell und fasziniert erneut, genau wie bei "Fingertips" und "Human". Das sind die Songs, die vielversprechend sind und neugierig machen. Ich kann gar nicht so viel schreiben, da ich wirklich fasziniert bin. Das muss man einfach selber hören.
Manche werden hier bestimmt kritisieren, dass es nicht eingängig genug ist. Aber manchmal muss es das ja auch gar nicht sein. Manchmal begeistert ja gerade das Gegenteil, nämlich ein Song mit Ecken und Kanten. Und das liefern OneRepublic auf diesem Album ebenso wie die eingängigen Radio-Hits. Für mich die perfekte Mischung.

16. "Heaven"
Zum Abschluss der Standard-Edition kommt wieder ein Single-Kandidat. Ganz viel Produktion, ein eingängiger Refrain und der coole Gesang von Ryan. Wer auf die Hits aus dem letzten Album stand, der wird "Heaven" bestimmt total abfeiern. Mir gefällt's wieder sehr gut. Oh Mann, ich bin echt fasziniert. Wie oft habe ich das Wort schon verwendet? Bleibt abzuwarten, wie oft ich mir das Album in den nächsten Tagen anhören werde. Denn dann entscheidet sich ja meistens, ob das Album auch auf längere Zeit überzeugen kann oder ob man nach dem 3. Anhören schon das Gefühl hat, dass man schon alles gehört hat. Bei gute Alben findet man nach Jahren immer noch Dinge, die man mega findet.

Deluxe Edition Bonus Tracks:
Für alle, die die Deluxe-Variante des Albums erstanden haben, folgen jetzt noch zwei weitere Songs und Akustik-Versionen zweier Standard-Album-Tracks. Ich bin gespannt, wie diese dann sind und ob sie mit dem regulären Album mithalten können.

17. "Colors"
Es wird wieder akustisch, was mir zusagt, denn das hatten wir nur zu Beginn des Albums, es ist schön, dass man sich dazu entschieden hat, diese Richtung wieder am Ende zu wiederholen, da wirkt es alles rund und zusammenhängend. Wie süß: "When I look at you, I see colors" <3 Die süßeste Liebeserklärung, die ich auf diesem Album gehört habe. Für alle Romantiker ist das genau der richtige Song ;-)

18. "The Less I Know"
Jetzt wird's sogar etwas Country. Das find ich gut und passt auch zu diesem rustikalen Sound, den man anscheinend auf der Deluxe Edition verfolgt. Der Country-Rhythmus lädt zum Mitstampfen an und versprüht sofort gute Laune. Wie großartig so einen Track auf die Deluxe-Variante zu packen und da noch einmal eine komplett andere Richtung anzusteuern. MEGA gut, diesen Stil sollten die Jungs beibehalten und mehr Songs in diese Richtung schreiben.

19. "Heaven (Acoustic Version)"
Schön, dass man sich entschieden hat einen sehr hoch produzierten Album-Track in einer Akustik-Version zu präsentieren, denn dann bemerkt man seinen Live-Charakter und irgendwie bin ich sogar noch viel verliebter in den Track, wenn ich mir diese Version anhöre. Ich steh ja eh auf Akustik. Und deshalb machen OneRepublic auch alles richtig bei mir.

20. "Better (String Version)"
Ahhh, wie cool, der Song wird nur mit Zupf-Instrumenten performt und bekommt dadurch einen ganz eigenen Charakter. Mega interessant, gleichzeitig zeigt es, dass die Band aus wahren Musikern besteht und nicht einfach irgendein Pop-Act ist. Auch hier gefällt mir die Version fast besser als das Original. Ganz toll und ein großartiger Abschluss für die LP!


Fazit:
Was soll ich sagen. Ich wurde knapp über eine Stunde lang sehr gut unterhalten und obwohl die Tracklist 20 Songs umfasst, gab es keine einzige Enttäuschung. Das muss man auch erstmal schaffen. Im Gegenteil: Auf "Oh My My" findet man eingängige Radio-Pop-Tracks, stimmungsvolle Spätsommer-Songs, die teilweise akustisch daherkommen und faszinierende (zum 100. Mal) Stücke, die einen noch einmal genauer hinhören lassen und die garantiert erst so richtig einschlagen, wenn man sie wieder und wieder anhört.
Auch die Themen des Albums finde ich sehr interessant: Mal geht es um die große Liebe, mal um das Älterwerden und mal um romantische Momente mit den verschiedensten Personen. Das alles wirkt sehr reif, sehr erwachsen und total authentisch. Man erkennt das großartige Songwriter-Talent des Sängers und die verschiedenen Herangehensweisen an die Tracks.

Das Album ist deshalb wirklich für jeden etwas, der gute Pop-Musik feiert und ein Album hören möchte, das er von vorne bis hinten durchhören kann, ohne eine Enttäuschung zu erleben. "Kids", "Wherever I Go", "Let's Hurt Tonight", "Dream" oder "Heaven" sind DIE Hits während mir "Choke" regelrecht unter die Haut geht. Neben dieser Ballade bleibt mir aber besonders "Fingertips" im Gedächtnis. Was für ein Song. Was für eine Erfahrung. Wer sich das nicht reinzieht, ist selber Schuld!

Das war's auch schon wieder! Jetzt gleich nochmal Werbung in eigener Sache: Nächste Woche veröffentlicht Rebecca Ferguson ihr neues Album "Superwoman", auf welches ich schon seit Jahren warte. Deshalb wird es zu dem Album auch wieder eine LIVE-Album-Rezension geben - diesmal um 13 Uhr. Ich würde mich freuen, wenn ihr wieder dabei seid (:



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