Buch-Rezension: "Brausepulverherz" von Leonie Lastella

© Fischer Verlag
Titel: Brausepulverherz
Autorin: Leonie Lastella
Verlag: Fischer
Seiten: 496
Ausgabe: Taschenbuch
Auflage: 1
Erscheinungstermin: 27. April 2017
Preis: 9,99 €
ISBN-10: 3596035465
ISBN-13: 978-3596035465
Hier könnt ihr es kaufen: Verlag Amazon





Klappentext laut Amazon:
Wenn das Herz kribbelt und bitzelt, wie Brausepulver auf der Zunge …

»Brausepulverherz« von Leonie Lastella ist der perfekte Roman für alle, die zwischen Sommer und Ferien, zwischen Zuhause und Woanders, zwischen aufgedreht und gechillt, zwischen verknallt und entliebt die ganz große Liebe suchen.

Jiara lebt eigentlich in Hamburg, jobbt aber den Sommer über in einer Trattoria an der italienischen Riviera. Ihr ansonsten so strukturiertes Leben steht Kopf, als sie Milo trifft. Na ja, von einem »Treffen« kann hier nicht die Rede sein, eher von einer Explosion, einem Tsunami, einem Feuerwerk. 
Nein, Letzeres wäre dann doch zu kitschig.
Sofort ist da dieses Knistern und Kribbeln. Nur manchmal fühlt es sich eher an wie viele kleine Stromschläge – so grundverschieden sind die beiden. Und eigentlich darf das alles nicht sein: Jiara hat einen Freund, ein Leben und eine Zukunft in Hamburg – oder?

Ein wunderbarer Roman über die große Liebe, die die Welt aus den Angeln hebt!

Meine Meinung:
Der Roman wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt - ein herzliches Dankeschön dafür (:


Ich wollte Sommer, Sonnenschein und italienisches Lebensgefühl. Als ich dann die Pressemeldung zu diesem Buch per E-Mail erhalten hatte, war mir klar: Dieses Buch muss ich lesen. Und es sollte auch so kommen: Als ich mit dem Buch anfing, regnete es bei mir in Strömen - die perfekte Stimmungslage also, um in ein Buch abzutauchen, welches vor sommerlichen Gefühlen und Sonne nur so strotzt. Ich begab mich also in das Leben von Jiara und ihrem wichtigsten Sommer in Italien.

Jiara jobbt in der Trattoria ihres besten Freundes Dario seit sie denken kann. Dabei nutzt sie immer die Ferien zwischen des Semesters, denn eigentlich lebt Jiara in Hamburg mit ihrem Freund Jonas und studiert Psychologie - aber eigentlich auch nur, weil ihre Eltern das für akzeptabel halten. Jiara merkt, dass sie das Leben in Hamburg allerdings so gar nicht befriedigend findet und merkt jedes Jahr aufs Neue, dass Finale in Italien der Ort ist, der sie glücklich macht. Doch dieser Sommer ist noch einmal bedeutender, denn es ist der Sommer, in dem Jiara Milo kennenlernt. Er wirbelt ihre ganze Welt durcheinander und führt dazu, dass Jiara sich angekommen fühlt. Aber sie hat doch Jonas in Hamburg und auch ihre beste Freundin Kathi erwartet von ihr, dass Jiara wieder zu ihrem alten Leben zurückkehrt. Außerdem hat Milo so komplexe Seiten an sich, das kann doch gar nichts werden, oder?

Ich muss gestehen, dass der Klappentext mich damals schon total mitgenommen hat und ich mich auf eine romantische, verspielte und heiße Geschichte gefreut habe. Zu Beginn schaffte es die Autorin, die Szene in Italien total glaubwürdig zu schildern und authentische Bilder bei mir auszulösen. Ich roch das Meer, schmeckte die Pizza und den Wein auf meiner Zunge und konnte quasi die lauten Gespräche in der Trattoria mithören. Ich fühlte mich wirklich wie auf Urlaub in Italien und war von der Stimmung total begeistert. Man merkte, dass die Autorin selbst bereits oft in dem Land war und es ihr deshalb so leicht fällt, darüber zu schreiben. Hinzu kam die wirklich lustige Beziehung zwischen Jiara und Dario, die während des gesamten Buches für Auflockerung sorgte und sehr gut dargestellt wurde. Als dann Milo dazu kam, hatte ich bereits den ersten Dämpfer: Denn so romantisch und heiß, wie der Klappentext es vermuten lässt, war es gar nicht. Die Autorin versuchte, die beiden Figuren konträr darzustellen und sie aneinander geraten zu lassen. Dies gelang ihr nur teilweise und ging mir auch etwas zu lang.

Als sich die Beiden dann annäherten, wurde es schon interessanter: Der Roman erhielt einen gewissen Touche des New Adult-Genres, indem die Autorin intime Szenen so schilderte, dass sie sofort beim Leser ankamen und für das Knistern sorgten, das man versprochen hatte. Das führte dazu, dass ich die Gefühle zwischen Jiara und Milo richtig spüren konnte, davor waren mir die beiden zu gespielt distanziert und zu nichtssagend. Vielleicht gehörte das zu den Zielen der Autorin, die beiden erstmal so darzustellen und dann die Gefühle ins Spiel zu bringen, für mich als Leser wurde es so allerdings schwierig, von Anfang an eine Bindung zu den beiden Figuren aufzubauen. Hinzu kam, dass zu Beginn nicht wirklich viel passierte und der Roman erst gegen Mitte so richtig Fahrt aufnahm. Und das wortwörtlich, denn aus der Geschichte wurde ein Roadtrip der besonderen Art. Hier konnte mich die Autorin gänzlich für die Geschichte einnehmen und ich las ohne darauf zu achten, wie viele Minuten, Stunden und Momente nun vergehen. Ganz, ganz großartig und eigentlich die perfekte Richtung, um mich gänzlich für das Buch zu gewinnen.

Leider zerstörten die letzten 100 Seiten allerdings meinen sehr, sehr guten Eindruck aus dem Mittelteil. Denn hier entwickelten sich sowohl die Figuren und die Geschichte in eine vollkommen falsche Richtung, zumindest meinem Empfinden nach. Gut, die Autorin hätte dann vielleicht eine Richtung einschlagen können, mit der ich gar nicht gerechnet hätte, allerdings kam es dann doch so, wie ich vermutet hatte, weshalb ich mich am Ende fragte, warum ich gerade die letzten 100 Seiten gelesen habe. Sie führten zu nichts und trübten nur meine Stimmung, die eigentlich sehr positiv war. Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass ich das Buch nicht verstanden habe oder es nicht richtig bei mir ankam, aber ich war einfach total enttäuscht vom Aufbau der Geschichte, der meiner Ansicht nach sehr viel besser hätte gestaltet werden und auch um einiges kürzer hätte sein können.

© Fischer Verlag
Mein Fazit:
Sympathische Charaktere, ein tolles Setting und intime Momente, die mich an den New Adult-Bereich erinnern - das sind die positiven Aspekte des Buches. Leider trüben der Aufbau der Geschichte, die Entwicklung der Charaktere und die unnötigen Passagen, die gekürzt hätten werden müssen, meinen Eindruck etwas. Ich hatte schöne Stunden mit diesem Roman, allerdings sehnte ich das Ende dann wirklich heran und musste mich wirklich konzentrieren, um die Geschichte zu beenden, ohne Passagen zu überfliegen. Schade, denn das Potenzial es richtig zu machen, wäre da gewesen.

Dennoch kann ich mir vorstellen, dass es Leserinnen und Leser für dieses Buch gibt - denn wer eine schöne Liebesgeschichte in Italien erleben will, der wird über die negativen Aspekte hinwegsehen und letztendlich doch zufrieden sein. Dessen bin ich mir sicher. Von mir gibt es deshalb 3 Punkte - vielleicht war es diesmal einfach nur nichts für mich!

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