Buch-Rezension: "Den Mund voll ungesagter Dinge" von Anne Freytag #urlaubsbuch2017

© Heyne fliegt Verlag
Titel: Den Mund voll ungesagter Dinge
Autorin: Anne Freytag
Verlag: Heyne fliegt
Seiten: 400 Seiten
Ausgabe: Broschiert
Auflage: 1
Erscheinungstermin: 6. März 2017
Preis: 14,99 €
ISBN-10: 3453271033
ISBN-13: 978-3453271036
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Klappentext laut Amazon:
Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie. 


Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.

Meine Meinung:
Ich habe etwas Angst vor dieser Rezension, denn ich glaube, ich kann meine Begeisterung, meine Liebe und meinen Respekt für diesen Roman gar nicht in Worte zum Ausdruck bringen. Und das ist wirklich ein blödes Gefühl, immerhin mache ich das schon eine Zeit lang :D Aber immer dann, wenn ein Buch so richtig einschlägt, von vorne bis hinten überzeugt und nicht nur den Blogger in mir befriedigt, sondern mir direkt ins Herz geht, dann kann die Rezension dazu niemals meine Gefühle wiederspiegeln, so wie ich es gern hätte. Dennoch muss ich mich einfach mitteilen, denn ich bin wirklich begeistert!

Anne Freytag geistert schon seit Jahren in der Buchwelt rum und veröffentlicht seit letztem Jahr auch Jugendromane. Ihr erstes Buch in diesem Genre, "Mein bester letzter Sommer", schlug ein wie eine Bombe und auch der Nachfolger, um den es hier geht, hat für viele begeisterte Stimmen gesorgt. Ich persönlich hatte bis dato noch kein Buch von ihr gelesen, kannte lediglich einige Auszüge aus dem Werk, weil ich bei der Lesung zum Buch auf der Leipziger Buchmesse 2017 war und mich direkt in die Geschichte verschossen hatte. Anne lieferte eine tolle Lesung, die das Herz berührte und erklärte im Anschluss auch wirklich großartig, wie es dazu kam, was sie mit dem Buch sagen wollte und welche Gespräche sie gerne rund um das Buch hören möchte. Auf mich machte sie wirklich einen zuckersüßen Eindruck und machte mich komplett gespannt auf die Story. Und so kam sie mit mir in den Urlaub und wurde von mir innerhalb weniger Stunden verschlungen.

Inhaltlich geht es um Sophie, die mit ihrem Vater nach München zu seiner neuen Freundin und ihren beiden Söhnen zieht. Natürlich ist Sophie damit gar nicht einverstanden und zählt schon die Tage ab, bis sie ihr Abitur in der Tasche hat und so schnell wie möglich wieder aus der Patchwork-Familie ausbrechen kann. Doch dann lernt sie Alex kennen und scheint sich sofort in sie zu verlieben - dabei ist Alex doch ein Mädchen und Sophie überhaupt nicht bereit für sowas... oder? Schnell wird aus den langweiligen restlichen Tagen bis zum Abitur die intensivste Zeit ihres bisherigen Lebens.

Die Geschichte klingt schon wundervoll und genau das ist sie auch: Durch Sophie als Protagonistin erlebt man die Geschichte aus dem wirklich unperfektesten Blickwinkel, aber genau das macht den Charme aus! Die Autorin hat gar nicht den Anspruch, dass die Charaktere sympathisch oder nett rüberkommen, sondern zeigt einfach Figuren, die sind wie sie sind, mit all ihren Fehlern - und genau damit punktet sie beim Leser, denn ich habe mich sofort wohl gefühlt, sowohl mit Sophie als auch mit Alex oder den "neuen Brüdern" von Sophie. Ich hatte das Gefühl, ich blicke wirklich in das Leben einer Familie in München, die gar nicht fiktiv ist, sondern die ich hautnah miterlebe und die mir einfach Einblicke gewähren. Ich habe zwischenzeitlich wirklich komplett vergessen, dass ich gerade lese, weil mir alles so realistisch vorkam. Das muss man erstmal schaffen! Passend deshalb, dass sich die beiden Mädchen an einer Stelle im Buch fragen, ob sie wohl gute Buchcharaktere wären. Nicht nur literarisch ist das irgendwie beeindruckend, auch was die realistische Umsetzung der Charaktere angeht, trägt dieses Gespräch dazu bei, sich noch mehr in die beiden zu verlieben.

Dabei finde ich es ganz großartig, wie Anne das Thema der gleichgeschlechtlichen Liebe aufgreift. Ich mag den Begriff "LGBTQI-Romane" überhaupt nicht, denn irgendwie suggeriert das, dass es was besonderes wäre, wenn sich zwei Frauen bzw. zwei Männer lieben. Und eben weil es was besonderes ist, ist es eine eigene Sparte in der Bücherwelt. Für mich völlig unnötig, denn eigentlich geht es doch wirklich nur um eine Sache: dieLiebe. Zwischen wem sie stattfindet ist doch völlig egal. Und genau das suggeriert Anne Freytag mit der Art und Weise wie sie die Geschichte erzählt: Nämlich, dass es einfach vollkommen egal ist wen man liebt, solange man liebt. Im gesamten Buch kommt der Begriff "lesbisch" wahrscheinlich nicht mal fünf Mal vor. Sie werden angesprochen, aber gleich gesagt, dass es eine Kategorie sei, die völlig unnötig ist. Nicht, dass ich vollkommen gegen die Begriffe der LGBTQI-Community bin, ich selbst benutze sie ja als Teil dieser ständig, aber prinzipiell finde ich, dass solche Kategorien gar nicht nötig wären. Macht das irgendeinen Sinn? Ich hoffe. Und genau deshalb finde ich es auch gut, dass nirgendwo steht, es wäre ein "Coming Out-Roman" oder ein LGBTQI-Roman. Denn das ist es nicht. Es ist ein Roman, der eine Liebesgeschichte erzählt. Nicht mehr und nicht weniger.

Buch-Cover: © Heyne fliegt-Verlag
Sommernachtsfunkeln, Anima, Sakura, Rubinrot-Cover: 
© Arena Verlag
Todesmarsch: 
 © Heyne-Verlag

Mein Fazit:
Für mich ist "Den Mund voll ungesagter Dinge" ein wahres Lesehighlight des laufenden Jahres und ich kann mir sehr gut vorstellen, das Buch noch einmal zu lesen - ein Zeichen dafür, dass es mir wirklich gefallen hat. Unvergesslich unperfekte Charaktere, eine authentische Geschichte und eine Art und Weise die Geschichte zu erzählen, die Anne Freytag sehr eigen macht, lassen mich diesen Roman wahrscheinlich nie vergessen und bleiben ganz tief in meinem Herzen als Eindrücke bestehen. Großes Kino und deshalb auch fünf Sterne PLUS wert. Das hier wird zu einem meiner Lieblingsbücher EVER, ganz, ganz sicher!

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