Buch-Rezension: "Aquila" von Ursula Poznanski

© Loewe Verlag
Titel: Aquila
Autorin: Ursula Poznanski
Verlag: Loewe
Seiten: 432
Ausgabe: eBook/Broschiert
Auflage: 1
Erscheinungstermin: 14.08.2017
Preis: 12,99 €/16,95 €
ISBN-10: 3785586132
ISBN-13: 978-3785586136
Hier könnt ihr es kaufen: Verlag Amazon




Klappentext laut Amazon:
Ohne Erinnerung an die letzten zwei Tage streift die Studentin Nika durch Siena. Sie vermisst ihr Handy, ihre Schlüssel und ihren Pass. Mitbewohnerin Jennifer ist ebenfalls verschwunden. Dafür steckt in Nikas Hosentasche ein Zettel mit mysteriösen Botschaften und Anweisungen. 

Das Blut ist nicht deines. 
Du weißt, wo das Wasser am dunkelsten ist. 
Halte dich fern von Adler und Einhorn ... 

Welchen Sinn soll das ergeben? Und was, zum Teufel, ist geschehen zwischen Samstagabend und Dienstagmorgen? 

Bestseller-Autorin Ursula Poznanski schickt ihre Heldin durch die engen Gassen und die unterirdischen Labyrinthe Sienas, die ebenso im Dunkel liegen wie Nikas Erinnerungen an die letzten zwei Tage. Ein unlösbar scheinendes Rätsel, ein monströser Verrat und die geheimnisvollen Symbole des mittelalterlichen Siena bilden das Gerüst dieses exzellenten Psychothrillers. 

Mehr Infos und Hintergründe zum Buch unter: 
www.aquila-buch.de

Meine Meinung:
Ein herzliches Dankeschön an den Loewe Verlag für die Bereitstellung des digitalen Rezensionsexemplars (:

Auf der Leipziger Buchmesse 2017 wurde dieses Buch hier angekündigt und der Inhalt hat mich sofort angesprochen. Das Cover jetzt nicht unbedingt so, aber nach einigen Minuten des Anstarrens war es dann auch okay - wenn auch kein Highlight. Völlig egal, denn die Umstände rund um die Protagonistin Nika interessierten mich einfach und ich wollte wissen, wie sie nun in das ganze Treiben verwoben ist. Und genau dem ging ich im Anschluss über 400 Seiten lang auf die Spur.

Nika wacht eines Morgens auf und kann sich an nichts mehr erinnern. Schnell stellt sie fest, dass weder ihr Schlüssel noch ihr Handy oder Notebook vorzufinden sind und auch die Haustür ist von außen versperrt. Außerdem liegt auf dem Boden ihres Badezimmers ein blutiges T-Shirt und auf ihrem Spiegel hat jemand mit Zahnpasta Letzte Chance geschrieben - als Nika dann auch noch einen Zettel mit komischen Satzfetzen findet, weiß sie: Es muss etwas merkwürdiges passiert sein zwischen Samstag Abend und Dienstag Früh - nur was? Nika begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit - doch will sie diese wirklich wissen?

Der Plot an sich ist ja schon mal interessant, denn man selbst fragt sich nach dem Lesen des Klappentextes ja: Was würde ich machen, wenn ich ohne Erinnerung aufwache und irgendwie alles, was mir zunächst helfen könnte, nicht hätte? Kein Handy, keine Schlüssel, kein Internetzugang - Horror, oder? Und genau diese Gedanken machen es so spannend Nika dabei zu begleiten, wie sie mit dieser Situation umgeht. Und sich gleichzeitig zu fragen, ob man das genauso tun würde. Es ist anfangs zunächst ein wirklich gelungenes Gedankenexperiment, was den Reiz auf den ersten 100 Seiten ausmacht. Im Anschluss entwickeln sich dann die Geschehnisse stark weiter und die Thematik wird noch intensiver durchdrungen - ein großer Pluspunkt, denn man erhält so tiefe Einblicke in die verschiedenen Persönlichkeiten und ihren Gedanken, traut gleichzeitig aber auch niemanden über den Weg, schließlich könnten sie auch involviert sein. In der Mitte wurde es manchmal etwas lang, das lag aber meist einfach daran, dass ich am liebsten sofort gewusst hätte, wie alles zusammenhängt - ich schätze, die Autorin würde jetzt sagen, dass sie dann alles richtig gemacht hat.

Dabei ist Nika jetzt keine Sympathieträgerin im klassischen Sinne, denn anfangs hat man so allerhand Vorurteile: Eine junge Studentin, die sich nicht mehr an das vergangene Wochenende erinnern kann? Klingt jetzt nicht nach jemanden mit dem man außerordentlich viel Zeit verbringen möchte - es sei denn man möchte auf Biegen und Brechen feiern. Doch von diesen Gedanken befreit man sich schnell, denn es wird deutlich, dass es mehr als eine Geschichte über eine Studentin ist, die es mal wieder übertrieben hat. Und ab diesem Zeitpunkt fiebert man mit, steht hinter Nika und feiert ihre Art. Denn im Gegensatz zu vielen Protagonistinnen aktueller Jugendbücher ist Nika nicht naiv, leichtgläubig und beeinflussbar, sondern stark, unabhängig und nicht auf den Kopf gefallen - sie hinterfragt Dinge, recherchiert und hat keine Angst davor sich auch in Situationen zu begeben, die nicht immer einfach sind. Dennoch handelt sie nie unüberlegt oder würde sich völlig unreflektiert in Gefahr begeben - diese Charakterzüge haben mir gefallen und haben dazu geführt, dass mir Nika so sehr ans Herz gewachsen ist, dass ich sie fast als bisherige Lieblingsprotagonistin bezeichnen würde, zumindest wenn ich an die Bücher des laufenden Jahres denke.

Außerdem gefiel mir der Aufbau, aufgrund seiner Vielseitigkeit, besonders. Einerseits wird natürlich der Haupthandlungsstrang erzählt, der einem als Leser auch zur Orientierung dient, gleichzeitig werden immer wieder Situationen aus den vergangenen Tagen geschildert, nämlich immer dann, wenn Nika anfängt sich zu erinnern oder andere Personen ihr erzählen, was zu einem bestimmten Zeitpunkt passiert ist. Genau diese Form des Erzählens führt zu Abwechslung und dazu, dass man sich beim Lesen der Fragmente fragt, ob derjenige, der gerade erzählt, tatsächlich die Wahrheit sagt oder ob das alles zu etwas sehr viel Größerem gehört. Oder eben genau anders herum: Wenn sich Nika meint an etwas zu erinnern und diese vermeintliche Erinnerung beschreibt, fragt man sich ständig, ob es wirklich so offensichtlich ist, wie zunächst mal gedacht. Diese Art und Weise macht es wirklich spannend und führt dazu, dass man gar nicht mehr aufhören kann. Der Schreibstil ist dabei sehr ausbalanciert und überlegt, bringt gleichzeitig aber auch das italienische Flair rüber - großes Kompliment, dass man sich die Mühe gemacht hat, authentisches Italienisch im Buch zu verarbeiten, sowas gefällt mir immer wirklich gut.

© Loewe Verlag

Mein Fazit:
Eine großartige Protagonistin, ein spannender Plot und ein Aufbau, der zur Spannung beitrug - sehr viel besser kann man es eigentlich mit einem Thriller im Jugendbuchbereich nicht machen, oder? Ich bin wirklich begeistert und zwar noch mehr als von Poznanskis "regulären" Thrillern und das soll schon was heißen, schließlich haben die mir auch schon gut gefallen. Ja, es gab Stellen, da ging es mir zu langsam und Nika hat mich auch nicht von Anfang an mitgenommen, aber beides wurde mit den Seiten immer besser und war am Ende fast schon vergessen. Deshalb vergebe ich gute 4 Sterne und bin definitiv daran interessiert mir die anderen Jugendwerke der Autorin anzuschauen.

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