Wolkenschloss von Kerstin Gier

By Listen by Lenny. - Januar 11, 2018





Titel: Wolkenschloss
Autorin: Kerstin Gier
Verlag: Fischer FJB
Seiten: 464
Ausgabe: Hardcover
Auflage: 1
Erscheinungstermin: 9. Oktober 2017
Preis: 20,00 €
ISBN-10: 3841440215
ISBN-13: 978-3841440211
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Ein magischer Ort in den Wolken. Eine Heldin, die ein bisschen zu neugierig ist. Und das Abenteuer ihres Lebens. Der neue Roman von Bestsellerautorin Kerstin Gier.

Hoch oben in den Schweizer Bergen liegt das Wolkenschloss, ein altehrwürdiges Grandhotel, das seine Glanzzeiten längst hinter sich hat. Aber wenn zum Jahreswechsel der berühmte Silvesterball stattfindet und Gäste aus aller Welt anreisen, knistert es unter den prächtigen Kronleuchtern und in den weitläufigen Fluren nur so vor Aufregung. Die siebzehnjährige Fanny hat wie der Rest des Personals alle Hände voll zu tun, den Gästen einen luxuriösen Aufenthalt zu bereiten, aber es entgeht ihr nicht, dass viele hier nicht das sind, was sie vorgeben zu sein. Welche geheimen Pläne werden hinter bestickten Samtvorhängen geschmiedet? Ist die russische Oligarchengattin wirklich im Besitz des legendären Nadjeschda-Diamanten? Und warum klettert der gutaussehende Tristan lieber die Fassade hoch, als die Treppe zu nehmen? Schon bald steckt Fanny mittendrin in einem lebensgefährlichen Abenteuer, bei dem sie nicht nur ihren Job zu verlieren droht, sondern auch ihr Herz.

Wie sehr hatte ich mich auf diese Veröffentlichung gefreut: Kerstin Gier konnte mich im letzten Jahr total mit ihrer Edelstein-Trilogie begeistern und auch ihre zweite Trilogie "Silber" steht bei mir für 2018 noch auf dem Lesezettel. Deshalb war es keine Frage, dass ich ihr neues Werk "Wolkenschloss" auch gerne lesen möchte. Und es bestand auch kein Zweifel daran, dass ich dieses gerne signiert haben wollen würde - so stand ich dann auch auf der FBM 2017 satte drei Stunden in der Schlange, um dann ENDLICH Kerstin Gier vor mir zu haben, die sympathischer nicht hätte sein können. Um das alles dann noch zu körnen, wollte ich das "Wolkenschloss" über die Weihnachtsfeiertage besuchen - und so öffnete das Hotel nur für mich am 24. Dezember. Ob es ein guter Aufenhalt war?

Begrüßt wurde ich in den ersten Stunden von Fanny Funke, dem Mädchen für alles oder auch Jahrespraktikantin des Hotels. Sie kümmert sich persönlich um die Kinder der Gäste, reinigt deren Bettwäsche im Keller und säubert darüber hinaus - ganz nebenbei - die Zimmer. Außerdem traf ich auf den mysteriösen Tristan, der gerne an Fassaden hoch klettert und dem zurckersüßen Ben, der als Sohn des Besitzers quasi nicht nur Jahres- sondern vielmehr Lebenspraktikant ist. Lustig dieser Haufen, überaus lustig. Doch nicht nur das: Bereits kurz nach den Weihnachtsfeiertagen stand der Neujahresball an, der in diesem Jahr sehr besonders werden würde, schließlich hat eine russische Oligarchen-Frau irgendeinen überaus wichtigen und wohl stinkteuren Diamenten an. Das verspricht nicht nur interessant, sondern auch sehr gefährlich zu werden - schließlich interessieren sich nicht nur Besitzerin und Gäste für den teuren Klunker.

Ich muss sagen, dass ich dem Charme des Hotels und den Personen darin sofort erlegen war und mich im Setting gänzlich wohlfühlte. Die Autorin hat es geschafft, eine Atmosphäre zu erschaffen, die perfekt zur Wohligkeit der Feiertage gepasst hat und in der ich mich so geborgen fühlte, dass ich gar nicht mehr raus wollte. Wer also wissen will, wie man Setting und Atmosphäre schafft, ohne groß beschreiben zu müssen, der sollte zum "Wolkenschloss" greifen - so perfekt, wie diese beiden Punkte nämlich ausgearbeitet wurden, habe ich es noch nie gelesen. Genauso toll fand ich dabei die Figuren in diesem Setting. Fanny als Protagonistin hat so viel Humor, so viel einzigartigen Charakter und so viel Schlagfertigkeit, dass man sie einfach feiern muss und froh ist, alles aus ihrem Blickwinkel zu erfahren. Und auch alle anderen Angestellten und Gäste waren so herrlich erfrischend und eigen, dass man einfach die ganze Zeit am Schmunzeln ist. Charakterbuilding wie es besser nicht sein könnte!

Richtig gestört haben mich eigentlich nur zwei Dinge: Zum einen war ich etwas unzufrieden mit der Handlung. Denn die Autorin lässt knapp 100 Seiten vergehen bis es tatsächlich zu einer Art Spannung kommt und sich der Leser fragt, was denn nun Gegenstand des Buches wird. Im Anschluss daran folgen allerlei Dinge, die sehr unterschiedliche Möglichkeiten offen lassen: Wird es magisch? Fantastisch? Romantisch? Gruselig? Oder bleibt doch alles sehr realitätsnah? Ich habe das Gefühl, die Autorin hatte das Setting und die Charaktere im Kopf, wusste dann aber nicht, welche Geschichte sie darum herum spinnen soll. Deshalb hat sie sich das alles offen gelassen und versucht, einerseits realistisch zu bleiben, andererseits aber auch einen magischen Touch in die Geschichte zu bringen. Das war mir zu zaghaft und damit zu ruhig. erst auf den letzten 150 Seiten wurde dann klar, in welche Richtung die Geschichte geht. Diese fand ich dann auch spannend, dennoch hätte ich mir vorher schon eine Handlung gewünscht, die deutlich gemacht hätte, in welche Richtung alles geht. So sollte man vor dem Lesen wissen, auf was man sich einzustellen hat: Und das ist keine magische Geschichte, wie man sie vielleicht von der Autorin erwarten würde, sondern eine, die mit ihrem Charme und der Ruhe überzeugt, nicht durch ihren rasanten Plot oder den unerwarteten Wendungen.

Zum anderen hat mich die Liebesgeschichte etwas gestört. Zwischen Fanny und einer gewissen männlichen Person (die ich nicht näher benennen werde) entsteht nämlich etwas, was man am Ende als Liebesgeschichte betiteln könnte. Leider kam die nicht so recht bei mir an, denn dafür ist etwas zu wenig passiert. Das hängt dann wohl wieder mit der Unschlüssigkeit zusammen, die die Autorin beim Schreiben der Geschichte hatte. Ich hatte einfach total das Gefühl, dass man etwas erzwingen wollte, was gar nicht vorgesehen war. Damit möchte ich jetzt gar nicht sagen, dass ich am Ende nicht zufrieden war, dass es so kam, wie es kam. Im Gegenteil: ich habe mich sogar gefreut. Vornehmlich wegen der Figur. Aber so richtig schlüssig war die Entwicklung (besonders die, die im Prinzip nach dem Buch kam - ihr werdet es verstehen, wenn ihr es gelesen habt) dann irgendwie nicht. Darüber wegsehen ließ mich dann der Schreibstil, der locker-flockig und leicht daherkommt, so richtige Wiedergutmachung entstand dabei aber nicht wirklich.

Wer nach einem Buch sucht, das perfekt für das Weihnachtsfest 2018 geeignet ist, der macht mit "Wolkenschloss" nichts verkehrt: Eine zauberhafte Atmosphäre, ein wirklich wunderschön winterliches Setting und Charaktere, die Charme, Eigenständigkeit und Witz in sich vereinen - und zwar jeder von ihnen. Dafür muss man auf einen spannenden Plot verzichten und wirklich nur aufgrund der Stimmung lesen wollen. Für mich war das an Weihnachten perfekt, zu allen andere Zeitpunkten wäre es mir wahrscheinlich zu ruhig gewesen. Aber: Jedes Buch hat eben seine Zeit. Bei "Wolkenschloss" ist es eben die Weihnachtszeit. Dafür gibt es dann von mir 4 Sterne und den Tipp: Das nächste Weihnachtsfest ist ja nur ein Jahr entfernt - und da Vorfreude bekanntlich die schönste Freude ist, sollte man sich das Buch also aufsparen und es für den Dezember 2018 einplanen ;-)

Weitere Eindrücke:
Michelle von Mii's Bücherregal
Lilli von Lillis Buchseite

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