"Bloody Weekend" von M. A. Bennett #rezension

By Listen by Lenny. - Februar 26, 2018


Buchcover: © Arena Verlag
Titel:Bloody Weekend
Untertitel: Neun Jugendliche. Drei Tage. Ein Opfer.
Autorin: M. A. Bennett
Verlag: Arena
Seiten: 344
Ausgabe: Hardcover
Auflage: 1
Erscheinungstermin: 2. Februar 2018
Preis: 16,00 €
ISBN-10: 340160399X
ISBN-13: 978-3401603995
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Greer will eigentlich nicht dazugehören. Sie genießt es geradezu, Außenseiterin an dem altehrwürdigen Internat St. Aiden zu sein. Sie folgt zwar den unausgesprochenen Regeln der Schule - kein Handy, kein Internet, kein Plastik. Doch sie weiß: Zu den "Medievals", der herrschenden Clique um den reichen Henry de Waldencourt, wird sie nie gehören. Als sie die begehrte Einladung erhält, ein Jagd-Wochenende auf Henrys Anwesen zu verbringen, fühlt sich Greer wider Willen geschmeichelt und sagt zu. Doch vor Ort wird schnell klar, dass es um weit mehr geht als um eine bloße Jagd auf Hasen und Hirsche. Greer und zwei weitere Jugendliche kämpfen schon bald um ihr Überleben in der Wildnis. Und die Jagd ist erst der Anfang.

Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt - ein herzliches Dankeschön dafür (:

Dieses Buch wurde uns in Frankfurt auf der Buchmesse vorgestellt und wir waren sofort Feuer und Flamme für die Geschichte. Sie klang wie eine Jugendversion eines Horrorfilms, den man einfach sehen musste. Und so war ich wirklich glücklich darüber als das Buch bei mir ankam. Das Cover unterscheidet sich bereits von den üblichen in diesem Genre, ganz einfach deshalb, weil es so schlicht und elegant ist, gleichzeitig aber auch schon in eine gewisse Richtung geht, wenn man sich die Schrift des Titels ansieht. Ich war also vom Klappentext und dem Äußeren total angetan und konnte es kaum erwarten in die Geschichte einzutauchen.

Wir lernen Greer kennen, die an die so genannte STAGS Schule geht. Dies ist ein Internat, wofür sie ein Stipendium erhalten hat. Deshalb trifft sie auch auf Personen aus höheren Schichten und wird zunächst als Außenseiter abgestempelt. Diese Rolle gefällt ihr allerdings ganz gut, weil sie so keine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Doch eines Tages erhält sie eine Einladung von den Medievals, der beliebtesten und einflussreichsten Gruppe Jugendlicher der Schule, zum Anwesen von Henry de Waldencourt, dem Anführer der Gruppe. Greer fühlt sich geehrt und hofft, sich im Kreis der Beliebten einen Platz sichern zu können. Doch was an diesem Wochenende geschieht, konnte niemand abschätzen und plötzlich befindet sie sich auf der Jagd - und sie ist die Beute.

Der Plot klingt auch einfach so mega, dass man sofort lesen will, was passiert, oder? Ich muss sagen, dass die Geschichte von Anfang an eine sehr besondere Stimmung vorzuweisen hatte, die einen total in den Bann zieht. Dabei werden die Grundlagen bereits auf der ersten Seite erklärt: Greer, gemeinsam mit zwei anderen Außenseitern, ist Mörderin eines Menschen. Genau das passiert an dem Wochenende, an dem Greer zu dem Anweisen eingeladen wird. Dies ist dem Leser von Anfang an bekannt, es wird sogar verraten, wer gestorben ist. Hier könnte man meinen, dass die Spannung aufhört, aber es ist so interessant zu lesen, wie es zu diesem Ergebnis kam und inwiefern Greer wirklich etwas für den Mord kann. Diese Frage ließ mich nicht mehr los und führte dazu, dass ich das Buch sehr schnell durchgelesen habe. Am Ende war ich erstaunt, was die Autorin mit der Geschichte gemacht hat und wie toll sie einzelne Aspekte der Handlung miteinander verbunden hat. Ich, als erwachsener Mann, kenne natürlich einen solchen Aufbau, aber für Jugendliche muss das wirklich toll dargestellt sein.

Der Schreibstil ist dabei sehr detailreich und erklärt - besonders zu Beginn - sehr viel, damit die Umstände und das Setting klar sind. So erhalten wir einen genaueren Einblick in die Schulstruktur, die Hierarchien des Internats und dessen Regeln sowie Philosophie. Ich fand das sehr interessant, da es etwas von einer Sekte hatte, wenn man die Beschreibungen durchliest. Hier hat mir diese detailreiche Art sehr gut gefallen, anders als im Mittelteil. Dort waren mir manche Ausführungen einfach zu lang. Die Autorin hätte ihr rasanter schreiben müssen, um Dynamik entstehen zu lassen. Dies ist ihr leider nur gegen Ende gelungen und kam dann erst im Finale richtig raus. Gegen Ende überzeugte sie dann weniger mit ihrem Stil als mit dem Aufbau, was mich wiederum gefreut hat.

Besonders hervorheben möchte ich die Thematisierung der Außenseiterrolle. Diese wird deutlich behandelt und zwar wirklich komplex und vielseitig. Wir haben nicht die klassischen Opfer- und Täterrollen, die man vielleicht aus anderen Büchern kennt. Die Autorin schafft es durch die Charakterisierung der Figuren diese Rollen komplexer darzustellen und einzelne Empfindungen von Tätern, besonders aber von Opfern sehr gut darzustellen. Das Innenleben sowie die Gedanken solcher Opfer kommen eindringlich und sehr authentisch rüber und sind interessant zu lesen. Gleichzeitig schafft sie es aber auch, nicht alles schwarz und weiß zu präsentieren, sondern viele verschiedene Farbtöne des Spektrums zu präsentieren (um mal in Metaphern zu sprechen).

Allerdings gab es auch einen größeren Kritikpunkt: Die Autorin nennt als Vergleiche immer wieder Spielfilme oder Bücher, um bestimmte Handlungen, Orte oder Personen zu beschreiben. Das mag ja ab und an ganz nett sein und ich weiß natürlich auch, dass Vergleiche dabei helfen sollen, ein besseres Bild zu erhalten, allerdings war es mir hier einfach viel zu viel. Viele der Filme kannte ich nicht, weshalb es mir überhaupt nicht geholfen hat, deren Handlung kurz erklärt zu bekommen. Das macht natürlich Sinn, wenn es Filme sind, die jeder kennt, aber eben nicht, wenn es welche sind, die dem Leser nichts sagen. Nun kannte ich schon einige Filme nicht, weil sie bereits etwas älter sind, woher sollen Jugendliche diese Filme kennen? Das hat mich wirklich mit am meisten gestört und hat für mich auch den Lesefluss etwas kaputt gemacht, auch wenn ich mich irgendwann daran gewöhnt habe (oder diese Ausführungen einfach ausgeblendet habe).


Insgesamt hatte ich mit diesem Buch eine wirklich aufregende Zeit. Der Plot ist einfach sehr gut durchdacht und so aufgebaut, dass man an den Seiten hängt. Die Figuren hätten teilweise etwas eindringlicher dargestellt werden können, kommen aber in der Gesamtheit der Handlungen gut zur Geltung. Besonders die Thematisierung der Außenseiterrolle gefiel mir sehr gut, außerdem war ich Fan des detaillierten Schreibstils. Einziges Manko für mich waren tatsächlich die ständigen Vergleiche mit eher unbekannten Filmen. Diese haben mir eher weniger geholfen, sondern mich aus dem Lesefluss herausgezogen. Dennoch hatte ich meinen Spaß mit dem Buch und kann es nur jedem empfehlen, der Bücher für männliche Jugendliche sucht - "Bloody Weekend" könnte den pubertierenden Jungs (und bestimmt auch einigen Mädels) sehr gut gefallen. Dafür gibt es 4 Sterne und eine Leseempfehlung für die besagte Zielgruppe.

Weitere Eindrücke:
Mella von Book-Angel

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