Das Mädchen, das den Mond trank von Kelly Barnhill #rezension

By Listen by Lenny. - Februar 25, 2018


Buchcover: © Fischer Sauerländer
Titel: Das Mädchen, das den Mond trank
Autor: Kelly Barnhill
Verlag: Fischer Sauerländer
Seiten: 464
Ausgabe: Hardcover
Auflage: 1
Erscheinungstermin: 22. Februar 2018
Preis: 16,99 €
ISBN-10: 373735538X
ISBN-13: 978-3737355384
Hier könnt ihr es kaufen: Verlag Amazon



Im Sternenlicht liegt natürlich Magie. Das ist allgemein bekannt. 
Aber Mondlicht: Das ist eine ganz andere Geschichte. Mondlicht ist pure Magie. 
Das weiß jeder.

Diese Geschichte erzählt von einer Hexe, von der alle glauben, sie sei böse, einem kleinen Mädchen, das die Hexe bezaubert, einem sechsarmigen Sumpfmonster, das Gedichte liebt, von einem wahrhaft winzigen Drachen und einem jungen Mann, der sich aufmacht, die Hexe zu töten.

Jedes Jahr lassen die Bürger des Protektorats ihr jüngstes Kind im Wald zurück – als Opfergabe zum Schutz vor der bösen Hexe. Jedes Jahr rettet die Hexe Xan die ausgesetzten Kinder, denn sie ist gar nicht böse.
Dieses Jahr jedoch ist alles anders. Xan gibt dem ausgesetzten kleinen Mädchen aus Versehen Mondlicht zu trinken. Doch Mondlicht ist pure Magie! Und so wächst in dem Kind, genannt Luna, große Macht heran … Wird sie diese Macht für das Gute einsetzen und die Stadt, die sie einst opferte, von ihrem grausamen Schicksal befreien?

Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt - ein herzliches Dankeschön dafür (:

Dieses Cover. Wer da nicht schwach wird, der hat doch einfach keinen Geschmack, oder? Mir wurde die Geschichte auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt und schon bei der Beschreibung war ich hin und weg von der Idee, die sich total märchenhaft angehört hat - und damit kann man mich wirklich immer begeistern! Als das Buch dann hier ankam und ich das Cover zum ersten Mal sah, war es dann erst recht um mich geschehen. Es sieht so zauberhaft und magisch aus, dass ich es am liebsten sofort gelesen hätte - und es dann auch wenige Tage später getan habe. Ob der Inhalt diesem wunderschönen Cover gerecht wird, erfahrt ihr in der Rezension.

Wir lernen in dieser Geschichte allerlei Figuren kennen: Xan ist die Hexe des Waldes, vor der sich jeder fürchtet. Besonders die Bewohner eines Dorfes, die, um Xans Bosheit zu entgehen, jedes Jahr das jüngste Kind opfern. Dass Xan dieses Kind allerdings gar nicht frisst oder als Sklaven hält, sondern es in ein anderes Dorf bringt, um die Kinder glücklich aufwachsen zu sehen, weiß niemand. Eines Tages sammelt sie so auch Luna ein und dann passiert das Unmögliche: Die Hexe gibt Luna zu viel der Mondmagie und magnifiziert es. Sie nimmt Luna fortan bei sich auf und hat mit der schier unendlichen Magie des Mädchens zu kämpfen. Zur gleichen Zeit spitzt sich die Lage des Dorfes, aus dem Luna stammt, immer mehr zu: Manche Menschen glauben nicht an die natürliche Ordnung, andere wiederum versuchen, ihren ganze eigenen Weg zu gehen. Ob das Märchen wohl jemals ein Happy End findet?

Als ich mit dem Buch angefangen habe, war ich total verzaubert: Das Setting war so süß, die Charaktere so eigen und liebevoll beschrieben und der Schreibstil so flüssig, dass ich sofort angetan war und damit gerechnet habe, ein Jahreshighlight vor mir zu haben. Mit diesem Gedanken las ich dann auch die ersten 100 Seiten, bevor es zu einer Wende kam: Die Geschichte wird komplett in diesem an Märchen erinnerndem Stil erzählt, was nach 120 Seiten Seiten wirklich anstrengend ist. Denn es führt dazu, dass zwar eine Geschichte erzählt wird, hier allerdings die Tiefgründigkeit fehlt. Das hatte dann eben auch zur Folge, dass man keine wirkliche Beziehung zu den Figuren aufbauen konnte, was schade war, denn der erste Eindruck war ja durchaus positiv und ich hatte mir erhofft, durch die Geschichte die Figuren greifen zu können. Dies blieb leider bis zum Schluss aus.

Dabei passiert in der Geschichte wirklich viel: Es gibt unterschiedliche Perspektiven von Menschen, die alle auf unterschiedliche Weise in dieser Welt leben. Manche haben einen sehr hohen Rang, andere einen eher niedrigeren; manche wohnen mitten im Stadtzentrum, andere abgeschottet tief im Wald. Und wieder andere führe ein glückliches, harmonisches Leben und andere versinken in Trauer. Dabei gibt es sogar Aspekte der Geschichte, mit denen man nicht wirklich rechnet und die einen überraschen. Außerdem gibt es Entwicklungen, die einen freuen, nachdenken lassen und auch durchaus begeistern - das alles wird aber immer wieder durch diesen wirklich sehr oberflächlichen Stil ein klein wenig zerstört. Ich wollte mehr wissen, wollte tiefer in die Materie einsteigen und mir deren Bedeutung bewusst werden. Das fehlte leider und auch gegen Ende war ich nicht wirklich zufrieden mit der Art und Weise, wie mir diese Geschichte präsentiert wurde.

Gefreut hat mich Luna und ihre Entwicklung. Diese war glaubhaft, authentisch und so herausgearbeitet, dass ich am Ende wirklich Stolz war, denn sie war der Charakter, der mir am meisten ans Herz gewachsen ist - obgleich ich auch das Gefühl hatte, dass man hier noch mehr hätte rausholen können. Dafür zieht sich Luna allerdings wie ein roter Faden durch die Geschichte und bringt am Ende auch alle Erzählstränge zusammen. Das hat Spaß gemacht und am Ende auch dafür gesorgt, dass ich das Finale wirklich gerne gelesen habe - denn das war spannend, wurde ausgiebig verarbeitet und machte auch Sinn. Gegen Ende war dann auch der Stil wieder passend, nur im Hauptplot hat er mich extrem gestört. Es hat eben doch einen Grund, warum Märchen nicht allzu lang sind, sondern sich auf ein paar Seiten beschränken.

Süße Charaktere und eine märchenhafte Idee - eigentlich eine Kombination, die ich komplett mitreißen sollte, denn genau darauf stehe ich wirklich. Allerdings machte es mir der Stil einfach wirklich schwer und so kam die Geschichte einfach nicht wirklich bei mir an. Luna hat eine großartige Entwicklung hingelegt, aber ich hätte mir gewünscht, diese Veränderung noch näher erlebt zu haben. So war es insgesamt eine süße Geschichte, die ich allerdings nicht uneingeschränkt empfehlen kann. Leider. Das Cover bleibt immer noch eine Augenweide und fängt die Geschichte wirklich gut ein, allerdings kann diese nicht ganz mithalten. Deshalb vergebe ich 3 Sterne und kann nur sagen: Okay, aber kein Must Read in diesem Bereich.

Weitere Eindrücke:
Sonja von Lovin' Books
Michelle von Mii's Buecherregal

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3 Kommentare

  1. Wow, eine sehr ausführliche Rezension, aber sehr informativ!
    Ich kenne dieses Buch nicht, aber das Cover sieht schon echt top aus:))

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    1. Liebe Kathrin,
      Danke für deinen Kommentar (: Ja, ich ufer immer ein wenig aus :D Das Äußere ist wirklich unschlagbar <3 Das Innere nur bedingt, aber gut, so ist es halt manchmal :D

      Liebe Grüße!

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    2. Also, das war absolut positiv gemeint! Ich finde das gut, wenn es ausführlicher besprochen wird, dann kann ich mir ein besseres Bild machen:-)

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